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	<title>Italien blog &#187; Fussball</title>
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	<description>Betrachtungen eines Deutschen in Italien</description>
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		<title>Pyrotechnik: Italienisches Gericht spricht Bologna-Ultra frei</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 11:59:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>altravita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>Die Meldung ist schon ein paar Tage alt, aber es ist der Fankongress dazwischengekommen, auf dem es ja unter anderem auch um den r&#228;umlich und zeitlich begrenzten Einsatz von Pyrotechnik in deutschen Stadien geht. Da der DFB die Verhandlungen diesbez&#252;glich einseitig abgebrochen hat, bleibt das Entz&#252;nden von Pyrotechnik jeglicher Art weiterhin eine Straftat (&#8220;versuchte gef&#228;hrliche [...]</p></p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p><div id="attachment_1750" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2012/01/thumb.jpg"><img src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2012/01/thumb-150x150.jpg" alt="Italienische Verh&#228;ltnisse" title="Italienische Verh&#228;ltnisse" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-1750" /></a><p class="wp-caption-text">Italienische Verh&#228;ltnisse</p></div>
<p>Die Meldung ist schon ein paar Tage  alt, aber es ist der <a href="http://www.altravita.com/fankongress-berlin-2012.php" title="Fankongress Berlin 2012" target="_blank">Fankongress</a> dazwischengekommen, auf dem es ja  unter anderem auch um den r&#228;umlich und zeitlich begrenzten Einsatz  von Pyrotechnik in deutschen Stadien geht. Da der DFB die  Verhandlungen diesbez&#252;glich einseitig abgebrochen hat, bleibt das  Entz&#252;nden von Pyrotechnik jeglicher Art weiterhin eine Straftat (&#8220;<a href="http://www.neuepresse.de/Sport/Hannover-96/Uebersicht/Pyro-im-Stadion-Straftat-oder-nicht" target="_blank">versuchte gef&#228;hrliche K&#246;rperverletzung</a>&#8220;). In Italien ist das bereits seit l&#228;ngerem so und  bereits das Mitf&#252;hren von Pyrotechnik zu Stadionveranstaltungen –  also auch bei An- und Abfahrt – f&#252;hrt zu Stadionverbot und  Anzeige. Vor diesem Hintergrund ist es umso bedeutsamer, was dieser  Tage der Ermittlungsrichter in Florenz entschied (in Italien  entscheidet ein &quot;Richter f&#252;r Vorerhebungen&quot; am Amtsgericht  dar&#252;ber, ob es zu einem Prozess kommt).</p>
<p>Die diesbez&#252;gliche Norm f&#252;r Sicherheit bei Sportveranstaltungen wird vom sogenannten <a href="http://www.fdl1970.net/repressione/legge+decreto.htm" title="Legge 401" target="_blank">Gesetz 401</a> immerhin aus dem Jahr 1989 geregelt, das bereits das Mitf&#252;hren von Pyrotechnik unter Strafe stellt. <a href="http://www.ilrestodelcarlino.it/bologna/cronaca/2012/01/16/653249-accendere_fumogeno_senza_lanciarlo_reato.shtml" title="Pyrotechnik-Urteil" target="_blank">Im konkreten Fall</a> wurde dem 26-j&#228;hrigen Capo der Mods aus Bologna, Fabrizio D. &#8211; genannt &quot;Tortino&quot;, vorgeworfen, beim Derby in Florenz vom 15. Mai letzten Jahres eine Nebelkerze mitgef&#252;hrt zu haben. Und zwar au&#223;erhalb des Stadions &quot;Artemio Franchi&quot;, Heimspielst&#228;tte der Fiorentina, w&#228;hrend er sich mit den anderen Fans zum Eingang bewegte. Fabrizio wurde am Eingang von den Beamten der Antiterroreinheit DIGOS (Divisione Investigazioni Generali e Operazioni Speciali) festgenommen und Anzeige gegen ihn erhoben. Wie auch in Italien &#252;blich, reichte bereits die Anzeige aus, um 5 Jahre Stadionverbot gegen ihn zu verh&#228;ngen, auch vor einer entsprechenden Verhandlung. Verbunden war das Stadionverbot mit der &#252;blichen Auflage, an Spieltagen dreimal in der &#246;rtlichen Polizeidienststelle zu unterschreiben: bei Anpfiff, in der Halbzeit und nach Abpfiff. Wie die Praxis des Stadionverbots die Unschuldsvermutung aushebelt und de facto eine Art &quot;Ersatzstrafrecht&quot; darstellt, hatte ja die Vereinigung der Fananw&#228;lte beim Fankongress in Berlin sehr eindr&#252;cklich dargelegt. Eine Rechtspraxis, die jedes Jahr viele Dutzend italienische Ultras trifft.</p>
<p>Dieses Mal ist es dem Anwalt Gabriele Bordoni hingegen gelungen, den zust&#228;ndigen Ermittlungsrichter &#252;ber eine detaillierte Auflistung von Zeugenaussagen dazu zu bewegen, die Anklage fallen zu lassen und in der Konsequenz nat&#252;rlich auch das verh&#228;ngte Stadionverbot aufzuheben. Ein ziemlich einmaliger Vorgang im Italien der Sondergesetze, der wom&#246;glich als Pr&#228;zedenzfall eine weitergehende Wirkung entfaltet. Denn obwohl das oben angesprochene Gesetz bereits den &quot;Besitz von pyrotechnischen Materialien (Raketen, Bengalos, Knallk&#246;rper) anl&#228;sslich von Sportveranstaltungen&quot; verbietet, hat der Richter sich der Argumentation der Verteidigung angeschlossen, die zwar auch f&#252;r Laien durchaus nachvollziehbar und schl&#252;ssig ist, aber dennoch bislang meines Wissens noch nie Erfolg hatte: </p>
<p>Gesetz 401 soll verhindern, dass die zitierten pyrotechnischen Materialien als <em>&quot;gef&#228;hrliche Waffen&quot;</em> (<em>&quot;armi pericolosi&quot;</em>) eingesetzt werden (sprich abgeschossen oder geworfen werden) und die Gesundheit andere Stadionbesucher gef&#228;hrden. Weil &quot;Tortino&quot; die orange Nebelkerze allerdings bis zum vollst&#228;ndigen Abbrennen in der Hand hielt – was die DIGOS in der Anklagebegr&#252;ndung i.&#252;. selbst genau so dargelegt hatte -, entschied das Gericht, dass keine Gef&#228;hrdung Unbeteiligter gesehen werden konnte. Fast als Einbruch des gesunden Menschenverstands in eine hysterische Rechtssprechung w&#252;rde ich pers&#246;nlich bewerten, dass der Ermittlungsrichter sogar noch dar&#252;ber hinaus ging: Weil der Ultrà zum Zeitpunkt der Festnahme (also vor dem Stadiontor) keine Pyrotechnik mitf&#252;hrte, sondern lediglich eine ausgebrannte Papprolle, ist dieser Anklagepunkt fallenzulassen. Weil die Nebelkerze zudem bei Tageslicht abgebrannt wurde, ist das Gef&#228;hrdungspotential zudem geringer zu bewerten. Grund zum Jubeln besteht nicht, weil das Mitf&#252;hren funktionst&#252;chtiger Pyrotechnik im Stadion weiterhin zur Strafe gef&#252;hrt h&#228;tte, aber die Tatsache, dass ein Richter eine Anzeige unter Ber&#252;cksichtigung der tats&#228;chlichen Intention eines Gesetzes (n&#228;mlich der Gefahrenabwehr) bewertet, ist trotzdem ein Schritt in die richtige Richtung, der durchaus erw&#228;hnenswert ist. Mit anderen Worten: Wenn Gesetz 401 zur Stadionsicherheit das Verbot von Pyrotechnik damit begr&#252;ndet, dass hierdurch Menschen verletzt werden k&#246;nnen, kann es nicht angewendet werden, wenn effektiv keine Menschen verletzt werden k&#246;nnen. Das Florenzer Amtsgericht spricht also den Bologna-Ultrà vom Vorwurf frei, durch das Mitf&#252;hren von Pyrotechnik andere Stadionbesucher gef&#228;hrdet zu haben.</p>
<p>Jetzt kann man sicherlich geteilter Auffassung sein, was das Gef&#228;hrungspotential einer entz&#252;ndeten Nebelkerze angeht, aber in einem Land, in dem Kapit&#228;ne von Kreuzfahrtschiffen schonmal als erste von Bord gehen und der Ex-Staatschef sich eigene Gesetze schafft, die Straftatbest&#228;nde wie Steuerhinterziehung r&#252;ckwirkend verj&#228;hren lassen, darf man zufrieden sein, wenn ein Richter sich an den Rechtsgrundsatz der &quot;Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit&quot; erinnert. Immerhin drohen f&#252;r das Mitf&#252;hren von Pyrotechnik ins Stadion neben dem obligatorischen Stadionverbot eben auch 4-6 Monate Haftstrafe. Es macht eben doch einen Unterschied, ob ich einen Bengalo bis zum Abbrennen in der Hand halte oder ihn effektiv auf Menschen werfe &#8211; im ersten Fall k&#246;nnte ich potentiell jemanden gef&#228;hrden, im zweiten mache ich dies tats&#228;chlich. Solange es einen Unterschied macht, ob ich ein Messer in der Hosentasche herumtrage oder es jemanden an den Hals halte, finde ich das oben beschriebene Urteil jedenfalls nachvollziehbar.</p>
