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Streunende Köter Feedback bitte

Domenico Mungos Streunende Köter (Cani Sciolti) ist am 18.11.2011 auf deutsch erschienen und hier sammeln wir Feedback, Kommentare, Rezensionen, Links, Lob und Beschimpfungen.

So ein Projekt, ein authentisches Buch aus der italienischen Ultraszene im deutschsprachigen Raum erscheinen zu lassen, macht allen Beteiligen jede Menge Arbeit, aber eben auch jede Menge Spaß. Wir hoffen, dass man dem Buch die endlosen Stunden Freizeit und die Leidenschaft anmerkt, die wir in die Ausgabe gesteckt haben. Im Gegenzug freuen wir, also ich als Übersetzer und der Verlag, uns natürlich über jeden einzelnen, der das Buch gelesen hat. Wir hoffen selbstverständlich, dass wir euren Geschmack getroffen hat, das ihr es gern gelesen habt, darüber diskutiert, es vielleicht auch kritisiert, ihr euch also mit einem Stück Ultra-Geschichte aus dem Mutterland der Bewegung auseinandersetzt.

Die ersten Exemplare sind angekommen und die ersten haben es auch schon gelesen. Ich möchte natürlich wissen, wie es euch gefällt bzw. was wir beim nächsten Buch vielleicht besser machen könnten. Insofern sammele ich hier gern euer Feedback, wenn ihr mitmachen wollt: Schreibt eure Eindrücke hier unten in die Kommentare, kommentiert auf Facebook, schickt mir eine Email an info [Kringel] altravita [Punkt] com, falls ihr eine Rezension geschrieben habt, schickt mir den Link und falls ich eure Meinung hier auf altravita.com veröffentlichen darf, dann mache ich das natürlich gern; völlig egal, ob das nun ein Satz oder ein ganzer Artikel ist. Ich würde mich also über jede Meinung, auch Kritik, freuen, die ihr mir zukommen lasst.

Bezugsquellen:

Burkhardt & Partner
Selbstverständlich gibt es hier wieder die Möglichkeit für Sammelbestellungen für Eure Gruppe zum Gruppenpreis: Kontakt dafür gibt es hier!

Rezensionen:
Meine Rezension des italienischen Originals „Cani Sciolti“

Rezension Streunende Köter bei Pfalz-Inferno

Rezension Streunende Köter von Brucki auf „Fußball, Soccer, Calcio & Co.“

Rezension Streunende Köter bei Cantona – Superstar

Auch die „Welt“ erwähnt das Buch

Textausschnitte:
Auszug: „Alkohol und Adrenalin“

Auszug: „Eine italienische Tragödie“

Auszug: „Rom, Bahnhof Termini“

Auszug: „Autogrill/2 Secchia Ost, Die vom Kreidesaal“

Interviews:
Interview von Domenico Mungo mit dem Ballsterer
Interview über „Streunende Köter“ im aktuellen Ballesterer

18 Antworten auf „Streunende Köter Feedback bitte“

Durch D. Mungos Cani Sciolti erfährt man extrem vieles über die Ultrà-Bewegung der damaligen Zeit. Dank der Erzählperspektive kann man sich prima in die jeweilige Person hineinversetzen oder die Situationen und Ereignisse viel besser verstehen. Das Buch verrät viele kleine Details. Dieses Buch bietet alles, Schilderungen über Auswärtsfahrten, Auseinandersetzungen mit der Polizei oder mit anderen Gruppierungen, Beziehung zwischen der Kurve und Spielerlegenden, Schilderungen über die Repression in Italien, über streunende Köter etc. etc. Es ist absolut empfehlenswert für jeden der sich mit der Ultrà-Kultur auseinander setzen will.

Danke fürs übersetzen von "Gaza (live)"… da Du uns mit Deinen Übersetzungen süchtig machst, warten wir auf den nächsten Schuss ins ZNS!

Wieso hinterlässt denn der türkische Junge Acab ständig sein Zeichen???

Du kannst ja auch einfach mal ordentlich italienisch lernen ;P Und Acab ist ein sehr häufiger türkischer Vorname, da sind sicher mehrere am Werk!

Cani Sciolti, Streunende Köter; diesem Buch, auf das ich sehnsüchtig gewartet habe, musste ich Zeit geben, diese 320 Seiten konnte ich nicht einfach in einem Schwung runterlesen. Daher kommen diese Zeilen nun auch etwas später und sie kommen mir irgendwie beschwerlich über die Finger, denn irgendwie hinterlässt das Gelesene zwei unterschiedliche Stimmungen bei mir zurück. Einerseits hat mich ein wenig Ehrfurcht gepackt, vor dem Autor vor dem Geschriebenen, vor den Geschichten. Andererseits muss ich ehrlich gestehen, dass mich persönlich die eigene teils extrem übertriebene Heroisierung, die Drogen- und Gewaltverherrlichung zunehmend mehr angenervt haben. Die Idee, aus der Perspektive des ins Exil geflüchteten Autoren zu schreiben, der die Mails mit den Ultrageschichten der bekannten Gesichter aus dem ganzen Land liest und zu einer Geschichte zusammenfasst, begeisterte mich, leider wurde dieser Stil nicht komplett durchgezogen und es überlagerten letztlich doch die eigenen Erzählungen, die dadurch auch immer nerviges Durcheinander aus Überflüssigkeiten mit sich schleppten.

