The Firm 3. Halbzeit

The Firm. – 3. Halbzeit

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Im Folgenden ein Gastbeitrag von Fubin:
Als ich neulich in einem bekannten Elektronik-Fachmarkt eigentlich ein Xbox360-Spiel kaufenwollte, schlenderte ich zufällig am DVD Regal vorbei, als mir das Cover von The Firm ins Auge fiel. Überrascht nahm ich die DVD-Hülle in die Hand und fragte mich, warum mir vorher dieser Film noch nie zu Ohren gekommen war. Das Cover hat mich auf den ersten Blick nicht gerade verzaubert! Ein paar Jungs mit einem – sagen wir mal – farbenreichen Casual-Style und einer der Proleten hatte auch noch einen englischen Maurerhammer in seiner Hand. Ehrlich gesagt wollte ichden Datenträger wieder zurück ins Regal stellen, schließlich betrug der Preis 16,99 Euro, der Sticker das der Film von 11freunde.de empfohlen wird, konnte mich auch nicht umstimmen. Erst als ich dann ganz oben auf dem Front-Booklet den Satz „DER NEUE HOOLIGAN-FILM VOM REGISSEUR VON FOOTBALL-FACTORY“ sah, war für mich klar, ich nehme das Ding mit an die Kasse, immerhin war der Film mit Kenny Dyer in der Hauptrolle und der Regie von Nick Love, der bisher beste Film den ich gesehen hatte in Verbindung mit Problemfans. Ich muss schon zugeben, die Sache das Nick Love bei The Firm – 3. Halbzeit die Hände im Spiel hatte, gab mir Lust auf mehr, und so schob ich Zuhause die Disk sofort in den DVD-Player. Erzählt wird von Bex und dem 17 jährigen Domenic. Der erste führt ein klassisches Doppelleben, auf der einen Seite Immobilienmakler und Familienvater, auf der anderen ist Anführer der berüchtigten Firm von West-Ham. Dom ist ein Junge mit „normalen“ Teenie-Problemen, ganz normalen Freunden und netten Eltern, die natürlich nerven. Zugekifft auf einen Balkon verabreden sich er und sein Freund Terry zu einem Club Besuch (Lips), dort provoziert Terry einen tanzenden Mann (wenn man dass so nennen kann). Was sie aber nicht wussten ist, dass es sich bei der Person um Bex handelt. Das Ende vom Lied ist das Terry eine gebrochene Nase davon trägt. Dom – der von Bex beeindruckt ist – nimmt seinen ganzen Mut zusammen und geht am nächsten Tag zu ihm in seine Stammkneipe und bittet ihn um Vergebung. Fortan sieht Dom bei den Hooligans den Ausweg aus seinem normalen Leben. Er unternimmt alles, um bei ihnen um akzeptiert zu werden bis er schließlich in die Firma aufgenommen wird. Als die „Treffen“ immer mehr an Härte zulegen und auch der Kodex, keine Waffen zu verwenden ausgesetzt wird, denkt er darüber nach ob sein Weg nicht doch der falsche ist. Aber jetzt ist es zu spät, Bex duldet keine Aussteiger. Es geht schließlich in den Final-Fight, bei dem das Firm-Oberhaupt mit dem Leben bezahlen muss. Der Junge Domenic sieht am Ende ein, dass dieses 3. Halbzeitleben nicht das ist, was es anfangs gegeben hat. Er geht zurück zu Terry und beide drehen sich erst einmal einen. Wie gesagt, die Reise geht zurück in die 80-er Jahre, was ja bereits auf dem Cover zu erkennen war, hinzu kommt die wirklich dufte Musik von damals. Gut – Klamotten und Tonkunst abgehakt, was soviel heißt alle pro’s wurden bereits abgearbeitet. Zu oft wirkt der Film farblos (vielleicht deshalb die farbenprächtige Casualwear?), die schauspielerische Leistung in diesem Film lässt sehr zu wünschen übrig, einzig und allein der Boss der Firm Bex alias Gary Oldman weiß zu überzeugen. Er alleine kann aber das Ruder nicht rumreißen. Eine Halbzeit lang passiert in dem Film so gut wie nichts, die damalige Garderobe nimmt viel zu viel Platz ein. Gefallen kann das nur Fila, Adidas und Ellesse, die im Film gut wegkommen, übrigens würden die Trainingsanzüge von Bex in der Breakdance-Szene sicherlich „tight ankommen“. Dialoge oft langweilig und die schlechte Synchronisation ist dabei nicht gerade hilfreich. Zudem sind einige Gespräche mit dem Slang der heutigen Zeit übersetzt worden. Was für mich deutlich hörbar war. Kommen wir zu den Fights, Love wollte wohl authentische Situationen aus den Prügelszenen rauskitzeln und somit eine wackelige Kamera-Führung veranlasste, was dazu führte, das es manchmal rüberkam wie bei Romper Stomper! Die Idee war sicherlich nicht schlecht, die Ausführung aber mangelhaft, denn das Gefühl mittendrin zu sein, hatte ich nie! Ein Stadion ist übrigens nicht zu sehen, was aber meiner Meinung nach, wenn man einen Hooligan-Werk dreht und ihn auch noch The Firm nennt, unbedingt sein muss. Bei Football Factory wurde das mit einer anderen Story und besseren Szenen bei Auswärtsfahren noch klasse wett gemacht, hier gelingt Love dieses Kunstück nicht mehr. Mein Fazit: Love wollte die 80-er realitätsnah wiedergeben, was mit der Musik und Frisuren ganz Ok war. Bei den Klamotten wiederum kann man sich streiten, aber Fakt ist, Love wollte sie im Vordegrund haben und hat das auch geschafft. Nun ja vom Hocker hat mich das Teil nicht wirklich geworfen. Als ich dann später mitbekommen habe, dass der Film nur ein Remake eines gleichnamigen Streifen von 1988 ist, war ich froh. Denn ich bin sicher, an diesen kommt Love nicht annähernd hin. Schon allein weil er zu diesem Jahrzehnt gedreht wurde. Wäre wohl besser gewesen ich hätte ein Konsolen-Spiel gekauft.