<p><em>&quot;Jetzt gehe ich, endlich, wieder ins Stadion.&quot;</em> meint Fabrizio dazu.</p>
<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Fankongress Berlin 2012</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 11:35:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>altravita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>Das wichtigste vorab: Herzlichen Dank an alle, die ihre Freizeit geopfert haben, um den Fankongress in Berlin zu organisieren, R&#228;umlichkeiten, Catering, T&#252;rsteher und Veranstaltungstechnik zu organisieren, Presse, DFL, DFB, ZIS, Fanforscher und teils internationale Referenten einzuladen. Ebenso an alle, die Eintritt, Fahrt und ein Wochenende drangegeben haben, um nach Berlin zu kommen, um friedlich &#252;ber [...]</p></p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p><div id="attachment_1747" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2012/01/fankongress.jpg"><img src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2012/01/fankongress-150x150.jpg" alt="Fankongress Berlin 2012" title="Fankongress Berlin 2012" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-1747" /></a><p class="wp-caption-text">Fankongress Berlin 2012</p></div>
<p>Das wichtigste vorab: Herzlichen Dank an alle, die ihre Freizeit geopfert haben, um den <a href="http://fankongress-2012.blogspot.com/" title="Fankongress 2012 Berlin" target="_blank">Fankongress in Berlin</a> zu organisieren, R&#228;umlichkeiten, Catering, T&#252;rsteher und Veranstaltungstechnik zu organisieren, Presse, DFL, DFB, ZIS, Fanforscher und teils internationale Referenten einzuladen. Ebenso an alle, die Eintritt, Fahrt und ein Wochenende drangegeben haben, um nach Berlin zu kommen, um friedlich &#252;ber ihre W&#252;nsche an einen fangerechten Fu&#223;ball zu diskutieren. Abgesehen von der Ehre, auf einer solchen Veranstaltung &#252;ber Erfahrungen aus Italien erz&#228;hlen zu d&#252;rfen, war es sch&#246;n, bekannte Gesichter aus deutschen Kurven wiederzusehen und neue Menschen kennenzulernen, denen – bei allen Differenzen &#8211; dasselbe Thema am Herzen liegt.</p>
<p>Wie ich ja auf dem Podium und in den Gespr&#228;chen auf dem Flur immer wieder angebracht habe, ist das Wichtigste an einer solchen Veranstaltung, dass sie &#252;berhaupt stattfindet. Schon ohne auf die diskutierten Inhalte einzugehen, setzt ein solcher Kongress das Zeichen, dass es offensichtlich so ist, dass ganz viele der begeistertsten und begeisterndsten Fans ganz offensichtlich in der Lage sind, sich friedlich und intelligent mit ihrer Fankultur und den Rahmenbedingungen des Fu&#223;ballbetriebs auseinanderzusetzen. Ein Szenario, das angesichts der <a href="http://www.altravita.com/leben-birgt-lebensgefahr.php" title="Berichterstattung Fanrandale" target="_blank">Berichterstattung in vielen Medien der letzten Monate</a> ja ausgeschlossen schien. Ich konnte hingegen in den R&#228;umlichkeiten des ehemaligen Kosmos-Kinos in Friedrichshain keinerlei dumpfe Gewaltt&#228;ter ausfindig machen, die ihren sozialen Frust in Stadien entladen, sich f&#252;r den Fu&#223;ball nicht interessieren und ihr Lebensziel darin sehen, Kinder und Frauen in die Flucht zu schlagen.</p>
<p>Selbstverst&#228;ndlich h&#228;lt sich der Erkenntnisgewinn in Grenzen, wenn DFB und DFL nur Vertreter schicken, die an einer tats&#228;chlichen aktiven Diskussion nicht wirklich teilnehmen k&#246;nnen, keinerlei Entscheidungsgewalt haben und eben Dialog vermutlich nur simulieren sollen. Nat&#252;rlich ist es &#228;rgerlich, wenn die ZIS einen Tag vor Veranstaltungsbeginn die Absage ihres Vertreters Ingo Rautenberg verk&#252;ndet. Und so fehlten zu einem echten Dialog eben h&#228;ufig die Gegenstimmen. Man kann nun aber wirklich nicht dem Veranstalter und den anwesenden Fans anlasten, dass DFB-Vertreter Gerald von Gorrissen genauso oft Dialog- und Gespr&#228;chsbereitschaft seitens des Verbandes erkl&#228;rt wie er dann zu tats&#228;chlichen Entscheidungsprozessen nichts sagen kann, weil er &quot;nicht dabei war&quot;, weil so etwas &quot;das Pr&#228;sidium entscheidet&quot; bzw. die &quot;Innenministerkonferenz&quot; Druck aus&#252;bt. Unter Dialog w&#252;rde ich mir eben etwas vorstellen, was schlussendlich auch zu einem f&#252;r beide Seiten vertretbaren Kompromiss f&#252;hrt und nicht ein Dialog &quot;pour parler&quot; und dann wird das Diskutierte eben trotzdem einfach abgelehnt. </p>
<p>Gern h&#228;tte ich z.B. vom DFB geh&#246;rt, warum das eigene Rechtsgutachten, das zur Begr&#252;ndung des Verbots von Pyrotechnik auch in eigens abgegrenzten Bereichen und zu festgelegten Zeiten in Absprache mit Verein, Polizei und Feuerwehr herangezogen wurde, nicht ver&#246;ffentlicht wurde. Warum ein durch <a href="http://www.turus.net/sport/6660-fans-gegen-pyrotechnik-was-sagt-die-dfb-umfrage-wirklich-aus.html" title="DFB-Umfrage zu Pyrotechnik" target="_blank">Suggestivfragen an Ahnungslose herbeigef&#252;hrtes Umfrageergebnis von 84%</a> gegen Pyrotechnik kurz vor dem Fankongress lanciert wurde (<a href="http://fankongress-2012.blogspot.com/2012/01/pressemitteilung-12-januar-2012.html" title="Stellungnahme ProFans zur DFB Pyrotechnik-Umfrage" target="_blank">Stellungnahme von ProFans</a>). Wieso die Etikettierung von Stadionfans als Gewaltt&#228;tern st&#228;ndig wiederholt werden muss, wenn es in einer ganzen Saison 1. und 2. Bundesliga genauso viele Verletzte (die durch Polizeima&#223;nahmen Verletzten einbezogen) gibt, wie an einem Tag  auf dem Oktoberfest (Spahn im ZDF, vermutlich meinte er ja ein gesamtes Oktoberfest, der Vergleich ist trotzdem erhellend). Gern h&#228;tte ich vom DFL-Fanbeauftragten Tomas &quot;Steve Jobs&quot; Schneider gefragt, der von den Fans Selbstreflexion einforderte und Polizeigewalt mit &quot;Gruppendynamiken&quot; erkl&#228;ren wollte geh&#246;rt, warum sein Chef nicht da war. Oder irgendein Enstcheidungstr&#228;ger. Die Aussage, &quot;man wolle sich in einen von Fans organisierten Kongress nicht einmischen&quot; macht ja nur in Comedy-Zusammenh&#228;ngen Sinn. Aber ganz offensichtlich wurden die Verbandsvertreter nur mit der Ma&#223;gabe nach Berlin geschickt, m&#246;glichst nichts zu sagen, aber durch die reine Pr&#228;senz Gespr&#228;chsbereitschaft darzustellen. Das kann man den Personen nicht vorwerfen, die sich ja immerhin gestellt haben, ist aber – gerade vor dem Hintergrund der letzten beiden Monate sehr schade. Aber immerhin waren sie, im Gegensatz zum Polizeivertreter, &#252;berhaupt gekommen.</p>
<p>Zu den diskutierten Inhalten selbst kann man sich <a href="http://www.unrund.com/?p=2557" title="Fankongress Berlin 2012" target="_blank">anderswo detailliert informieren</a>, &#252;ber die &quot;Ergebnisse&quot; kann man sich Gedanken machen. Ich pers&#246;nlich halte solche Veranstaltungen f&#252;r immens wichtig. Insbesondere die von der <a href="http://www.publikative.org/2011/10/26/sogenannter-journalismus-wie-erzahle-ich-fusballrandale/" title="Journalismus und Fu&#223;ballrandale" target="_blank">Journalistin Nicole Selmer</a> eingeforderte Zusammenarbeit mit der Presse. Ich bin der erste, der nachvollziehen kann, warum Fu&#223;ballfans so ihre Probleme mit der deutschen Medienlandschaft haben, die oft genug Krawall herbeischreibt, wo nur ein B&#246;ller geworfen wurde. Die Gewalttaten – von denen jede einzelne abzulehnen und strafrechtlich zu verfolgen ist – aus jedem statistischen Zusammenhang rei&#223;t. Die Aussagen verdreht und Panik und Sensationen erfindet. Trotzdem braucht es beim Kampf um Fanrechte und gegen Repression die Information der breiten &#214;ffentlichkeit, die wom&#246;glich nicht ins Stadion geht oder sich auch gar nicht f&#252;r Fu&#223;ball interessiert. Der Kongress wurde organisiert durch die Stellvertreter vieler zehntausender Menschen, f&#252;r die der Besuch eines Stadions Teil ihres Lebens ist. Die sich &#252;ber eigene Unzul&#228;nglichkeiten austauschten, ungerechte Behandlung reklamierten und darlegten, wie sie sich einen Fu&#223;ballbetrieb vorstellen, der tausenden Jugendlichen die M&#246;glichkeit gibt, ihrem Hobby relativ selbstverantwortlich nachzugehen. Bei allen Problemen auch der Kurven selbst.</p>