Denn genauso wenig, wie mich in den allseits bekannten deutschen Fanzineberichten interessiert, an welcher Theke man nun 13,5 „frisch gezapfte verhaftet“ hat, ist es für mich von Bedeutung, wie drauf jemand im Neunerbus nach Lecce die Autostrada gedonnert ist. An solchen Stellen läuft das Buch Gefahr, in Richtung der bekannten und unspektakulären Büchern irgendwelcher zum Autor mutierten englischer Hools zu driften, die selbst eh die geilsten und alle anderen nur scheiße sind. Cani Sciolti kann aber was, was einen zum Glück über diesen Unnütz hinwegsehen lassen kann, nämlich die Details, die einen um das ein oder andere Mal extrem Gänsehaut bereiten. Beispiele: die selten in dieser Getreue beschriebenen Schilderungen der Ereignisse um Paparelli, Spagnolo, Antonio de Falchi oder auch einfach Mungos Erlebnisse rund um die Riots beim Spiel in Brescia, wie er als Alleinangereister auf die Seite der Gegner gerät und mit tränengasverseuchten Klötenaugen von einem Ultra der Bresciani in den Hausflur gerettet wird. Dazu kommen Momente des Glücks und des Frusts wenn er über die Choreos im Stadio Franchi oder die Verschaukelungen zugunsten der zurecht verhassten Juve-Klitsche schreibt.

In den Momenten wurde das Buch stets greifbar und fesselte enorm und ließ mich gleichzeitig über jede andernorts beschriebene eine oder andere Selbstverliebtheit hinwegsehen. Klar kann man nun anbringen, dass auch besonders die unangenehmen, weniger nachvollziehbaren Verhaltensweisen unverkennbarer Bestandteil der Geschichte der italienischen Ultras ist, aber Leute, die sich die ganze Auswärtsfahrt die Birne zuballern gibt’s hier auch zu Genüge und sind in meinen Augen bei Weitem keine Besonderheit der Ultrakultur oder auch nur in irgendeiner Weise relevant. Aber das ist sicherlich auch Ansichtssache und nur aus meiner Perspektive geblickt. Andere Leser wird es umgedreht wahrscheinlich weniger bedeutsam vorkommen, wenn eine große verfeindete Kurve in drei kurzen auf Tapete gepinselten Worten eine riesige Geste zu Ehren der verstorbenen Legende des Gegenübers ausdrücken. Insofern will ich an meine ersten Worte anknüpfen und diesem Buch Respekt zollen für die eindrucksvolle Beschreibung vieler, zwar schon an anderer Stelle oft aber nie so in der Tiefe gelesenen Geschehnisse die einem, wie schon beschrieben eine ordentliche Pelle bereiten.

Danke auch dir für's Feedback! Die Glorifizierung der Viola hat mir persönlich sicher noch mehr gestunken als dir, aber ich glaube, das zählt in Italien zum unverzichtbaren Lokalkolorit.

Danke auch Dir für die schöne Rezension, ich hab sie jetzt auch oben im Text verlinkt. Hast glaube ich auch meine Gedanken ziemlich gut getroffen, es scheinen aber wirklich einige aus allen Wolken zu fallen, wenn sie hören, dass Ultrà in Italien einfach ne Menge mit Gewalt zu tun hat. Man kann das jetzt verurteilen oder abfeiern, aber dass Gewalt ein großer Teil der Ultrà-Definition ist, spiegelt sich eben *auch* beim Mungo. Aber wie Du schon schreibst, das Buch hat ja nun wirklich auch mehr zu bieten.

Die Glorifizierung der Viola geht mir als Rossonero natürlich gegen den Strich, aber was willst machen? 😀

Zu "Juventus" auf S. 81/82: Da steht im Original "gobbi", das verwende ich ja auch im Buch meistens, aber eben nicht immer, weil das im deutschen Sprachraum weniger bekannt ist. Und bei "gobbi" stellt sich im Italienischen die Frage nach Groß- oder Kleinschreibung ja nicht. Aber weil der Text ja vom fantomatischen "bombe_e_sangue" stammt… 😉

Daß es da auch um Gewalt gehen könnte, hat mich nicht überrascht – auch als Nicht-Ultra. Dazu halte ich mich vielleicht dann doch schon zu lange zu oft in Stadien auf.
Mit violett hab' ich ja nur deshalb ein wenig ein Problem, weil das für mich (Rapid Wien) die Farben des Stadtrivalen sind. Ich übertrage das zwar nicht auf andere Klubs, aber die farbliche Prägung der Antipathie von Kindesbeinen an läßt sich eben schwer ausblenden.

