Italien Blog
Blog aus Italien

Zwei Tore für ein Hallelujah

von altravita · Dienstag, 27. Januar 2009 · 12 Kommentare · 2 Trackbacks/Pingbacks

Teilen

Während man in Mazara noch feiert, geht man in Villabate schon in Führung!

Mazara gegen Villabate, Spitzenspiel des sizilianischen “campionato d’Eccellenza” (die Oberliga, also die höchste Amateurspielklasse), Gruppe A – der Zweite gegen den Ersten. Sogar Zuschauer finden sich im Stadio Nino Vaccarà, sehr viele sogar, schließlich geht es um die Tabellenführung. Eine Tabellenführung, die sich schon in der 9. Spielminute erfüllen sollte, als Mario Erbini mit einem schönen Seitfallzieher sein Mazara in Führung bringt. “Gran delirio!“, Spielertraube, Jubel mit den Fans…

…Zoom out und man sieht die Gastmannschaft unbehelligt aufs Tor stürmen. Tor. Jubel. Wie steht’s eigentlich? Es steht 0:1, Schiedsrichter Matteo Mauri, extra für diesen großen Auftritt aus Trento angereist, hatte Mazaras Führungstor wegen angeblicher Abseitsposition nicht gegeben (erster Fehler). Ohne dass die jubelnden Spieler etwas gemerkt hatten oder er deren Aufmerksamkeit eingefordert hätte, pfiff er Freistoß und ließ das Spiel weiterlaufen (zweiter Fehler), im übrigen während sich noch alle Betreuer der Heimmannschaft auf dem Spielfeld befanden (dritter Fehler). Der Freistoß wurde nun nicht etwa bei ruhendem Ball ausgeführt, sondern Villabates Torhüter wirft seinem Stürmer Tummarello den Ball gleich zu (vierter Fehler) von einer Position ca. 30 m entfernt von der vermeintlichen Abseitsposition (fünfter Fehler), der natürlich allein auf weiter Flur keine Mühe hat, zu verwandeln. Tor, es steht 0:1. Complimenti auch für die Sportlichkeit der Spieler von Villabate, die ja nicht ausführen hätten müssen und ein Sonderlob an Linienrichter Gioè aus Messina (!), der ja seine Interpretation von Abseits eben noch sehr vehement kundtat, von der anderen Serie von Regelverstößen aber nichts mitbekommen haben will.

Die Spieler von Mazara bemerken nun die Situation und Erbini, Fedele e Calvaruso bestürmen den Schiedsrichter mit Protesten. Macht man nicht. Rote Karte für alle 3. Natürlich trägt solches nicht eben zur Beruhigung der Nerven bei und Schiedsrichter Mauri bricht das Spiel ab. Auch diese Entscheidung ist interessant: Allein auf dem Spielfeld befinden sich zum Ende ca. 20 Ordnungskräfte (Polizisten, Carabinieri – abgesehen von denen auf der Tribüne), kein Zuschauer hat das Feld gestürmt, Kapitän, Schiedsrichterobmann und Sicherheitskräfte bestanden auf einer Fortführung des Spiels, weil keine Gefährdung zu erkennen war.

Schon 1 Stunde nach Spielende kann der Schiedsrichter unter Polizeischutz das Stadion verlassen. Ein Glück, dass das Trento denkbar weit weg von Sizilien ist.

Der G.S. Mazara 1946 wird das nächste Heimspiel ohne Eintritt zu verlangen bei offenen Türen ausführen.

Kategorie: Fussball

This website uses IntenseDebate comments, but they are not currently loaded because either your browser doesn't support JavaScript, or they didn't load fast enough.

12 Kommentare »

2 Trackbacks/Pingbacks »


RSS feed für alle Kommentare zu diesem Artikel - TrackBack URL




Kommentar hinterlassen

Erlaubte Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>