<p>Undifferenzierter Einsatz von Pfefferspray bei Polizeieins&#228;tzen im Stadion, die M&#246;glichkeiten eines geregelten und sicheren Einsatzes von Pyrotechnik, fanfreundliche Ansto&#223;zeiten und die Erfahrungen in anderen europ&#228;ischen Ligen waren nur einige der angesprochenen Themen. Und dar&#252;ber wurde in angeregter, friedlicher und interessanter Weise diskutiert. Ich hoffe, auch in der Zukunft noch ganz oft. Und vielleicht l&#228;sst sich ja so eine Differenzierung erreichen und das Bild in die &#214;ffentlichkeit transportieren, dass die &#252;berwiegende Mehrheit deutscher Kurvenbesucher keine dumpfen Gewaltt&#228;ter sind, denen es nur um Krawall geht. Eine Demokratie sollte eine <a href="http://www.altravita.com/fruher-war-alles-besser.php" title="Jugendbewegung">Jugendbewegung</a> aushalten k&#246;nnen, f&#252;r die nicht tolerablen Aspekte gibt es ein funktionierendes Rechtssystem. Vorverurteilungen und grobe Verk&#252;rzungen zehntausender Einzelmeinungen auf Bild-kompatible Formeln sorgen nicht daf&#252;r, dass Probleme verschwinden. Die <a href="http://fankongress-2012.blogspot.com/p/pressespiegel.html" title="Pressespiegel Fankongress 2012 Berlin" target="_blank">zahlreiche Berichterstattung</a> und auch das <a href="http://fankongress-2012.blogspot.com/2012/01/zdf-sportstudio.html" title="ZDF Sportstudio 14.01.2012" target="_blank">ZDF Sportstudio vom Samstagabend</a> lassen mich hoffen, dass es auch <a href="http://www.publikative.org/2012/01/11/dahin-wo-es-weh-tut/" title="Journalismus Fu&#223;ball" target="_blank">Journalisten gibt, die ihren Job noch ernst nehmen</a> und die Dinge darstellen, wie sie sind und nicht problematische Aspekte wie Gewalttaten auf ganze Jugendbewegungen projizieren. &#220;ber alles andere kann man reden. Das St&#246;ckchen liegt jetzt bei den Verb&#228;nden, der Presse und den  Sicherheitsorganen.</p>
<p><a href="http://www.erhalt-der-fankultur.de/fankongress2012/Abschlussdok/Abdokfank.pdf" target="_blank">Das Abschlussdokument gibt&#8217;s hier als pdf.</a></p>
<p><strong>Ein Paar Beispiele aus der Berichterstattung zum Fankongress</strong></p>
<ul>
<li>Tagesspiegel: &quot;<a href="http://www.tagesspiegel.de/sport/fankongress-2012-aktive-ultras-das-boese-unter-der-sonne/6076562.html" title="Tagesspiegel &quot;Aktive Ultras: Das B&#246;se unter der Sonne&quot;" target="_blank">Aktive Ultras: Das B&#246;se unter der Sonne</a>&quot;</li>
<li>Zeit: &quot;<a href="http://www.zeit.de/sport/2012-01/fankongress" title="Zeit: &quot;Wo die Fu&#223;ballfans diskutieren&quot;" target="_blank">Wo die Fu&#223;ballfans diskutieren</a>&quot;</li>
<li>Spiegel Online: &quot;<a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,809177,00.html" title="Spiegel Online: &quot;Wie Gina Wild beim Papst&quot;" target="_blank">Wie Gina Wild beim Papst</a>&quot;</li>
<li>Publikative: &quot;<a href="http://www.publikative.org/2012/01/17/diskret-in-den-farben-ernst-in-der-sache/" title="Diskret in den Farben, ernst in der Sache" target="_blank">Diskret in den Farben, ernst in der Sache</a>&quot;</li>
<li>Textilvergehen: &quot;<a href="http://www.textilvergehen.de/2012/01/15/fankongress-2012-funktionare-auf-auswartsfahrt/" title="Textilvergehen: &quot;Fankongress 2012: Funktion&#228;re auf Ausw&#228;rtsfahrt&quot;" target="_blank">Fankongress 2012: Funktion&#228;re auf Ausw&#228;rtsfahrt</a>&quot;</li>
<li>11 Freunde: &quot;<a href="http://www.11freunde.de/bundesligen/148064/hoert_die_signale" title="11 Freunde: &quot;H&#246;rt die Signale!&quot;" target="_blank">H&#246;rt die Signale!</a>&quot;</li>
<li>11 Freunde: &quot;<a href="http://www.11freunde.de/bundesligen/148117" title="11 Freunde &quot;Kirchentag mit wei&#223;em Elefanten&quot;" target="_blank">Kirchentag mit wei&#223;em Elefanten</a>&quot;</li>
</ul>
<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Giorgio Specchia: Il Teppista/Der Rowdy</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 13:45:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>altravita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>Inmitten des gerade aktuellen Wettskandals um manipulierte Fu&#223;ballspiele erscheint im November 2011 Giorgio Specchias &#8220;Il Teppista/Der Rowdy&#8221;, Lebensgeschichte des Mitbegr&#252;nders der &#8220;Viking&#8221;, bis heute bestehende Ultragruppierung der Nordkurve des San Siro-Stadions. Der des FC Internazionale. Geschrieben hat seine Biografie aber nicht der Protagonist, Nino Ciccarelli, selbst, sondern Giorgio Specchia, Autor und Journalist der Gazzetta dello [...]</p></p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p><div id="attachment_1743" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2012/01/CopertinaIlTeppista.jpeg"><img src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2012/01/CopertinaIlTeppista-150x150.jpg" alt="Giorgio Specchia &quot;Il Teppista/Der Rowdy. 30 verdammte Jahre in Mailand.&quot;" title="Giorgio Specchia &quot;Il Teppista/Der Rowdy. 30 verdammte Jahre in Mailand.&quot;" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-1743" /></a><p class="wp-caption-text">Giorgio Specchia &quot;Il Teppista/Der Rowdy. 30 verdammte Jahre in Mailand.&quot;</p></div>Inmitten des gerade aktuellen Wettskandals um manipulierte Fu&#223;ballspiele erscheint im November 2011 Giorgio Specchias &#8220;Il Teppista/Der Rowdy&#8221;, Lebensgeschichte des Mitbegr&#252;nders der &#8220;Viking&#8221;, bis heute bestehende Ultragruppierung der Nordkurve des San Siro-Stadions. Der des FC Internazionale. Geschrieben hat seine Biografie aber nicht der Protagonist, Nino Ciccarelli, selbst, sondern Giorgio Specchia, Autor und Journalist der Gazzetta dello Sport. Auch er, und das macht das Buch durchaus zu etwas Besonderem, Gr&#252;nder der &#8220;Viking&#8221; &#8211; gemeinsam mit den vielen anderen im Roman erw&#228;hnten Personen. Gl&#252;cklicherweise erscheint das Buch in einem Kleinstverlag und der Protagonist ist sowieso &#8220;ein Krimineller&#8221;, ansonsten b&#246;te das Werk gen&#252;gend veritablen Sprengstoff, um einer Menge Italienern ganz geh&#246;rig die Augen zu &#246;ffnen. Und das korrumpierte Fu&#223;ballgesch&#228;ft sind hierbei nur der kleinste Faktor.</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich habe mich niemals an irgendjemanden verkauft, vor allem an keinen Journalisten. Aber ein Buch, sogar einen Roman, &#252;ber mein Leben war notwendig. Warum? Vor allem, weil ich zum Thema Ultras immer und ausschlie&#223;lich Bl&#246;dsinn gelesen habe, geschrieben von Leuten, die Ultras nicht kennen. So als ob man mich ein Konzert in der Scala kommentieren oder einen Leitartikel zur Staatsverschuldung schreiben lie&#223;e. &#220;ber die Kurven aber ergie&#223;en sich immer die, die &#252;berhaupt nichts von uns wissen k&#246;nnen: Soziologen, Journalisten, sogar Autoren, die den Fu&#223;ball erst nach einer Episode aus der Kriminalit&#228;tsecke entdecken. Alles Leute, die auf v&#246;llig anderen Planeten leben und meinen, sie m&#252;ssten mir Moral beibringen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Es handelt sich also um ein <a href="http://www.altravita.com/domenico-mungo-streunende-koter-cani-sciolti-erscheint-im-november.php">Ultrabuch</a>, erz&#228;hlt die Lebensgeschichte einer der landesweit bekannten Pers&#246;nlichkeiten der italienischen Kurven. Dabei geht es aber nicht nur um legend&#228;re Ausw&#228;rtsfahrten, Drogen, K&#228;mpfe und die Leidenschaft der Curva. Vor allem aber gibt der &#8220;Teppista&#8221; einen Einblick in das Leben eines Jungen, der in der zweiten H&#228;lfte der 60er Jahre in einem weniger vornehmen Stadtteil Mailands geboren wird. Dort, wo du nur &#252;berlebst, wenn du st&#228;rker und schneller bist als die anderen. Und Ceccarelli, weil h&#228;rter und pfiffiger als andere, haucht sein Leben nicht nach einem goldenen Schuss auf einer Parkbank aus, sondern geht auf eine rasante Achterbahnfahrt zwischen Reichtum, Gewalt, Kriminalit&#228;t, Betrug und jeder Menge Prominenz durch ganz Europa. Und er nimmt sich die Zeit, von den 70% des Eisbergs zu berichten, von denen auch in Deutschland nur Berlusconis Bunga-Bunga-Spitze angekommen war. Wie weit sich das Geflecht aus Prominenz aus Politik und Sport, Drogen und Prositition zur Normalmatrix des italienischen Geldadels ausgebreitet hat, davon gibt uns &#8220;Il Teppista&#8221; einen verst&#246;renden Eindruck.</p>