@ "gobbi" 81/82 ah, verstehe 🙂

Jaja, das mit Rapid hatte ich schon verstanden (gegen das richtige Salzburg kann man ja nichts haben 😉 ), ich wollt halt nur sagen, dass mir das ganz genauso geht mit der Farbe.

Eine kleine Rezension:

Das Buch Cani Sciolti (Streunende Köter) erzählt von Domenico Mungo, einem Ultra auf der Flucht ins Exil. Die Geschehnisse des 2. Februar zwingen ihn und die anderen Ultra-Autoren zu einem Leben in der Illegalität. Gemeint sind hierbei die Geschehnisse rund um das sizilianische Derby zwischen Catania und Palermo, der Tod von Agent Filippo Raciti und die Folgen aus den harten Repressionen gegen alle Ultras in Italien.

Domenico Mungo, ein Ultra der stolzen Viola aus Florenz, und ehemaliges Mitglied des “collettivo autonomo viola 1978″ hat es sich zur Aufgabe gemacht, zahlreiche Mittschriften und Erzählungen von anerkannten Ultras aus ganz Italien zusammenzutragen, um die glorreichen Jahre seiner Bewegung am Leben zu halten und diese in seinem Buch zu veröffentlichen. Dass diese Texte für viele Leser vielleicht etwas erschreckend wirken könnten, ist nachvollziehbar, da sich die meisten Kapitel mit Gewalt gegen Ultras anderer Mannschaften und den „primo Nemico“ – die Polizei – beschäftigen.
Das Besondere an diesem Buch ist jedoch, dass man auch, beziehungsweise gerade in diesen Kapiteln, aus jedem einzelnen Wort die Leidenschaft der italienischen Ultras herauslesen kann; die bedingungslose Liebe zu Stadt, Gruppe und Verein, das Verteidigen des Gruppenbanners bis aufs Blut, Häme und Spott der Gegner durch kreative Spruchbänder und Choreografien und nicht zuletzt die Verteidigung der eigenen Ehre und Würde bei einer Unterzahlsituation in Genova.

Streunende Köter – Cani Sciolti – sind die gruppenlosen Ultras, die in Einzelgruppen inkognito, durch ganz Italien reisen, um ihre Mannschaft und ihre Stadt zu unterstützen. Ich bin mir sicher, dass sich der ein oder andere Leser in der einen oder anderen Situation widererkennt!

Geht weg vom Internet, nehmt euch das Buch zur Hand und genießt ein paar interessante Stunden auf dem heimischen Sofa.

Das Buch gibt es bei Heimspielen an unserem Infostand und auf der Homepage von Blickfang Ultra.

Quelle: Pfalz-inferno.com

Das Buch ist für mich einfach nur einmalig geschrieben…es ist zum Teil ziemlich komplex und man muss sich vielleicht die ein oder andere Passage zweimal durchlesen, aber die verwendeten Worte und wahnsinnigen Umschreibungen sind für mich in dieser Form UNGLAUBLICH!

Als ich das erste Mal vom italienischen Original gehört hatte habe ich alles dazu gesucht…Übersetzungen, Artikel und Interviews über bzw. mit Domenico Mungo usw….das Teil jetzt in meinen Händen zu halten ist einfach nur cool! Ich genieße jede Zeile, die ich lese und fühle mich fast so, als wäre ich vor Ort! Ein magisches Buch! PFLICHT!

Danke euch!

PS: Das Cover ist nur nicht ganz so gelungen, wie beim original ,-)

das leben der ultras genau auf den punkt getroffen. natürlich manchmal ein bisschen selbstverherrlichend, aber wer macht das nicht gerne…

zum schmunzeln brachte mich einfach wie über die gegnerischen gruppen hergezogen wird (scheisshaufen aus rom, alpenvolk aus brescia, etc.)

schade das dieses ultra-leben, wie es vor 10 jahren noch war, nicht mehr ist.

übrigens nette episode aus fiorentina-ATALANTA 2005 😉

grüße

Danke für's Feedback erstmal! Ja, das mit der Selbstüberhöhung und dem Niedermachen der Gegner gehört einfach dazu. Was glaubst Du, wie mir als Milanista diese elende Beweihräucherung von Fiorentina-Ultras, die ganz Europa dominiert haben gefallen hat? Ich hatte die niemals besonders wahrgenommen die Jungs aus der Provinz. 😉 Aber das ist Folklore, kann man sich ja seinen Teil zu denken.