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Modena City Ramblers

Ich werde ja immer wieder mit Eros Ramazotti konfrontiert, wenn ich mit deutschen Freunden von italienischer Musik spreche, bestenfalls noch mit Laura Pausini und ein paar kennen noch Tiziano Ferro oder Gianna Nannini (mit älteren Mitmenschen unterhalte ich mich überhaupt nicht über Musik, um Al Bano zu entgehen). Meist ist es dann meinem Autoradio vorbehalten, meinen Besuchern in voller Lautstärke näherzubringen, dass Italien durchaus eine sehr sehr lebendige, musikalisch und lyrisch großartige Musikszene hat, die so gar nichts mit den Fischern von Capri und ähnlichem Schlager zu tun hat. Neben dem üblichen Kommerzmist sind immer wieder absolut fantastische Singer & Songwriter zu beobachten wie Francesco de Gregori oder der unerreichte Fabrizio di Andrè, politisch orientierte Bands wie die Banda Bassotti oder eben die folgenden Modena City Ramblers oder auch regional verwurzelte Musiker wie Davide van de Sfroos. Und selbst kommerziell erfolgreiche Projekte müssen nicht zwingend künstlerisch wertlos daherkommen, wie die Rap/Crossover-Artisten Articolo 31 oder Jovanotti seit Jahren beweisen.

Modena City Ramblers: Un’giorno di pioggia (gesungen von Alberto Morselli!)

Die Modena City Ramblers sind für mich eine der interessantesten und lebendigsten italienischsprachigen Bands überhaupt. Geboren 1991 als offene Gruppe von Freunden irischer Folk-Music, hat das Projekt bis heute dutzende von Mitgliedern über die Bühnen geschleust, 10 Alben und tausende Live-Auftritte hinter sich gebracht und überzeugt immer noch mit beeindruckender Wandlungsfähigkeit, unverblasster Spielfreude und beeindruckenden Liveauftritten. Der Name ist natürlich als Hommage an die Dublin City Ramblers gedacht, wobei ich mich – besonders bei den frühen Alben – eher an die Pogues und die Waterboys erinnert fühle, später dann auch Les Negresses Vertes oder Mano Negra. Ebenso wie die Pogues betrieben die M.C.R. die Modernisierung traditioneller irischer und keltischer tunes durch Fusion mit Punk- und Ska-Elementen zu einer extrem tanzbaren Variante des Folk Punk, den sie allerdings – durchaus treffend – combat folk nannten. Im Laufe der Zeit, gerade unter dem Einfluss der zahlreichen fluktuierenden Mitglieder, öffnete sich das musikalische Spektrum der Band von original keltischen, irischen und schottischen Wurzeln auch hin zu Klezmer sowie Einflüssen traditionell italienischem, südamerikanischem und Balkan-Folk. Geblieben sind die unendliche Wandlungsfähigkeit, die Spielfreude, die selbst Studio-Aufnahmen wie Jam-Sessions erscheinen lässt, und die Leichtigkeit, mit der Musikrichtungen und -stile miteinander verflochten werden.

Modena City Ramblers: I 100 Passi

100 Schritte (Originaltitel: I cento passi) ist ein italienischer Spielfilm des Regisseurs Marco Tullio Giordana aus dem Jahre 2000. Der Film schildert das Leben des italienischen Politikers und Anti-Mafia-Kämpfers Giuseppe „Peppino“ Impastato.

Breiteren Publikumsschichten machen die MCR erstmals als Vorgruppe ebenjener Pogues 1992 in Modena bekannt, 1994 folgt eine Kollaboration mit Bob Geldof. 1997 erscheint Terra e libertà, stark beeinflusst durch die Patagonien-Reise der Mitglieder „Cisco“ (Stefano Bellotti) sowie Alberto und Giovanni nach Mexiko und Kuba, sowohl eindeutig durch den Autoren Gabriel Garcia Marquez („Cent’anni di solitudine“). Die nachfolgende Tour findet ihren Höhepunkt in einem Konzert in Kuba vor 100.000 Zuhörern. Stilistisch kann man anmerken, dass sich das Rollenmodel deutlich in Richtung Mano Negra verschiebt und die rein keltischen Wurzeln ihrer Musik viel weitgefächerteren Einflüssen internationaler Traditionals unterworfen werden. Nach mehreren Neuformierungen, Nebenprojekten, Erfahrungsaustauschen, Touren und generell chaotischen Jahren erscheint im Januar 2008 das erste auf einen internationalen Markt ausgerichtete Album „Bella ciao – Italian Combat Folk for the Masses“ bei Universal (Italien: Mezcal), produziert von Terry Woods und gefüllt mit neu arrangierten alten Aufnahmen der MCR, teils ins englische übersetzt, sowie als Neuaufnahme das offenbar irischstämmige „Roisin the Bow“.