<blockquote><p>&#8220;Er ist der Autor und ich der Protagonist, die Rollen sind klar verteilt. Es ist richtig, dass die Leute verstehen, was wir Ultras wirklich sind, aber sicherlich ist dieses kein weiteres der tausend <a href="http://www.altravita.com/tifare-contro-eine-geschichte-der-italienischen-ultras-jetzt-kaufen.php">B&#252;cher &#252;ber Ultras</a>. Im Gegenteil, der Fu&#223;ball und was sich um ihn dreht, stellen nur einen kleinen Teil der Geschichte dar, die drei Jahrzehnte Mailands, Italiens, Lebensl&#228;ufe ohne allzuviele Perspektiven erz&#228;hlt. Die 80er der Jugendbanden und des Mail&#228;nder Nachtlebens sind das interessanteste Jahrzehnt, aber auch die 90er und die Nuller Jahre sind voller Begebenheiten, die noch nie von jemandem erz&#228;hlt wurden, der selbst dabeigewesen war.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das Titelbild wird von einem mit 12 Efeubl&#228;ttern t&#228;towierten Oberarm dominiert – eines f&#252;r jedes im Gef&#228;ngnis verbrachte Jahr. Der Untertitel lautet: &#8220;Drei&#223;ig verdammte Jahre in Mailand.&#8221; Eine Einstimmung auf die gleicherma&#223;en faszinierende wie beklemmende Geschichte aus einem Italien, das Lichtjahre entfernt ist vom Dom, der Galleria und dem h&#252;bschen Flohmarkt am Naviglio. Von toskanischen Zypressen und singenden Gondolieri. Ciccarelli lebt in den Ged&#228;rmen Italiens, in einer Welt, die totgeschwiegen wird und die selbst der gro&#223;en Mehrheit der Italiener unbekannt ist. Und so entf&#252;hren die kurzen, pr&#228;zise beschriebenen und trocken-unmoralisch erz&#228;hlten Geschichten in eine Welt, die man wohl eher in mittelamerikanischen Pseudodemokratien erwarten w&#252;rde. Die sich aber trotzdem mitten in Europa abspielt.</p>
<blockquote><p>&#8220;In diesem Buch gibt es ein Mailand und ein Italien, dass weit entfernt von den Gemeinpl&#228;tzen ist, auch von denen zur Kriminalit&#228;t. Und genau deshalb sind sie weithin unbekannt, weil die Leute nicht begreifen, wie eng verschiedene Wirklichkeiten, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, in Wirklichkeit miteinander verbunden sind. Die Welt der Finanzen, die Politik, das Showgesch&#228;ft, der Fu&#223;ball, die mehr oder weniger organisierte Kriminalit&#228;t, die Kultur etc.: eine Parallelwelt, die euch alle verarscht, eine Welt, die wegen einer Reihe von Zuf&#228;llen einem Jungen der Stra&#223;e wie mir erlaubt hat, auf der ganzen Welt ber&#252;hmte Pers&#246;nlichkeiten zu Duzen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Und so wird der Leser mitgenommen auf eine Reise in die Schnittstellen von Mailands Unter- und Oberwelt von den 80ern bis in die Gegenwart. Schulhofstreitigeiten, Jugendgangs, Bolzen im Park und die Gr&#252;ndung der Viking. Ausw&#228;rtsfahrten, Klingen und Banner. Es wird erz&#228;hlt, wie Kokain und Heroin die Stadt und die Kurven &#252;bernehmen &#8211; und dezimieren -, genauso wie Bandenk&#228;mpfe die &#252;blichen Stadtparks. Und mit einer atemberaubenden Nonchalance wird der Rahmen erweitert: Zu den &#252;blichen Kokainkunden kommen Fu&#223;baller und ihre Luxussternchen, Tennisspieler und brasilianische Transvestiten, Dealer, Zocker und Politprominenz. In der Nacht vor dem Derby werden von millionenschweren Starspielern in luxuri&#246;sen Villen kokainschwangere Orgien gefeiert. Die letzten paar Spieltage der Serie A reisen die Kicker mit dem Laptop durch die Gegend, um ihr k&#228;rgliches Gehalt noch durch ein paar Sportwetten auf manipulierte Spiele aufzubessern. Ciccarelli nimmt den Leser mit in die Halbwelt der Mail&#228;nder In-Diskotheken, wo sich in den Hinterzimmern fu&#223;ballerische Prominenz mit tonnenweise teurem Schnee und billigen Prostituierten trifft. Die T&#252;ren bewacht von Mail&#228;nder Ultras.</p>
<blockquote><p>&#8220;Ihr m&#252;sst aber auch wissen, dass nicht alle meiner Generation so wie ich sind. Ich bin einfach immer ein bisschen weiter gegangen. Und daf&#252;r habe ich mit den 12 Efeubl&#228;ttern auf meinem linken Arm bezahlt. Eines f&#252;r jedes Jahr in Haft.&#8221;</p></blockquote>
<p>Auf dem Weg werden illegale Wetten geschlossen, Konten beglichen, Geld gemacht und wieder verloren, Klingen gez&#252;ckt und jede Menge Kugeln verschossen und teure Autos zersiebt. Die Namen der Fu&#223;ballstars werden aus Respekt (sicher auch vor deren Anw&#228;lten) nicht genannt, aber die erschlie&#223;en sich f&#252;r die meisten, die sich ein bisschen auskennen auch von selbst. Der Leser erf&#228;hrt, wieso die meisten Ultras die italienische Sportpresse boykottieren. Und er erf&#228;hrt auch, welche Einflussname sie auf politische Entscheidungsprozesse nehmen k&#246;nnen. Denn die einzigen Namen werden genannt, als die beiden Mail&#228;nder Kurven &#8211; aus Protest gegen den &#8220;Verrat&#8221; der Lega Nord und die Terrorgesetzgebung samt &#8220;Tessera del Tifoso&#8221; durch Berlusconis Innenminister Maroni &#8211; den Sturz der Mitte-Rechts-Regierung bei den Mail&#228;nder Kommunalwahlen 2011 mitbetreiben und gemeinsam den neuen B&#252;rgermeister Giuliano Pisapia feiern. Ein Umstand, der es meines Wissens bislang in keinerlei offizielle Schrift geschafft hat. Genausowenig wie das eloquente Spruchband der Mail&#228;nder Nordkurve zum Wahlausgang, das in keinem offiziellen Medium erw&#228;hnt oder abgebildet wurde. Vermutlich, weil es sich nicht vertr&#228;gt mit der offizi&#246;sen Sichtweise, Ultras seien hirnlose Stra&#223;enschl&#228;ger.</p>
<p>Aber auch die gr&#246;&#223;tenteils traurigen Geschichten der Jungs aus der Kurve kommen nicht zu kurz: Atemberaubend, wie das erste Banner gemalt und stolz pr&#228;sentiert wird. Wie Nino von einem bedr&#246;hnten Trucker der Bauch aufgeschlitzt wird und einer seiner besten Freunde von dreckigem Stoff niedergestreckt wird und die Mail&#228;nder Normalb&#252;rger derweil die Fensterl&#228;den vor dem sterbenden Jungen verschlie&#223;en. Geschichten von Freundschaften aus der Kurve, von Zusammenhalt, gemeinsamer Trauer und Leidenschaft. Denn &#252;ber die drei Jahrzehnte zeichnen sich auch die &#196;nderungen und der schlie&#223;liche Untergang der Ultrabewegung ab, der von einer moralbefeuerten Repression betrieben wird, die sich angesichts der Episoden aus dem Leben der Reichen und M&#228;chtigen des Landes noch viel absurder liest, als sonst schon.</p>
<blockquote><p>&#8220;Normalerweise wechseln die jeweiligen Journalisten oder Soziologen ihre Moralpredigten mit einer Art Leidenschaft f&#252;r die gewaltt&#228;tigsten und tristesten Details ab, ohne wenigstens zu verstehen zu versuchen, dass hinter jeder Person ein Leben steht. Wom&#246;glich ohne Hoffnung, aber trotzdem immer noch ein Leben.&#8221;</p></blockquote>
