Motorradtour Alpe Devero

Motorradtour zur Alpe Devero und nach Formazza

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Ich bin ja diesen Sommer dabei, mir liebgewordene Gegenden hier am Lago Maggiore mit dem Motorrad wiederzuentdecken, insbesondere die Panoramastraßen in die Alpentäler des Val d’Ossola und die Seitentäler des Lago Maggiore. Letztes Wochenende nun also die Königsetappe zur Alpe Devero, von Verbania aus auf der Autobahn (mautfrei) in Richtung Simplon/Sempione und hinter Domodossola die Abfahrt Richtung Devero und Formazza. Die Talstrasse durch das Val Formazza, bekannt für seine Käsespezialitäten, die es auch überall zu kaufen gibt, ist vergleichsweise breit und kurvenarm, so dass man schnell vorankommt. In Crino geht es links ab zur Alpe Devero, nach rechts über Premia folgt die Hauptstrasse nach Formazza. Die Alpe Devero, Kernstück des „Parco Veglia Devero“ bietet eine spektakuläre Aussicht, Hotels, einen Campingplatz und verschiedene Möglichkeiten, zu Steaks und Bier zu kommen. Autos werden mehrere Kilometer unterhalb abgeparkt, besonders an Wochenenden und während der Hochsaison, mit dem Motorrad kann man immer bequem bis zum eigentlichen Parkplatz fahren (3 EUR). vb_antigorio.jpg Spektakulär ist die Aussicht über die Hochebene und die umliegenden Felsmassive, Bäche und Lichtungen eignen sich zum Picknick und sogar die im Sommer zahlreichen Touristengruppen verlaufen sich gut im weitläufigen Gelände. Die für Walserdörfer typische Bebauung erinnert eher an die angrenzende Schweiz als an Norditalien, Walser wurden in der Vergangenheit aufgrund ihrer Fertigkeiten beim Hausbau und Widerstandskraft gern von den jeweils Herrschenden mit Privilegien zur Ansiedlung in den jeweils letzten Taldörfern bewegt, wo sie unter anderem Überwachungsfunktionen wahrnehmen konnten. Heute macht sich das alles in herrlichen Blockhäusern bemerkbar, die prima in jede Heidi-Verfilmung passen würden. Devero ist einfach wunderschön und der Abstecher eine der schönsten Fahrten die man auf dem Motorrad in den Südalpen überhaupt machen kann. Hochfahren, Käse kaufen, ins Gras hauen, Bier trinken und wieder runter. Gegessen habe ich in einer touristisch unverdächtigen Bar in irgendeinem Dorf Richtung Formazza, so dass ich zum kulinarischen nichts sagen kann. Meine Erfahrungen mit Touristenverköstigungsstellen halten sich ja sowieso in Grenzen. Die Hauptstraße zurück nach Formazza ist wieder schneller befahrbar, so dass ich diese Etappe gleich mitnahm – höchst spektakulärer Anlass ist hier natürlich die Fahrt über die „Cascate del Toce. Unterhalb von Frütt (it.: La Frua) stürzt er über eine erste Talstufe 143 m hinunter ins Val Formazza (dt. Pomatt). Die Straße führt direkt über den Wasserfall, direkt nebenbei befindet sich ein Parkplatz, unbedingt anhalten und fotografieren! Bei der Gelegenheit bin ich gleichnoch einpaar Kilometer weitergefahren zum Lago di Murasco, einem Stausee zur Energiegewinnung in 1800 m Höhe, eingefasst in ein atemberaubendes Bergpanorama. Insgesamt handelt es sich bei dieser Tour sowohl von der Strecke als auch den Attraktionen der jeweiligen Zielorte um die wohl lohnendste im Einzugsgebiet des Lago Maggiore.