Modena City Ramblers: Cent’anni di solitudine

Hundert Jahre Einsamkeit von Garcia Márquez, Gabriel ist die Geschichte vom Aufstieg und Niedergang der Familie Buendia und des von ihr gegründeten Dorfes Macondo.

Wie bereits eingangs erwähnt, halte ich die MCR für eines der musikalisch spannendsten Projekte im italienischsprächigen Raum überhaupt. Selbstverständlich bringt es die über die Jahre unendlich vielfältige Wandlungsfähigkeit mit sich, dass niemand die komplette Diskografie gleichermaßen gut finden kann: Von ihren Anfängen als lockerer Zusammenschluss von Liebhabern irischer Volksmusik bis zu ihren heutigen Auftritten als weithin bekannte Live-Band verstanden sich die Ramblers immer eher als offenes Projekt denn als Band im herkömmlichen Sinne. Ich persönlich bin mit Bands wie den Pogues, der New Model Army und den Waterboys sozialisiert worden und so mag ich eben die frühen Aufnahmen rund um „Una Grande Famiglia“ besser, gleichwohl zeugt der Erfolg der spanisch-verwurzelten Alben trotzdem von hervorragender Musikalität.

Modena City Ramblers: La banda del sogno interrotto

Kleinster gemeinsamer Nenner blieb über die nunmehr 27 Jahre ihres Bestehens eine ganz klare linke politische Positionierung gegen Faschismus, Mafia und Ausbeutung – ebenso wie bei den nicht minder hervorragenden Banda Bassotti. Favoriten bei allen Konzerten sind so eben auch traditionelle Arbeitersongs und Partisanenkampflieder wie Bella ciao, Fischia il vento oder Contessa. Hier stehen sie neben der eben erwähnten Banda Bassotti auch in allerschönster Tradition großer Liedermacher wie dem frühen Francesco de Gregori oder Alessio Lega, denen ich mich bestimmt in der Zukunft einmal zuwende. In jedem Falle ist es gar nicht hoch genug einzsuchätzen, dass es noch Bands gibt

Modena City Ramblers: Canto di Natale

Ich will aber auch gar nicht zuviel schreiben…wie sagt der Italiener so schön: „The proof of the pudding is in the eating“ – schaut euch die Videos an und macht euch selbst ein Bild von den Jungs.

Modena City Ramblers bei Wikipedia (deutsch)
Modena City Ramblers bei Wikipedia (italienisch)
Offizielle Website der Modena City Ramblers


25 Antworten auf „Modena City Ramblers“

100 passi ist zwar ein wunderschönes Lied mit einer starken Aussage, der Text bezieht sich aber zu sehr auf den Film „I cento passi“ von Giordana, der vom Kampf „Peppino“ Impastatos gegen die sizilianische Mafia und von dessen Ermordung 1978 handelt. Das Lied ist auch durchsetzt von Filmzitaten, für ein wirkliches Textverständnis ist es hier besser, wenn man den (im übrigen hervorragenden und schwer zu empfehlenden) Film kennt.

Ich mach mal lieber „100 Jahre Einsamkeit“, das sich natürlich auf den Roman von Gabriel Garcia Marquez bezieht.

Colonnello consegna le tue armi
non puoi vincere la lotta è già finita
hai la Chiesa contro,
gli alleati hanno tradito
e hai già perso troppi amici
in questa guerra
hai preso parte a trentadue rivoluzioni
e trentadue rivoluzioni le hai perdute
Tienes que esperar!