<p>Kurz, Specchia und Ciccarelli betrachten den einmaligen italienischen Filz aus Fu&#223;ballstars und Fernsehsternchen, aus Basketballern und Hofjournalisten, aus K&#252;nstlern und der mehr oder weniger organisierten Kriminalit&#228;t, aus Politikern und Transvestiten durch eine Art halbblinden Spiegel und beleuchten gewisserma&#223;en von unten eine Realit&#228;t, die sich sonst normalerweise unter einem dicken Teppich aus Showbusiness abspielt. Dass sich die eklige korrupte Gemengelage nicht nur im Fu&#223;ball, sondern auch im Basketball, Pferderennsport und beim Tennis findet, ist im Verlauf des Buchs schon nicht mehr weiter &#252;berraschend. Ebenso die Schnittmengen aus Kurvenfans, der T&#252;rsteherszene und dem Drogenhandel. Alles Dinge, die im Ged&#228;rm jeder beliebigen italienischen Gro&#223;stadt das schillernde Ganze am Laufen halten und die die Ebene darstellen, auf der sich ein einfacher Junge aus Quarto Oggiaro und argentinische oder brasilianische Fu&#223;ballprominenz treffen – und Duzen – k&#246;nnen. Denn sicherlich ist Nino ein Verbrecher, einer der Straftaten ansammelt wie andere Leute Briefmarken. Einer, dem man tunlichst nicht nachahmen sollte. Im Vergleich zum bodenlosen Dreck der Reichen, Sch&#246;nen und M&#228;chtigen, den Leute wie er immer wieder auff&#252;llen m&#252;ssen, ist er aber nicht weiter der Rede wert. Au&#223;er nat&#252;rlich f&#252;r Journalisten und Polizisten, die so tun, als w&#228;ren Nino und seine Jungs das Grund&#252;bel der Gesellschaft, obwohl eigentlich&#8230;</p>
<blockquote><p>&#8220;Wer in der zweiten H&#228;lfte der 60er oder der ersten der 70er geboren ist, kann sich vielleicht mit der einen oder anderen dargestellten Person identifizieren, mancher wird sagen, dass dies ein Generationenbuch ist. Aber von einer Generation, die keine Lektionen &#252;ber das Leben gibt. Und nicht einmal welche h&#246;ren will.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das alles sehr wohltuend unpathetisch. Es wird ein Leben eines der tristen Vorstadtquartiere geschildert, ohne irgendeine Moral daraus abzuleiten. &#8220;Dinge passieren, weil sie passieren&#8221; ist einer der Leits&#228;tze dieses Romans. Um dann im traurigen Schlusskapitel zur Aufl&#246;sung der italienischen Ultrabewegungen doch noch so eine Art moralischer Leitplanke zu bekr&#228;ftigen: Die Ehre, niemals jemanden verraten zu haben. Der Stolz, f&#252;r alle seine Taten bezahlt zu haben. Und die Erkenntnis, dass was am Ende bleibt, die Jungs von damals sind: Die mit denen man zur Schule ging, mit denen man die ersten Joints gedreht und die ersten Banner gemalt hat. Die einzigen, die man auch nach Monaten noch nachts um 3 anrufen kann, weil man in Genua gerade jemanden braucht, auf den man sich verlassen kann. In einer Welt, in der man sich auf nichts sonst verlassen kann.</p>
<blockquote><p>&#8220;Um Missverst&#228;ndnissen vorzubeugen schlie&#223;e ich mit der Bemerkung, dass man mir sicherlich nicht nacheifern soll, auch weil die Rechnung f&#252;r viele meiner Heldentaten fast immer meine Frau und meine Kinder bezahlen mussten. Ich bin in Quarto Oggiaro losgezogen, um werwei&#223;wo anzukommen und habe dabei mehrfach riskiert, auf der Strecke mein Leben zu lassen. Ich bin kein Opfer des Systems, ich bin kein Held, ich suche nach keiner ideologischen Billigung. Aber ich kann ohne Scham in den Spiegel schauen. Das ist nicht wenig.&#8221;</p></blockquote>
<p>PS: Falls ihr sowas auf Deutsch lesen wollt, schreibt&#8217;s bitte in die Kommentare!</p>
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		<title>Ultras verdienen eine eigene Geschichte</title>
		<link>http://www.altravita.com/ultras-verdienen-eine-eigene-geschichte.php</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 10:52:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>altravita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fussball]]></category>
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		<category><![CDATA[Cani Sciolti]]></category>
		<category><![CDATA[Domenico Mungo]]></category>
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		<description><![CDATA[<p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>Endzeitroman. Der Fiorentina-Ultra Domenico Mungo erz&#228;hlt in &#34;Streunende K&#246;ter&#34;; von Idealen, Solidarit&#228;t und K&#228;mpfen, von seiner Bewegung und seiner Jugend. Sein &#220;bersetzer Kai Tippmann spricht im Interview &#252;ber das Ende der italienischen Ultras, historischen Unfug in deutschen Medien und Parallelen des Buches zu den &#34;Simpsons&#34;. Interview: Jakob Rosenberg &#160; Massenverhaftungen, Verfolgung und Exil. Domenico Mungo [...]</p></p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><div id="attachment_1568" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/10/umschlag_cani_FINAL.jpg"><img src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/10/umschlag_cani_FINAL-150x150.jpg" alt="Domenico Mungo: &quot;Streunende K&#246;ter&quot;" title="Domenico Mungo: &quot;Streunende K&#246;ter&quot;" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-1568" /></a><p class="wp-caption-text">Domenico Mungo: &quot;Streunende K&#246;ter&quot;</p></div>
<h5>Endzeitroman. Der Fiorentina-Ultra <a href="http://www.blickfang-ultra.de/mb_main.php?&#038;men=68&#038;hg=9" target="_blank">Domenico Mungo erz&#228;hlt in &quot;Streunende K&#246;ter&quot;</a>; von Idealen, Solidarit&#228;t und K&#228;mpfen, von seiner Bewegung und seiner Jugend. Sein &#220;bersetzer Kai Tippmann spricht im Interview &#252;ber das Ende der italienischen Ultras, historischen Unfug in deutschen Medien und Parallelen des Buches zu den &quot;Simpsons&quot;. </h5>
<h6>Interview: Jakob Rosenberg </h6>
<p>&nbsp;</p>
<p>Massenverhaftungen, Verfolgung und Exil. Domenico Mungo w&#228;hlt ein d&#252;steres Szenario als Rahmenhandlung seines Romans &quot;Cani Sciolti&quot; (&quot;Streunende K&#246;ter&quot;). Der namenlose Protagonist ist wie Mungo ein Ultra-Schriftsteller. Nach dem Tod des Polizisten Filippo Raciti beim sizilianischen Derby zwischen Catania und Palermo am 2. Februar 2007 beginnt eine Hexenjagd auf die italienischen Kurven. Die Ultra-Autoren fl&#252;chten ins fiktionale Exil in die Schweiz und sammeln unterwegs Material zur Dokumentation einer Bewegung, die vor ihrer Zerschlagung steht. Die E-Mails, Telefonate und Zeitungsberichte, die Mungos Protagonisten zur Dokumentation dienen, geben dem Buch seine sprachliche Vielfalt. Die unterschiedlichen Stile und Erz&#228;hler dr&#252;cken die vielen, teils widerspr&#252;chlichen Geschichten der italienischen Ultra-Bewegung aus. Sie erz&#228;hlen aus Z&#252;gen und von Autobahnrastst&#228;tten, zitieren aus Flugbl&#228;ttern und Polizeirapporten, berichten vom gemeinsamen Zeitvertreib, von Drogen und gewaltt&#228;tigen Auseinandersetzungen mit gegnerischen Fans und der Polizei. Eine ganz normale Jugend im Italien der 1980er und 1990er Jahre. Der Blogger Kai Tippmann hat &quot;Cani Sciolti&quot; f&#252;r den deutschsprachigen Markt &#252;bersetzt.</p>
<p><b>ballesterer:</b> <em>Die mediale Diskussion &#252;ber Ultras wird in Deutschland aktuell vom Thema Gewalt beherrscht. Inwieweit wollen Sie mit der &#220;bersetzung von &quot;Streunende K&#246;ter&quot; Einfluss auf die Szene nehmen? </em><br />
<strong>Kai Tippmann:</strong> Ich glaube, dass Jugendbewegungen eigene Dynamiken haben, die nicht durch ein Buch in die eine oder andere Richtung bewegt werden k&#246;nnen. &quot;Streunende K&#246;ter&quot; handelt von den italienischen Ultras der 1980er und 1990er Jahre. Gewalt war ein wichtiger Bestandteil der Ultra-Definition, sowohl zwischen den Gruppen als auch gegen die Polizei als Repr&#228;sentantin des feindlichen Systems. Diese Gewalt wird im Buch nicht von vornherein moralisch verurteilt. Schon aufgrund der unterschiedlichen historischen Situation w&#252;rde ich anhand des Buches aber keine Gewaltdiskussion zur Situation im deutschen Sprachraum f&#252;hren wollen. </p>
<p>
<em>Auf die Gewalt folgte in Italien die Repression. Lassen sich da Parallelen herstellen? </em><br />
