Daniele de Santis

Schuldiger an Tod von Ciro Esposito zu 26 Jahren Haft verurteilt.

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Am 3. Mai 2014 kam es im Vorfeld des italienischen Pokalfinals Fiorentina-Napoli zu schweren Auseinandersetzungen zwischen einem Grüppchen von AS Roma-Fans und Gästen aus Neapel. Umringt von einer Mehrheit zog der Römer Daniele de Santis eine Waffe und schoss um sich, dabei wurde der junge Napoli-Fan Esposito so schwer verletzt, dass er am 25. Juni verstarb. Gestern verkündete der 3. Schwurgerichtshof der Hauptstadt nach 3 Stunden Beratung sein Urteil: 26 Jahre Haft für de Santis und 140.000 EUR Schmerzensgeld an die Familie des jungen Neapolitaners. Im gleichen Urteil wurden für zwei Freunde des Opfers für die dem Täter nach den Schüssen beigebrachten Verletzungen 8 Monate Haft auf Bewährung verkündet. Die Urteilsbegründung wird in 60 Tagen erwartet, die Anklage lautete auf Mord, schwere Körperverletzung und unerlaubten Waffenbesitz. De Santis, der sich wegen einer am Tattag zugezogenen Beinverletzung nur im Rollstuhl bewegen kann, begab sich nur zur Urteilsverkündung ins Gericht. „Es ist Gerechtigkeit geschaffen werden, aber jetzt von Befriedigung zu sprechen, wäre übertrieben. Das Urteil ist jedoch eine Mahnung.“ äußerte sich Antonella Leardi, die Mutter von Ciro Esposito. Auch Angelo Pisani, ihr Anwalt, äußerte sich zufrieden über das Urteil: „Mit den 26 Jahren sind wir zufrieden, die Hypothese der Selbstverteidigung war nicht zu halten. Wir sind zufrieden, weil es sich formell um eine lebenslange Haftstrafe handelt.“ Formell was die Dauer angeht, die von der Staatsanwaltschaft geforderte lebenslange Haft wurde nicht ausgesprochen. Erwartbare Kritik gab hingegen es aus dem Lager der Verteidigung, de Santis‘ Anwalt Tommasio Politi unterstrich noch einmal, dass es sich für ihn um einen klaren Fall von Selbstverteidigung handelte. Innenminister Angelo Alfano hingegen ließ verlautbaren, „die Strafe ist hoch und muss bis zum letzten Tag abgesessen werden“. Geteilt bleibt die Reaktion der Ultràszene des AS Roma, von der weite Teile sich in der Vergangenheit sich per Sprechchören und Spruchbannern solidarisch äußerten und dem ehemaligen Ultrà und bekennenden rechtsradikalen de Santis wünschten, „nicht aufzugeben“. Freunde des Opfers machten ihrer Wut noch im Gerichtsgebäude Luft: „Du musst im Knast verrotten für das, was du getan hast.“ Der 30-jährige Esposito war nach 53-tägigem Todeskampf im Policlinico Agostino Gemelli der Hauptstadt verstorben.