Colonel, übergib Deine Waffen
Du kannst nicht gewinnen, der Kampf ist schon beendet
Du hast die Kirche zum Feind
Die Verbündeten haben Dich verraten
Und du hast schon zu viele Freunde verloren
in diesem Krieg
Dú hast bei 32 Revolutionen mitgemacht
und 32 Revolutionen hast du verloren
Du musst hoffen!


Quando meno te lo aspetti
verrà un uomo
con la tua bandiera in mano

Wenn Du es am wenigsten erwartest
Wird ein Mann kommen
Mit deiner Flagge in der Hand


Cent’anni (cien años) de soledad
troppe sconfitte, troppi nemici
Tienes que esperar
tienes tienes que esperar

100 Jahre Einsamkeit
Zu viele Niederlagen, zu viele Feinde
Du musst hoffen
Du musst, du musst hoffen


Cent’anni (cien años) de soledad
el presidente, el cardinal
el fundo monetario internacionàl
(Tienes que esperar) Remedios lavora
al mercato a San Cristobal
al banco della frutta di sua madre
a cinque anni ha già imparato
a fregare sul resto
con i gringos e i turisti giapponesi
discende dai Maya, signori della Terra
per un dollaro la puoi fotografare
e nelle foto non sorride,
ma sembra che ascolti
il suono di una musica lontana

100 Jahre Einsamkeit
der Präsident, der Kardinal
das internationale Kapital
(Du musst hoffen) Remedios arbeitet
Auf dem Markt von San Cristobal
Am Obststand seiner Mutter
Hat er mit 5 Jahren schon gelernt
Beim Wechselgeld zu betrügen
Bei den Gringos und den japanischen Touristen
Er stammt von den Mayas ab, den Herren der Erde
Für einen Dollar kannst Du ihn fotografieren
Und auf den Bildern lächelt er nie
Aber es scheint, als ob er
dem Klang einer entfernten Musik lauscht


Tienes que esperar
tienes tienes que esperar

Du musst hoffen
Du musst, du musst hoffen


Cent’anni (cien años) de soledad
di schiene piegate, donne picchiate
guardie bianche, mani armate
Cent’anni (cien años) de soledad
di vecchie canzoni dimenticate
dei giorni ribelli di Paddy Garcia
Padre Miguel vive nella Favela
cerca ogni giorno
di portare una risposta
ai meserabili, ai ladri,
ai bambini di strada
coi loro sguardi insieme duri e spaventati
alle puttane e alle jineteras
a quelli in fuga ai morti di fame
a loro Dio ha promesso
i cieli e la Terra
e gli altri uomini
li schiacciano nel fango

100 Jahre Einsamkeit
Mit gebeugtem Rücken, geprügelten Frauen
Weißen Wächtern, bewaffneten Händen
100 Jahre Einsamkeit
Voll vergessener alter Lieder
Dem Aufstand von Paddy Garcia
Padre Miguel lebt im Ghetto
Versucht jeden Tag
Eine Antwort zu finden
Für die Elenden, die Diebe,
Die Straßenkinder,
mit ihren gleichzeitig harten und erschreckten Blicken
Für die Huren und die leichten Mädchen
Für die Flüchtlinge und die Verhungerten
Denen hat Gott
Himmel und Erde versprochen
Die anderen Männer
drücken Sie in den Schlamm


Tienes que esperar
tienes tienes que esperar

Du musst hoffen
Du musst, du musst hoffen


Cent’anni (cien años) de soledad
spera e aspetta, aspetta e spera
nascondi il crocefisso
e la bandiera rossa
Cent’anni (cien años) de soledad
di menzogne, di parate
di coprifuoco di vite rubate

100 Jahre Einsamkeit
Hoffe und warte, warte und hoffe
Versteck das Kruzifix
und die rote Fahne
100 Jahre Einsamkeit
voller Lügen, voller Paraden
voller Sperrfeuer, voller gestohlener Leben

Würdest du das tun, dass wäre echt nett von dir. Mhmm am besten gefallen tun mir etnweder Cent’anni di solitudine oder das bei welchem im refrait kommt uno due tre quatro cinque dieci cento passi. Kannst du eins von denen übersetzten?

Hat jemand von euch eine deutsche Übersetzung? Mich würde es Wunder nehmen, was die Lieder bedeuten, ich denke nämlich dass diese Lieder viel interessanter sind wenn man den Text versteht.

danke für den spannenden beitrag zu m.c.r., die seit einiger zeit zu meinen favoriten gehört. beim festival transvocale in frankfurt hatte ich vergangene woche gelegenheit, sie live zu hören. das erstaunliche scheint mir wirklich, wie sich ein solches projekt immer wieder verjüngt und erfrischt – personell wie musikalisch. fast entschuldigend wurde die gruppe angekündigt: "sie will die welt verbessern". aber was sie darunter verstehen, "combat folk" eben, das fuhr den leuten ziemlich schnell in die beine und in den kopf wahrscheinlich auch.

beste grüße

henry-martin

der Gianmaria Testa iss wirklich gut. ich mochte den l. cohen sowieso schon immer. seine italienische version find ich aber sogar besser…

die neue platte von MCR iss übrigens richtig gut. die neue von Banda Bassotti aber auch. soviel revolutionsmucke im märz, mensch, da könnte es ja glatt auf die strasse gehen… italienische streikverhältnisse gibts ja schon in deutschland. wenn die revolutionäre kultur jetzt noch nachkommen würde, wär ich echt froh!

Möchte hier nur noch einen anderen Singer / Songwriter erwähnen, der zwar nichts mit MCR zu tun hat, den ich abr für einen der größten und außerhalb Italiens immer noch vergleichsweise unbekannten halte: Gianmaria Testa!

Den Großteil seines Lebens war er Bahnangestellter in irgendeinem Schrankenwärterhaus in Piemont, bevor er dann über den Umweg Frankreich als Musiker bekannt wurde. Wirklich ganz großartige Platten und Texte (soweit ich was davon verstehe), irgendwo zwischen Leonhard Cohen und Paolo Conti.

Mehr hier:
http://www.arte.tv/de/kunst-musik/ARTE-Kultur/Musik/1350796.html

Ich finde Bennato einfach als Typ gut, für Deine Ex kann er ja nichts. 😉 Zur Musik lässt sich – wieder mal – nichts allgemeingültiges sagen, weil er ja teilweise in einem Album 12 Musikstile durchexerziert und das dann auch in einer Qualität von betroffen machend peinlich bis brilliant. Meine Einschätzung steht also noch gar nicht fest, aber ich würde ihn hier gern vorstellen.

oh oh , Eduardo Bennato, da werden alte Erinnerungen wach
Meine (damalige) große Liebe hatte eine Live-CD von Edoardo mit „Il Rock Di Capitano “ und anderen Hits. Vor einiger Zeit habe ich mir die Platte noch einmal besorgt und war bitterlich enttäuscht.
Oder „Un’estate Italiana“, der Soundtrack zu Toto Schillaci…….

Inzwischen finde ich aber seinen Bruder interessanter und vielseitiger……

Der Text von la mia dolce revoluzionaria ist in der Tat eine der besten Zusammenfassungen über die Situation der Linken, die jemals geschrieben wurden…non rinnego la mia vecchia strada
L’utopia è rimasta la gente è cambiata,
la risposta ora è più complicata!

Als nächstes würd ich gern was zu Edoardo Bennato schreiben.

[youtube zO-FqmTvGyo]

das video, mein lieblingsvideo heißt mia dolce revolucionira und iss hier zu finden. die kombination iss mit there is power in the union

hab ne richtig geile kombination meines lieblingssongs der grande famiglia mit einem klassischen arbeiterlied gefunden. an dem video kann mensch auch ganz gut sehen, wie stark „kommunismus“ pop in italien iss…

der song Oltre la Guerra e la Paura (video einer akustik version) iss aba auch nich schlecht. er verknüpft geradezu orient & okzident musikalisch. wahnsinn! aber auch beim song western union flirrt geradezu das minimalistische multikulti. diesmal iss sogar noch der balkan mit ihren zigan-weisen dabei…