Die H&#246;hepunkte der Gewaltepisoden haben eine immer engere Repressionsspirale in Gang gesetzt. Man kann also dar&#252;ber nachdenken, was in Italien passiert ist und wie sich ein entsprechendes Ende der Ultra-Bewegung im deutschsprachigen Raum vermeiden lie&#223;e. Dabei muss man aber auch bedenken, dass die Gewalt in Italien nicht losgel&#246;st von politischen und sozialen Entwicklungen stattgefunden hat: Italienische Verh&#228;ltnisse meinen eine radikalisierte, am Rand des B&#252;rgerkriegs stehende Gesellschaft. In diesem Kontext war die Gewalt ganz anders dimensioniert als im deutschsprachigen Raum. Mit anderen Worten: Bei der Repression gegen Ultras ist es in Italien nicht um Pyrotechnik im Block gegangen. Das h&#228;tte niemanden interessiert. Die deutschsprachigen Medien meinen aber genau das mit italienischen Verh&#228;ltnissen. Das ist historischer Unfug. </p>
<p>
<em>Haben Sie den Roman mit historischen Erkl&#228;rungen erg&#228;nzt? </em><br />
Es gibt keinen Appendix, und ich habe weitgehend auf Fu&#223;noten verzichtet, weil es sich nicht um ein popul&#228;rwissenschaftliches Werk auf einer Metaebene handelt. Es ist ein Roman, der seine Wucht aus der Unmittelbarkeit beziehen soll. </p>
<p>
<em>Besteht nicht das Risiko, dass das Buch ohne diese zus&#228;tzlichen Informationen nur schwer verst&#228;ndlich ist? </em><br />
Man kann es auf unterschiedlichen Ebenen lesen und deuten. Das ist ja kein Nachteil. Ich schaue mit meinem zw&#246;lfj&#228;hrigen Sohn gerne die &quot;Simpsons&quot;. Wir lieben das beide, obwohl wir sicher andere Sachen sehen. Ich denke, dass das Buch &#228;hnlich funktioniert. Es beschreibt Szenen aus dem Alltag, in denen sich jeder, der schon einmal auf Ausw&#228;rtsfahrt war, wiedererkennen kann. Es geht nicht nur um Gewalt und eine gesellschaftspolitische Auseinandersetzung, vieles stammt aus der Mitte der Kurve. Das Buch soll einen Italienexperten genauso ansprechen wie einen 15-j&#228;hrigen Ultra aus Paderborn. </p>
<p>
  <em>Wie wollen Sie beziehungsweise der Autor Mungo das erreichen? <br />
</em>Wir wollen vermitteln, worin die Begeisterung des Ultra-Daseins besteht. Warum Jugendliche ihre Zeit und ihr Geld daf&#252;r verwenden, ausw&#228;rts zu fahren, n&#228;chtelag Choreografien vorbereiten und ihr Team in der Kurve unterst&#252;tzen. &quot;Streunende K&#246;ter&quot; macht aber auch deutlich, dass die Ultras eine eigene Geschichte verdienen. Dass das nicht nur in B&#252;chern, journalistischen Artikeln, wissenschaftlichen Abhandlungen &#252;ber Ultras passiert, sondern dass sie ihre Sichtweise selbst einbringen k&#246;nnen. </p>
<p>
<em>Der Titel &quot;Cani Sciolti&quot; bezeichnet im Italienischen Ultras, die sich unabh&#228;ngig von einer Gruppe und verdeckt unter gegnerische Fans mischen, um dort Auseinandersetzungen zu f&#252;hren. Bei der w&#246;rtlichen &#220;bersetzung &quot;Streunende K&#246;ter&quot; geht diese Bedeutung verloren. Soll das Buch den Begriff ins Deutsche einf&#252;hren? </em><br />
Ich habe mich schlussendlich f&#252;r den Titel entschieden, weil er Mungos Biografie pers&#246;nlich sehr gut trifft. Als ein in Turin geborener und lebender Fiorentina-Ultra ist er ja ein Sonderfall. Er war sein ganzes Leben lang nur auf Ausw&#228;rtsfahrt. Er ist Woche f&#252;r Woche allein zum Spiel gefahren, um dort am Gruppenleben teilzunehmen. Der Begriff spielt mehr auf eine biografische Besonderheit und weniger auf die &quot;Cani Sciolti&quot; an. </p>
<p>
<em>Ist das Buch ein Nachruf auf die italienische Ultrabewegung? </em><br />
Ja, das w&#252;rde ich so sehen. In einigen Kapiteln ist eine Abrechnung zu erkennen. Das betrifft Fehlentwicklungen innerhalb der Kurve genauso wie die &#252;berbordende staatliche Repression, die gemeinsam dazu gef&#252;hrt haben, dass wenig von dem &#252;brig geblieben ist, was Mungo als Ultra bezeichnen w&#252;rde. Es ist sowohl ein Nachruf auf die eigene Jugend, weil sich die Ausdrucksformen ge&#228;ndert haben, als auch auf die Ultra-Bewegung, weil es diesen Generationenkonflikt &#252;ber vier Jahrzehnte in Italien so nicht gegeben hat. Dass sich die &#228;ltere Generation abwendet und sich gro&#223;e Gruppen aufl&#246;sen, ist ein Ph&#228;nomen der 2000er Jahre. </p>
<p>
<em>Sind die Ultras in Italien heute nur noch &quot;Cani Sciolti&quot;? </em><br />
So weit w&#252;rde ich nicht gehen. Es geht aber in Richtung &quot;erweiterter Freundeskreis&quot;, der mit verdeckten Farben unterwegs ist, um der Repression zu entgehen. Die Zeiten der gro&#223;en Gruppen mit 5.000 bis 10.000 Mitgliedern sind seit rund 15 Jahren vorbei. Es gibt zwar immer noch viele organisierte Gruppen, sie sind aber kleiner und weniger homogen. </p>
<p>
<em>Die Kurven im deutschsprachigen Raum sind heute zumeist deutlich bunter und kreativer. Gleichzeitig gibt es aber immer noch einen starken Fokus auf Italien. Inwiefern ist das ein verkl&#228;rter Blick? </em><br />
Der ist sicher eher nostalgisch gef&#228;rbt, viele Italienfahrer sind vom Zustand der Kurven entt&#228;uscht. Die meisten Gruppen haben ihren Blick in Richtung Griechenland und T&#252;rkei gewandt oder ihre eigene Kreativit&#228;t entwickelt. Vielleicht kann das Buch den Blick auf die Vergangenheit ein wenig zurechtr&#252;cken und Einblicke geben, die in Deutschland gar nicht bekannt sind. Diejenigen, die sich bisher nur an den choreografischen Aspekten orientieren konnten, sollen einen Eindruck bekommen, was in Italien sonst noch passiert ist. </p>
<p><strong>Zur Person:</strong> Der Milan-Fan Kai Tippmann (40) betreibt von seinem Wohnsitz am norditalienischen Lago Maggiore aus den Blog altravita.com. Die &quot;Betrachtungen eines Deutschen in Italien&quot; konzentrieren sich auf Fu&#223;ball und die italienische Ultra-Bewegung. Im November 2010 erschien mit <a href="http://www.altravita.com/tifare-contro-eine-geschichte-der-italienischen-ultras-jetzt-kaufen.php" target="_blank">Giovanni Francesios &quot;Tifare Contro. Eine Geschichte der italienischen Ultras&quot;</a> die erste &#220;bersetzung aus Tippmanns Ultra-Reihe bei Burkhardt &amp; Partner.</p>
<p><a href="http://ballesterer.at/"><img src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/12/logo_150.gif" alt="Ballesterer Logo" title="Ballesterer Logo" width="150" height="43" class="size-full wp-image-1738" /></a>Ver&#246;ffentlichung <a href="http://ballesterer.at/"> mit freundlicher Genehmigung des Fu&#223;ballmagazins ballesterer</a>.</p>
<p><a href='http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/12/ballesterer57_cani-sciolti.pdf' target='_blank'>Ballesterer Interview &#8211; Domenico Mungo: Streunende K&#246;terInterview als pdf herunterladen.</a></p>
<div id="attachment_1737" class="wp-caption alignleft" style="width: 227px"><a href="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/12/Senso_boog_dal_cuore_della_curva_600.gif"><img src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/12/Senso_boog_dal_cuore_della_curva_600-217x300.gif" alt="Dal Cuore della Curva di Luigi Bonizio" title="Dal Cuore della Curva di Luigi Bonizio" width="217" height="300" class="size-medium wp-image-1737" /></a><p class="wp-caption-text">Dal Cuore della Curva di Luigi Bonizio</p></div>
<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Playstation hat uns versaut!</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 10:02:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>altravita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>Heute fr&#252;h habe ich einen kleinen Text gefunden, den ich euch nicht vorenthalten will. Einer von diesen Sachen, die man liest und dabei denkt &#34;Schade, dass ich den nicht selbst geschrieben habe&#34;, weil er die eigenen Gedanken so sch&#246;n auf den Punkt bringt. Au&#223;erdem habe ich ja mit &#34;Wei&#223;t du noch, damals?&#34; und &#34;Wenn Du [...]</p></p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p><div id="attachment_1731" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/11/pes-2010-screen.jpg"><img src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/11/pes-2010-screen-150x150.jpg" alt="Fast so wie Fu&#223;ball" title="Fast so wie Fu&#223;ball" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-1731" /></a><p class="wp-caption-text">Fast so wie Fu&#223;ball</p></div>
<p>Heute fr&#252;h habe ich einen kleinen Text gefunden, den ich euch nicht vorenthalten will. Einer von diesen Sachen, die man liest und dabei denkt &quot;Schade, dass ich den nicht selbst geschrieben habe&quot;, weil er die eigenen Gedanken so sch&#246;n auf den Punkt bringt. Au&#223;erdem habe ich ja mit &quot;<a href="http://www.altravita.com/weist-du-noch-damals.php" title="Wei&#223;t du noch, damals?">Wei&#223;t du noch, damals?</a>&quot; und &quot;<a href="http://www.altravita.com/wenn-du-ein-kind-der-70er-bist.php" title="Wenn du ein Kind der 70er bist">Wenn Du ein Kind der 70er bist</a>&quot; das Thema schonmal beackert. Nun also G.C. von der formidablen Seite der Fiorentina-Fans &quot;<a href="http://www.dodicesimouomo.net/" title="Dodicesimo Uomo" target="_blank">Dodicesimouomo.net</a>&quot;: </p>
<blockquote>
<p><strong><a href="http://www.dodicesimouomo.net/12uomo/news-curva-fiesole/5135-a-noi-ci-ha-rovinato-la-playstation.html" title="Die Playstation hat uns versaut!" target="_blank">Die Playstation hat uns versaut!</a></strong></p>
<p>Klingt wie ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Amerikaner_in_Rom" title="Ein Amerikaner in Rom" target="_blank">Spruch von Sordi, wenn er einen auf Amerikaner macht</a>, aber ich glaube das wirklich. Die Videospiele, die Playstation als ihr Symbol, sind eines der gr&#246;&#223;ten Verh&#228;ngnisse, die den modernen Fu&#223;ball je heimgesucht haben.</p>
<p>Ich erkl&#228;r das mal: Meine Generation ist mit dem gespielten Fu&#223;ball aufgewachsen, also nicht in dem Sinn, dass das Spiel nach wochenlangem Geschw&#228;tz erst kam, wie man das heute versteht, sondern ich meine, dass wir Fu&#223;ball spielend (und grundlegend war die Dimension des Spiels) aufgewachsen sind. Wir haben &#252;berall gekickt: zuhause, in der Schule, auf der Stra&#223;e, zwischen Autos, auf staubigen Hartpl&#228;tzen, im Schlamm oder auf Parkpl&#228;tzen, mit rundlichen Objekten jeder Farbe, jedes Gewichts und jeder Gr&#246;&#223;e. Von Tennisb&#228;llen bis zu den Badeb&#228;llen von Nivea, so gro&#223; wie Chaplins Globus.</p>
<p>    Und wir haben gelernt, dass der Ball nicht immer dahin geht, wo man ihn gerne h&#228;tte. Dass es mindestens genauso einfach ist, einen Pass an den Mann zu bringen, wie ihn zu verhauen. Dass wenn man aufs Tor schie&#223;t (das Tor war oft durch zwei Steine, zwei Jacken oder zwei Rucks&#228;cke begrenzt und pr&#228;zise so hoch, wie der Torwart bei &#252;ber dem Kopf nach oben ausgestrecktem Arm reichen w&#252;rde) man vergeben konnte, zu schwach oder zu langsam schie&#223;t, den Torwart trifft oder am Ball vorbeitritt. Wir haben gelernt, dass Tritte weh tun, man die aber austeilt und einsteckt. Dass die Guten gut waren und die Schlechten schlecht, aber man ohne die einen wie die anderen keine Mannschaft  aufstellen konnte. Dass die eigene Mannschaft immer die beste war. Dass die aus Florenz f&#252;r die Fiorentina waren und dass wenn dein Papi aus S&#252;ditalien kam es also normal war, dass du Napoli, Avellino oder Catanzaro die Daumen gedr&#252;ckt hast. Und wenn du dich ungl&#252;cklicherweise daf&#252;r entschieden hast, einem der Teams aus dem Norden die Daumen zu dr&#252;cken, dann bekamst du solange Dresche, bis du dich umentschieden hattest.</p>
<p>    Wir sind im Glauben aufgewachsen, dass der Transfermarkt eine bescheuerte Angelegenheit w&#228;re, weil Antognoni sowieso nie zur Juve wechseln w&#252;rde, dass die in den violetten Hemden zu elft auflaufen genau wie die anderen und dass man also erstmal auf Augenh&#246;he anfing. Dass wenn die Roma oder Napoli nach Florenz kamen, die M&#252;tter sich Sorgen machten und dich vielleicht an dem Tag nicht ins Stadion gehen lie&#223;en.</p>
<p>    Dann kam die Playstation: mit einem Tastendruck wechseln Spieler von Manchester United nach Messina, die Formationen werden anhand numerischer Koeffizienten  bewertet, die Spieler versemmeln nie eine Ballannahme, einen Pass, einen Torschuss, die Torh&#252;ter sind exzellent, die St&#252;rmer dribbeln wie Tomba seinerzeit die Stangen umkurvte und jeder Spieler scheint Maradona.</p>
<p>    Und der Schwei&#223;? Und die Zankerei? Und die gegenseitige Verarsche? Und die Freunde, die ausgedachte Fantasiemannschaft, die kaputten Schuhe, die aufgeschlagenen Knie? Und die Strapazen? Nichts gibt es mehr von alledem! Die Anstrengung ist verschwunden, es gibt die freudige Spannung nicht mehr, den  Geschmack des Fehlers, bis man daraus gelernt hatte, es gibt nicht mehr das bittere Aroma der Niederlagen, das die Siege im Vergleich so s&#252;&#223; machte! Wenn du verlierst, brauchst du einfach nicht abzuspeichern!</p>
<p>Und es gibt keine Zugeh&#246;rigkeit mehr: heute sind die Kinder f&#252;r Real oder Barcellona auch wenn sie in Novoli oder Girone aufgewachsen sind. Die Trikots von Rooney sind beliebter als die von Natali, deine Mannschaft ist nur eine Mode wert, wenn sie eine beneidenswerte Troph&#228;ensammlung aufzuweisen hat. Man supportet die Gewinner, nicht die Mannschaft, die dich repr&#228;sentiert.</p>
<p>Kurz gesagt hat sich das kulturelle Modell der heutigen Gesellschaft, das nur f&#252;r die und von denen gemacht wurde, die siegen, auf den Fu&#223;ball ausgebreitet und das auch wegen teuflischer Objekte wie Videospiele.</p>
<p>Euch hat die Playstation ruiniert: wir glauben immer noch an den Fu&#223;ball, versuchen wir durchzuhalten.</p>
<p>  G.C.</p>
</blockquote>
<p>Und, liebe Kulturoptimisten: Nein, Videospiele sind kein Teufelszeug und ja, nat&#252;rlich ist das Gejammer, weil war <a href="http://www.altravita.com/fruher-war-alles-besser.php" title="Fr&#252;her war alles besser">fr&#252;her ja eh alles besser</a> war. Trotzdem ist es ein h&#252;bscher kleiner Text, der mich eine Menge an meine eigene Jugend erinnert: an &quot;drei Ecken ein Elfer&quot;, an Dicke, die immer ins Tor mu&#223;ten, an die, die immer eine Finte besser waren als man selbst, an &quot;wer ins Aus schie&#223;t, muss ins Tor&quot;, an Backpfeifen, weil die neue Hose aufgerissen war, an Gebolze nachts um 11 wo man den Ball nicht mehr sah, an Jungs, die jede Mathearbeit versemmelten, aber auf dem Platz die ungekr&#246;nten Helden &#8211; an Fu&#223;ball eben, nicht dessen Simulation. Heute kann man sich auf der PS3 Hellas Verona zum DreamTeam f&#252;r die Champion&#8217;s League pimpen und die <a href="http://www.altravita.com/wir-sind-fussball.php" title="Wir sind Fu&#223;ball!">10-j&#228;hrigen bekommen ausgefeilte Taktikschulungen</a>, tragen  Adidas adiPower Predator TRX FG Control auf dem akkurat gepflegten Rasenplatz und imitieren den Torjubel ihrer Stars aus der Premier League. Aber wir &quot;waren&quot; Maradona und das kann uns keiner nehmen. Und nat&#252;rlich schl&#228;gt mein Herz f&#252;r Spieler wie Gattuso oder J&#252;rgen Kohler, die aus ihrem eher limitierten Talent trotzdem eine Karriere machten, weil sie ihre Schw&#228;chen mit voller Hingabe &#252;ber jede der 90 Minuten wettmachen und mich an damals erinnern, als unsere Kindheitstr&#228;ume befeuerte, dass wir das auch k&#246;nnten. Die Ibrahimovics und Christiano Ronaldos lasse ich meinem Sohn.</p>
