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Cilento Reisetipps

Cilento – Senerchia

Und weiter geht’s mit den Reisetipps Cilento. Eines netten Morgens hat uns die sehr nette Dame an der Rezeption der Terme del Tufaro empfohlen, einen Abstecher nach Senerchia zu machen, dem wir natürlich gern gefolgt sind. Wer, wenn nicht die Einheimischen, soll denn wissen, wo die wirklichen Sehenswürdigkeiten sind? Das Dörfchen Senerchia ist nur 10 Minuten vom Hotel entfernt in ca. 600 m Höhe am Hang des Monte Polveracchio. Touristisch interessant ist das alte Dorf, der vecchio borgo, der seit dem Erdbeben von 1980 verlassen wurde und heute eine urromantische Geisterstadt darstellt.

Das nachmittelalterliche, historisch äußerst interessante Senerchia befindet sich am südöstlichen Ausläufer des heutigen Dorfes unterhalb der Überreste der alten Festung auf einem Felsvorsprung des Monte Croce, mit einer grandiosen Aussicht auf das Valle del Sele im Osten. Für 3 Jahrhunderte bis zum 15. Jahrhundert war Senerchia der Sitz der noblen normannischen Familie Senerchia, die auch für das Castello verantwortlich zeichnen. Auch wenn dessen Ursprünge auf die Langobarden zurückgehen, stammt die heute erhaltene Struktur weitgehend aus der Zeit von Nicola di Senerchia, der 1271 von Carlo I d’Angiò zum Lehnsherren ernannt wurde. Gut erhalten ist besonders der nördliche Teil der Burg mit Aussicht auf das Alto Val Sele und di Monti Picentini.

Ein weiteres Highlight des verlassenen Dörfchens ist die romanische Chiesa di San Michele, die Gründung wird auf das 12. Jahrhundert geschätzt, u.a. weil die seinerzeit herrschenden kriegerischen Langobarden eine enge Beziehung zum heiligen Michael unterhielten. Leider wurde die aus dem 13. Jh. stammende Statue von San Michele Archangelo sowohl durch das Erdbeben als auch durch laienhafte Restaurationsversuche schwer beschädigt. Die Inschrift “Riccardus Frateius Dominae Senercla” auf dem Kirchturm verweist dann wieder auf die Familie Senerchia. Leider war die Kirche wegen restaurierungsarbeiten verschlossen, so das wir das Innere nur durchs Schlüsselloch betrachten konnten, aber die Aussicht entschädigt für alles.

Aber ansonsten habe ich mit meinem Sohn, so glaube ich, alle Häuser des mittelalterlichen Dorfkerns inspiziert, der Kurze musste in jedem Haus rumstrolchen. Wie erwähnt wurde Senerchia vecchia 1980 aufgegeben und heute hat man die Möglichkeit, seine Nase in die nicht völlig zerstörten Häuschen zu stecken. Für einen 8-jährigen ist das natürlich ein fantastischer Abenteuerspielplatz (ja, liebe Mütter, ich war immer dabei und hab aufgepasst, dass keine Einsturzgefahr bestand). Weiter unten auf dieser Seite habe ich ein paar Fotos unserer Exploration ausgesucht. Es empfiehlt sich, Senerchia am Nachmittag zu besuchen, so hat man die Möglichkeit auf der wunderschönen Terrasse des Dorfrestaurants zu Abend zu essen – für einen Tisch voller einheimischer, hausgemachter Spezialitäten und Wein haben wir am Ende lächerliche 10 EUR pro Kopf bezahlt. Auch wenn man in Kampanien nach meinem Empfinden überall hervorragend isst, sollte man sich das nicht entgehen lassen. Das familiengeführte kleine Restaurant befindet sich am Ortseingang und kann nicht verfehlt werden (es gibt nur eine Strasse).

Die “Hauptgasse” des borgo antico ist instandgesetzt und führt hinauf bis zur Kirche. Ein lauschiger Rast- und Picknickplatz lädt zur Pause ein, auch ein moderner Spielplatz ist eingerichtet, interessierte aber meinen Zwerg angesichts der deutlich spannenderen Ruinen und der Kaulquappen im durchs Dorf fließenden Baches (Vallone di San Michele) erstmal nicht so. Die Höhle “Grotta della Prufunnata” und die von der Kommune und der WWF betriebene Oasi naturale Valle della Caccia mit dem Wasserfall Cascata Acquabianca haben wir diesmal ausgelassen, aber ich fahr ja bestimmt bald wieder hin!

Links:

Wikipedia zu Senerchia (it)
Seite zu Senerchia auf Englisch
Offizielle Homepage der Comune di Senerchia
Kampanien-Reiseführer Salerno und Cilento (pdf)

Fotos:

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