Davide van de Sfroos 2007

Davide van de Sfroos

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Es gibt ein paar wenige Dinge, die ich gegenüber meinem Leben in Berlin dann doch vermisse…Schwarzbrot (gibts als Backmischung zum Selbermachen bei Esselunga), Leberwurst (kann man sich bei Lidl oder Penny besorgen) und Konzerte. Konzerte sind allerdings ein Problem hier auf dem Dorf und umso schöner war es, dass Davide van de Sfroos hier in Verbania spielte. Davide van de Sfroos ist unumschränkter Herrscher über mein Autoradio und unbedingter Liebling meines Siebenjährigen. Der nun in der Tat holländisch anmutende Van de Sfroos heisst in anderen Zusammenhängen Davide Bernasconi und singt und schreibt im Dialekt des Lago di Como, präziser „laghée„, einer für halb-eingemeindete Deutsche komplett unverständlichen Variante des Italienischen, freundlicherweise finden sich auf den CDs und im Internet. Musikalisch trifft der Mann allerdings bei mir voll ins Schwarze. Beeinflusst von Punk und besonders in jüngerer Zeit von Spielarten des Blues und Jazz beschleunigt er und seine exzellente Band traditionelle Motive der alpinen Volksmusik. Keine Angst, das ganze klingt dann nicht nach Randfichten oder Herzbuben sondern deutlicher nach den Pogues. Und das wäre dann auch das grösste Kompliment, das ich einer Liveband aussprechen könnte. Van de Sfroos, der auch schreibt und Autor verschiedener Geschichten- und Gedichtbände ist, beginnt das Konzert mit einem spartanisch instrumentalisierten Acoustic-Set (Gitarre, Akkordeon, Fiddle), herrlich untermalt von einer auf zwei Leinwände projizierten Show seiner Fotografien vom Lago di Como. Nach ca. einer halben Stunde wird der Rest der vielköpfigen Band dazugerufen, damit die Fans auch was zum Hüpfen haben. Irgendjemand hat ihm die Idee eingeflüstert, Leute auf die Bühne zu holen, um die jeweiligen Songs darzustellen. Was besonders nett ist, weil sich dort Schmuggler, Huren, Carabinieri und andere zwielichtige Gesellen nur so tummeln. Das Ganze hat unglaublich viel Spaß gemacht, van de Sfroos verbreitet eine seltene Bühnenpräsenz; Italienischkenntnisse sind sehr hilfreich, um seine Witze und Geschichten zwischen den Liedern zu verstehen, die machen die Hälfte des Spasses aus. Und Bands, die trotz einiger Berühmtheit immer noch für 10 Euro fast 3 Stunden lang die Fetzen fliegen lassen, müssen sowieso und unbedingt unterstützt werden.Hier ein paar interessante Fakten von Wiki (italienisch) http://it.wikipedia.org/wiki/Davide_Van_De_Sfroos und seine Seite: http://www.davidevandesfroos.com/ Klickt auf „Tour“ für die Konzertdaten und geht hin. Und hier noch 2 qualitativ armselige Videos von meinem Handy: