AC Milan ./. Inter 1:0

AC Milan ./. Inter 1:0

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Es geht aufwärts! Nachdem Milan ja bekanntlich mit 2 Niederlagen gegen bestenfalls durchschnittliche Clubs arg verbesserungsbedürftig in die neue Saison gestartet ist, schlägt man die biederen cugini (seit 1899 Mailands zweite Mannschaft) verdient mit 1:0. Italien wäre aber nicht Italien, wenn es nicht nach dem Spiel Wochen dauernde Diskussionen über die Schiedsrichterleistung gegeben hätte. Allein die Ausführungen vom selbsternannten besten Trainer der Welt Mourinho und vom in wichtigen Spielen immer verschwundenen Ibrahimovic zeugen von mangelnder Größe und Souveränität dieser zusammengekauften Zweckgemeinschaft. Und Stil kann man sich eben nicht kaufen. Ansonsten: Um von einer Benachteiligung zu sprechen, müsste Kakàs eventuelles Abseits sicher und eindeutig gewesen sein. Ich hab mir 35 Zeitlupen davon angesehen und weiß es immer noch nicht. Vielleicht war er 2 cm vor oder hinter der imaginären Linie, aber aus einer solchen eventuellen Fehlentscheidung eine Benachteiligung zu stricken braucht es einen ausgeprägten Minderwertigkeitskomplex gekoppelt mit aufgesetztem Größenwahn. Die gelben Karten gingen für mich sämtlichst in Ordnung, auch halbwegs objektiv betrachtet bin ich zudem der Meinung, dass ein pingeliger Schiri Stankovic für seine Aktion gegen Kakà auch hätte rot geben können. Hat er aber nicht. Materazzis rote wird vermutlich keinen Einfluß aufs Ergebnis gehabt haben. Ich habe zwar nicht erfahren können, mit welcher Bemerkung gegenüber dem 4. Offiziellen er sich seine rote Karte verdient hat, aber bei dem Mann kann man mit einer Herausstellung eigentlich nie etwas falsch machen – man kann den Fußballer zwar aus der Gosse holen, aber die Gosse niemals aus dem Fußballer. Das sich der sympathische Josè Mourinho im Nachgang nun auch noch über die Anti-Materazzi-Sprechköre echauffiert, kann nun wirklich nur daran liegen, dass der Mann seine Spieler noch nicht alle persönlich kennt. Gegen Materazzi wirkt der Ex-Schalker Poulsen wie ein leuchtendes Beispiel für elegante und faire Spielweise – genug gesagt. Das Halten gegen Adriano war genauso ein Elfmeter wie der satte Body-Check gegen Kakà. Insomma…ich kann beim besten Willen keine spielentscheidende Bevorzugung von uns erkennen, der einzige Unterschied am Sonntag war, dass es die in dieser Saison üblichen Hilfen für Inter nicht gab. Ansonsten ist der F.C. Internazionale viel zu tiefstehend und zaghaft gestartet und wurde über die Dauer nervös und schließlich frustriert. Keine Geschwindigkeit, keine mannschaftliche Geschlossenheit und keine „grinta“. Dazu war Mourinhos 4-3-3 wieder mal stumpf, weil beide Flügelstürmer keine sind (Quaresma Totalausfall über 90 Minuten) und Ibrajugovic komplett in der Luft hing, weil wir die 50 m Vertikalpässe gut abwehren konnten. Falsche Taktik, falsche Spieler (was Burdisso auf dem Platz zu suchen hat, wenn Recoba einsatzbereit ist, weiss nur „the special one“ selbst), kein Einsatz – so klappt es einfach nicht gegen das vecchio cuore rossonero. DESHALB also haben die Knaben verloren und nicht wegen eingebildeter Benachteiligung durch den Schiri. Und eine wahrhaft große Mannschaft hätte auch bei einer echten Benachteiligung den Mund gehalten (vgl. Souveränität). Respekt vorm sportlich diesmal überlegenen Gegner = „0“. In jedem Fall hat mich der Einsatz unserer Jungs wie schon gegen Lazio wieder überzeugt und hier war auch der Schlüssel zum Erfolg zu suchen. Kakà und Ronaldinho spielen sich immer besser aufeinander ein, die maßgerechte Flanke auf den Kopf von Ronaldinho war hierfür ein sehr ansehnliches Beispiel. Bester Mann auf dem Platz war wieder einmal Clarence Seedorf, der seinen dritten Frühling erlebt und dem die gewachsene Konkurrenz im Mittelfeld sichtlich wohlzutun scheint. Gattuso beackerte unermüdlich Gegner und Ball und sorgte zwischendurch dafür, dass Curva und Mannschaft sich nicht hängen lassen. Mit Abbiati haben wir endlich wieder einen überzeugenden und selbstbewussten Torwart zwischen den Pfosten, der – soweit möglich – Fehler seiner Vorderleute ausbügeln kann. Und der junge Pato machte seine Sache gegen die körperlich robuste und großgewachsene Hintermannschaft von Inter mehr als hervorragend. Insgesamt zeigten die Rossoneri mehr Einsatz, Willen und Determination, erarbeiteten sich mehr Torchancen und haben so auch verdient gewonnen. Auch die Curva war wieder da wie in alten Zeiten, übervoll, kontinuierlich supportend, mit schönen Choreo und als Sahnehäubchen auch endlich wieder Rauchbomben. Auch wenn im Zuge zunehmender staatlicher Repression die Atmosphäre nie wieder so atemberaubend sein wird wie in legendären früheren Derbies, es erinnerte schon einiges wieder an alte Zeiten. Die Entscheidung, nur noch gemeinsam als „Curva Sud Milano“ aufzutreten, scheint das Zusammengehörigkeitsgefühl deutlich verbessert zu haben. Die Fans aus der dunklen Seite der Stadt hatten mal wieder Probleme, ihr Transpi zu entrollen – wie eigentlich immer. Vielen Dank auch an die anderen von den Milan Fans Berlin, die sich in der Kurve hinter unserem Banner versammelten. Auch und besonders für die vermittelten Kenntnisse zu Prostatagröße, Krampfadern und internationalen Finanzderivatgeschäften. Freu mich schon auf euren Besuch gegen Napulè. Mehr Fotos von dem ganzen Desaster gibt es auf der Homepage der Milan Fans Berlin… Video Milan Inter Choreos