So etwas wie eine italienische Volksmusik konnte es ja nicht geben, schlichtweg weil es Italien erst seit kurzem gibt. Weite Landstriche des in kleinere Königreiche zersplitterten Stiefels wechselten alle paar Jahre den Besitzer und alle möglichen Volksgruppen haben ihre Musik mit angeschleppt. Sardinien wurde schon von jedem Mittelmeeranrainer schonmal beherrscht und kommt mit stark französischen und maurischen Einflüssen daher. Über Sizilien ist die Weltgeschichte schon mehrfach hinweggetobt. Sowieso stellt der Süden des Stiefels kulturell eine ganz bunte Mischung aus nordafrikanischen, albanischen, griechischen, etruskischen, arabischen, spanischen, römischen und wasweisichnochfür Einflüssen dar. Der Piemont ist heute noch praktisch französisch und das Gebiet bis zur Poebene wurde in der Tat des öfteren von Kelten in die Mangel genommen. Es würde mich verwundern, wenn sich sowas nicht in der Musik widerspiegeln würde.

Aber hier noch ein bissel MCR, eins meiner Lieblingslieder, „Il fabbricante dei sogni“:

[youtube 199zpanrGyw]

also, ich hab die erfahrung in sizilien gemacht, dass die jeweilige regionale volksmusik ähnlich klingt, wie die irische. in sizilien gibt es zb auch eine handgeschlagene trommel, das tambureddu. und nen dudelsack gibts auch. der heisst ciaramedda. die toskansiche volksmusik scheint auch ähnlichkeiten zu haben… naja. er weiss. vielelciht stammen die kelten von den italienern ab 😀

Ich habe keine Ahnung, woher die Vorliebe für keltische Einflüsse bei italienischen Bands kommt, weil meine eigene Wahrnehmung ja schon selektiv ist. Ich habe 2 Jahre in Schottland gelebt (i.ü. mit einer schottischen Fiddle-Spielerin) und bin vorher schon mit dieser Art Musik aufgewachsen – insofern nehme ich solche Bands eben stärker wahr und sie gefallen mir. Ich vermute also, dass es sich um kein italienisches Phänomen handelt – irish folk ist eben eine weltweit verbreitete und geliebte Musikrichtung und es geht vielen Leuten meiner Generation letztlich so wie mir: sie sind mit den Pogues, Levellers, New Model Army, den frühen U2, Simple Minds etc. aufgewachsen und verarbeiten ihre musikalischen Vorlieben. Offensichtlich hat keltisch inspirierte Musik generell – nicht nur in Italien – ein brauchbares Liebhaberpotential von Nordamerika bis Europa.

Generell bleibt aber festzuhalten, dass ich mich bei den MCR rein persönlich auf die keltischen Elemente bezogen habe – die Jungs selber haben ihren Horizont ja in den letzten Jahren ungemein erweitert. Der Vollständigkeit halber will ich aber anmerken, dass mir Fabrizio de Andrès Adaptationen sardischer Volksmusik natürlich auch sehr nahe gehen – vermutlich gibt es da einen gemeinsamen Nenner. 😉

Modena City Ramblers hatte ich in meiner musikalischen Prioritätenliste eigentlich nach ganz unten gesetzt – ich stehe nicht auf ihre keltischen „Wurzeln – die beiden „spanisch“ inspirierten Alben fand ich richtig klasse, doch beim letzten Album „Dopo il lungo inverno“ fiel mir die Kinnlade ziemlich herunter. Mal sehen – vielleicht wage ich mich doch noch einmal an die neue Platte.

Seit langem frage ich mich aber schon, woher diese Vorliebe für keltische Musik bei vielen italienischen Folkbands kommt? Es sind ja nicht nur die MCR und Davide van de Sfroos, sondern noch einige andere Gruppen, die irische Einflüsse verarbeiten.
Wenn neapolitanische Gruppen wie Almamegretta andere Musik des Mittelmeerraums verarbeiten, so ist das nur konsequent, da sie täglich mit anderen Kulturen konfrontiert sind – aber warum diese Affinität zu Irland?