Curva Sud AS Roma

Totti, De Rossi und Florenzi zur Curva Sud

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Die Situation der aktiven Fans in der Curva Sud des AS Roma mag unübersichtlich sein, Spieler und Gegenspieler kaum bekannt, aber das Resultat des Kleinkriegs von Polizeichef Gabrielli gegen Stadionfans ist alle 14 Tage im Olympiastadion ganz hervorragend sichtbar. Ein im besten Fall halbvolles Stadion und Stimmung wie auf einem Begräbnis im Römer Hinterland. Obwohl der Streik der letzten Saison de facto beigelegt ist, erholt sich die Atmosphäre bislang kaum. Wie soll sie auch? Da wurden Jahrzehnte alte Fanblöcke in den Kurven durch hohe Plexiglasmauern getrennt, Drehkreuze mit Gesichtserkennung an den Stadioneinlässen montiert und Heim- wie Gästefans werden mit hohen Geldbußen bestraft, wenn sie sich nicht sitzend auf ihrem auf dem Ticket zugewiesenen Platz aufhalten. Während von Seiten des Vereins wohl keine Stellungnahme zu Gunsten der eigenen Fans erwartet werden kann, melden sich wenigstens die Spieler zurück. Denn während im Medien-Italien weiter so getan wird, als wäre alles gut, günstig und perlweiß, ist den Fußballschaffenden auf dem Rasen schon lange aufgefallen, dass Fußball ohne Fans eben doch nicht dasselbe ist. Und so haben sich in der Vergangenheit bereits viele Spieler zum Thema geäußert, in letzter Zeit auch die drei wohl repräsentativsten: Daniele De Rossi, Francesco Totti und Alessandro Florenzi.
Persönlich lebe ich das, was ich immer geträumt habe, vor einem Stadion mit der Curva Sud zu spielen. Ich glaube, diese Situation muss so schnell wie möglich gelöst werden, vor allem müssen wir Spieler mehr tun, wir müssen öfter darüber reden. Denn in diesem Fall leben die Fans der Roma einfach eine ungerechte Situation. (Daniele De Rossi, nach Roma Inter)
Ein paar Tage später meldet sich Totti zu Wort:
Es reicht mit diesen Trennwänden. Die sollen diese Wände abbauen, weil wir Leute brauchen, die ins Stadion gehen, die uns anfeuern und zujubeln. Mit ihnen ist alles ganz anders. Wenn dann jemand etwas Falsches tut ist es richtig, dass er dafür bezahlt. Es soll aber alles wieder so werden, wie es früher war. Ich glaube, das wäre das Richtige, das was man tun müsste. Scheinbar gibt es diese Probleme nur in Rom. (Francesco Totti, Interview im Corriere dello Sport)
Dem schließt sich auch Alessandro Florenzi an:
Diese Trennwände, die zunächst nur provisorisch waren, scheinen jetzt eine dauerhafte Lösung zu sein. Ich glaube, wenn ein Alien hier bei uns landet und sich die Sache anschaut, würde er sich fragen „Was ist denn in Rom passiert? Wieso gibt es hier Mauern und in keinem anderen Stadion?“ Ich glaube, diese Situation geht jeden Einzelnen etwas an. Der Verein hat das Notwendige getan und die Fans sind zurück gekommen und es sieht nicht so aus, als hätte das schwere Schäden oder andere unerwünschte Geschichten verursacht. Und jetzt hoffe ich, dass die zuständigen Stellen ihren Job machen und uns unsere Fans zurück geben. Denn manchmal, in Wirklichkeit sehr oft, machen sie aus einem Unentschieden einen Sieg. (Alessandro Florenzi nach dem Sieg in Neapel, wo der Gästeblock gesperrt blieb)
Sportlich steht die Roma ganz gut da, in der Serie A teilt man sich mit Milan den zweiten Tabellenplatz hinter Juventus, am Wochenende hat man Napoli in deren eigenem Stadion relativ anstrengungslos aufgearbeitet. Ich fände es schön, wenn die Roma ihre Spiele endlich wieder vor einem ausverkauften Haus, vor einer lauten und bunten Curva Sud austragen könnte. Leere Betonbunker haben wir in Italien schon genug.