Milan Juve

AC Milan ./. Juventus Turin 0:0, Gabriele

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Der AC Milan und die Alte Dame Juve trennen sich mit einem leistungsgerechten 0:0, die Rossoneri können leider auch im 9. Heimspiel nacheinander keine Punkte einfahren (nur in der Saison 1934-35 gab es mit 8 sieglosen Heimspielen einmal etwas ähnliches). Und dabei hätte ein Sieg gegen den historischen Rivalen dem angeschlagenen Champions-League-Sieger etwas Luft und eine Initialzündung für die gebotene Aufholjagd in der Liga verschaffen können. Stattdessen wird es ein eher merkwürdiges Spiel unter denkwürdigen Begleitumständen. 76.000 Zuschauer drängen sich im Giuseppe Meazza, die Nordkurve ist für organisierte Auswärtsfans gesperrt, während in der Südkurve die zentralen Blöcke der Fankurve 2. Rang aus Solidarität mit dem auf einem Autobahnrastplatz unter dubiosen Umständen von einem Polizisten erschossenen Lazio-Rom-Fan Gabriele Sandri frei bleibt. Außer zwei Transparenten „Gabriele presente“ („Gabriele ist hier“) und „Giustizia per Gabriele“ („Gerechtigkeit für Gabriele“) nur ein leerer Platz – keine Choreographie, keine Pyrotechnik, keine erhitzen Schlachtgesänge gegen den Haßgegner. Nur ganz selten im Laufe des Spiels erhebt sich die Kurve aus der Lethargie dieses tristen, trüben Dezemberabends und lässt mit einem Donnergrollen erahnen, was gegnerische Mannschaften in diesem Stadion normalerweise erwartet. Im Gegenzug machen sich die dann trotz Verbot ins Stadion gelangten und durchaus stimmgewaltigen Juventini mit Sprechchören gegen die auffällig abwesenden Ordnungshüter („assassini“) und dem Werfen von Gegenständen auf die Pressetribnüne bemerkbar. Ansonsten kein Hass, keine Gewalt, keine Witz, kein unbedingter Siegeswille – Freundschaftsspielatmosphäre sowohl auf den Rängen wie auch auf dem Platz. Bezeichnend, wie Pippo Inzaghi nach seiner Einwechslung für den rackernden aber harmlosen Gilardino erst einmal die Juventus-Abwehrreihe abklatscht. Ancellotti überrascht mit der Aufstellung von Europas Fußballer des Jahres, „Pallone d’Oro“, Kakà in vorderster Linie fast auf gleicher Höhe mit einziger nomineller Spitze, Alberto Gilardino – dahinter als Ballverteiler Zeedorf. Serginho geht auf dem Platz von Paolo Maldini auf der linken Außenbahn von Beginn an ins Spiel. Auf der anderen Seite überrascht Ranieri mit dem Ex-Bayern Salihamidzic in der Startformation. Juventus, frei von irgendwelchen internationalen Verpflichtungen und zuletzt in der Liga bärenstark, geht forscher in dieses Spiel als die sichtbar müden und überspielt wirkenden Milan-Profis. Unter deutlich mangelhaften Platzbedingungen – die Spieler liegen bei forschen Drehungen teilweise reihenweise auf dem Hosenboden, besonders der eher nicht so inspirierte Pavel Nedved kann heute bestimmt nicht mehr sitzen – entwickelt sich ein höchstens mittelklassiges Spiel mit Vorteilen im Mittelfeld für Juventus gegen einen AC Milan, dem so viele Fehlpässe unterliefen, wie ich sie in diesem Stadion zusammengenommen noch nicht gesehen habe. Respektvollen Abstand von den Gegenspieler ahnend, im Zweifel immer den sicheren Rückpass bevorzugend, schiebt sich Milans Spiel nur sehr lethargisch durchs Mittelfeld – unterbrochen von mehr oder weniger gelungenen Steilpässen auf den sowohl rechts als auch links in die Spitze startenden Kakà. Dieser wurde aber jeweils liebevoll von der sehr aufmerksamen Verteidigung in Empfang genommen. Gattuso zeigt Agressivität nur bei fruchtlosen Diskussionen mit Schieds- und Linienrichtern um Einwürfe oder Eckstöße. Die größte Chance für Juve vereitelt der Pfosten gegen einen platzierten Schuß von Trezeguet (11.), der von Zanetti mit einem intelligenten Steilpaß in Szene gesetzt wurde. Auf der Gegenseite ist Buffon aufmerksam gegen einen Freistoß von Pirlo, zu zentral unter die Latte. Die zweite Halbzeit sollte etwas druckvoller werden für die Hausherren, die im 4-4-2 System aus der Umkleide kommen und versuchen, mehr Geschwindigkeit in ihr Spiel zu bekommen. Juve bleibt bei Kontern gefährlich, so rettet Dida mit einer sehenswerten Parade gegen Salihamidzic, der den verträumten Serginho auf links stehen lässt, nach innen zieht und mit einem starken Linksschuß abschließt. Milan, nun etwas lebendiger, reagiert sofort mit einer schönen Flanke durch Oddo von rechts auf Kakà, dessen Schuß von Buffon pariert wird – den Nachschuß verwandelt Gilardino im Abseits. Milan wirkt jetzt wacher, es wäre sicher ein schönses Spiel geworden, wenn der Schiedsrichter beim Halten von Legrottalie gegen Gilardino auf Strafstoß entschieden hätte. Ancellotti bringt die Trumpfkarte Inzaghi, Ranieri Publikumsliebling Alex del Piero. Für den überfordert wirkenden Serginho wird noch Paolo Maldini eingewechselt, Bonera kommt auf der anderen Abwehrseite für Massimo Oddo. Inzaghi, der Chiellini in der Innenverteidigung deutlich mehr Kopfzerbrechen bereitet als der oft über die Außen abtauchende Gilardino, hat dann auch die letzte Chance des Spiels, kann sich aber kurz vor Schluß von rechts gegen den aufmerksamen Buffon nicht durchsetzen. Alles in allem ein leistungsgerechtes Unentschieden, die wenigen Torchancen werden von den an diesem Abend hervorragend aufgelegten Torhütern zunichte gemacht. Richtige Derby-Atmosphäre kommt nach den Geschehnissen der vergangenen Wochen sowieso nicht auf, bei den müden „Diavoli“ ist bemerkbar, dass man bei allen Angriffsbemühungen sehr darauf bedacht war, sich nicht noch eine Heimniederlage einzufangen. Juventus ist zufrieden mit dem Auswärtsunentschieden, gewonnen hat in diesem Spiel aber nur Lokalrivale Inter, der nun die Chance hat, den Abstand auf die Verfolger zu Vergrößern. Juventus ist es erneut nicht gelungen, eine der „großen“ Mannschaften zu schlagen und Milan verabschiedet sich von höheren Plänen für diese Saison. Und noch eine Bemerkung zum Schluß. Ich bekomme immer wieder Anfragen nach Karten für die Milan-Spiele. Aufgrund der verschärften Bestimmungen und Sicherheitsvorkehrungen kann ich mich nicht mehr wirklich selbst darum kümmern. 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