<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Streunende K&#246;ter Feedback bitte</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 07:57:41 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[<p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>Domenico Mungos Streunende K&#246;ter (Cani Sciolti) ist</p></p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p><div id="attachment_1568" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/10/umschlag_cani_FINAL.jpg"><img src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/10/umschlag_cani_FINAL-150x150.jpg" alt="Domenico Mungo: &quot;Streunende K&#246;ter&quot;" title="Domenico Mungo: &quot;Streunende K&#246;ter&quot;" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-1568" /></a><p class="wp-caption-text">Domenico Mungo: &quot;Streunende K&#246;ter&quot;</p></div>Domenico Mungos Streunende K&#246;ter (Cani Sciolti) ist <a href="http://www.altravita.com/domenico-mungo-streunende-koter-cani-sciolti-erscheint-im-november.php" title="Domenico Mungo "Streunende K&#246;ter" target="_blank">am 18.11.2011 auf deutsch erschienen</a> und hier sammeln wir Feedback, Kommentare, Rezensionen, Links, Lob und Beschimpfungen.</p>
<p>So ein Projekt, ein authentisches Buch aus der italienischen Ultraszene im deutschsprachigen Raum erscheinen zu lassen, macht allen Beteiligen jede Menge Arbeit, aber eben auch jede Menge Spa&#223;. Wir hoffen, dass man dem Buch die endlosen Stunden Freizeit und die Leidenschaft anmerkt, die wir in die Ausgabe gesteckt haben. Im Gegenzug freuen wir, also ich als &#220;bersetzer und der Verlag, uns nat&#252;rlich &#252;ber jeden einzelnen, der das Buch gelesen hat. Wir hoffen selbstverst&#228;ndlich, dass wir euren Geschmack getroffen hat, das ihr es gern gelesen habt, dar&#252;ber diskutiert, es vielleicht auch kritisiert, ihr euch also mit einem St&#252;ck Ultra-Geschichte aus dem Mutterland der Bewegung auseinandersetzt.</p>
<p>Die ersten Exemplare sind angekommen und die ersten haben es auch schon gelesen. Ich m&#246;chte nat&#252;rlich wissen, wie es euch gef&#228;llt bzw. was wir beim n&#228;chsten Buch vielleicht besser machen k&#246;nnten. Insofern sammele ich hier gern euer Feedback, wenn ihr mitmachen wollt: Schreibt eure Eindr&#252;cke hier unten in die Kommentare, <a href="http://www.facebook.com/pages/Domenico-Mungo-Streunende-K%C3%B6ter/#!/pages/Domenico-Mungo-Streunende-K%C3%B6ter/306696466014039" title="Domenico Mungo "Streunende K&#246;ter" auf Facebook" target="_blank">kommentiert auf Facebook</a>, schickt mir eine Email an <a href="javascript:DeCryptX('jogpAbmusbwjub/dpn')">info [Kringel] altravita [Punkt] com</a>, falls ihr eine Rezension geschrieben habt, schickt mir den Link und falls ich eure Meinung hier auf altravita.com ver&#246;ffentlichen darf, dann mache ich das nat&#252;rlich gern; v&#246;llig egal, ob das nun ein Satz oder ein ganzer Artikel ist. Ich w&#252;rde mich also &#252;ber jede Meinung, auch Kritik, freuen, die ihr mir zukommen lasst.</p>
<p><strong>Bezugsquellen:</strong></p>
<p><a href="http://www.blickfang-ultra.de/mb_main.php?&#038;men=68&#038;hg=9" title="Domenico Mungo: "Streunende K&#246;ter"" target="_blank">Burkhardt &#038; Partner</a><br />
Selbstverst&#228;ndlich gibt es hier wieder die M&#246;glichkeit f&#252;r Sammelbestellungen f&#252;r Eure Gruppe zum Gruppenpreis: <a href="http://www.blickfang-ultra​.de/mb_main.php?men=5" target="_blank">Kontakt daf&#252;r gibt es hier!</a></p>
<p><strong>Rezensionen:</strong><br />
<a href="http://www.altravita.com/domenico-mungo-cani-sciolti.php" target="_blank">Meine Rezension des italienischen Originals &quot;Cani Sciolti&quot;</a><br />
<a href="http://www.pfalz-inferno.com/pi_blog/?p=698/" target="_blank">Rezension Streunende K&#246;ter bei Pfalz-Inferno</a><br />
<a href="http://brucki.blogspot.com/2011/12/streunende-koter.html" target="_blank">Rezension Streunende K&#246;ter von Brucki auf &#8220;Fu&#223;ball, Soccer, Calcio &#038; Co.&#8221;</a><br />
<a href="http://ericcantona.blogsport.de/2011/12/23/streunende-koeter-cani-sciolti/" target="_blank">Rezension Streunende K&#246;ter bei Cantona &#8211; Superstar</a><br />
<a href="http://www.welt.de/print/welt_kompakt/vermischtes/article13777859/Belletristik-rund-ums-runde-Leder.html" target="_blank">Auch die &#8220;Welt&#8221; erw&#228;hnt das Buch</a></p>
<p><strong>Textausschnitte:</strong><br />
<a href="http://www.altravita.com/alkohol-und-adrenalin.php" target="_blank">Auszug: &quot;Alkohol und Adrenalin&quot;</a><br />
<a href="http://www.altravita.com/eine-italienische-tragodie.php" target="_blank">Auszug: &quot;Eine italienische Trag&ouml;die&quot;</a><br />
<a href="http://www.altravita.com/rom-bahnhof-termini.php" target="_blank">Auszug: &quot;Rom, Bahnhof Termini&quot;</a><br />
<a href="http://www.altravita.com/autogrill2-secchia-ost-die-vom-kreidesaal.php" target="_blank">Auszug: &quot;Autogrill/2 Secchia Ost, Die vom Kreidesaal&quot;</a></p>
<p><strong>Interviews:</strong><br />
<a href="http://ballesterer.at/?art_id=1616" target="_blank">Interview von Domenico Mungo mit dem Ballsterer</a><br />
<a href="http://www.ballesterer.at/index.php?art_id=1732&#038;cat_id=160" target="_blank">Interview &#252;ber &#8220;Streunende K&#246;ter&#8221; im aktuellen Ballesterer</a></p>
<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Plastikzettel sind kein Verbrechen!</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Nov 2011 16:38:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>altravita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>Letzten Sonntag stieg in der italienischen Serie A das Spiel AS Roma gegen Lecce. Nicht gerade ein hitziges Derby, keine besondere Rivalit&#228;t und um die Meisterschaft geht es auch nicht. Sogar die gleichen Vereinsfarben teilt man sich. Aber die Fans des Hauptstadtclubs tauchten die ganze Kurve in eine Choreografie, die aus tausenden farbiger Zettel eine [...]</p></p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p><div id="attachment_1727" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/11/romalecce.jpg"><img src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/11/romalecce-150x150.jpg" alt="Choreografie AS Roma-Lecce, 20.11.2011" title="Choreografie AS Roma-Lecce, 20.11.2011" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-1727" /></a><p class="wp-caption-text">Choreografie AS Roma-Lecce, 20.11.2011</p></div>Letzten Sonntag stieg in der italienischen Serie A das Spiel AS Roma gegen Lecce. Nicht gerade ein hitziges Derby, keine besondere Rivalit&#228;t und um die Meisterschaft geht es auch nicht. Sogar die gleichen Vereinsfarben teilt man sich. Aber die Fans des Hauptstadtclubs tauchten die ganze Kurve in eine Choreografie, die aus tausenden farbiger Zettel eine riesige Fahne in den Vereinsfarben entstehen lie&#223;. Darunter ein Spruchband: <i>&#8220;Mai Schiavi del Risultato!!!&#8221;</i> Normale Administration im Mutterland der Ultra-Bewegung, sollte man meinen. Eine in Gelb und Rot getauchte Kurve und ein Spruch, der ausdr&#252;cken soll, dass die Leidenschaft der Romanisti nicht vom Ergebnis abh&#228;ngt. Die Zeiten sind grau f&#252;r italienische Ultras und so lie&#223; es sich auch der Verein selbst nicht nehmen, die Choreo auf der Homepage zu w&#252;rdigen und sich mit der Leidenschaft seiner Fans zu schm&#252;cken.</p>
<p>Aber solches Verhalten darf nat&#252;rlich nicht ohne weiteres toleriert werden und so wurden ca. drei Dutzend Roma-Fans vor dem Spiel aus der Menge gefischt und <a href="http://www.repubblica.it/sport/calcio/2011/11/23/news/coreografia_multe-25462453/" target="_blank">zu sage und schreibe 172 Euro Geldstrafe</a> verdonnert. Weil sie jeweils einen farbigen Zettel dabei hatten: wei&#223;, rot oder gelb. Klingt komisch? Ist aber g&#228;ngige Praxis in Italien. Denn seit der Versch&#228;rfung der Normen zum Ein- und Anbringen von Material in italienische Fu&#223;ballstadien vom 08.03.2007 kann nicht einfach jeder dort Zettel hochhalten, wie es ihm beliebt.</p>
<p>Jede Choreografie, jedes Spruchband und jede Fahne, die mehr aufweisen, als nur die Farben und eine bestimmte Gr&#246;&#223;e &#252;bersteigen, m&#252;ssen bei den entsprechenden f&#252;r die &#246;ffentliche Ordnung und Sicherheit zust&#228;ndigen Beh&#246;rden schriftlich beantragt werden. Man legt also <a href="http://www.sportpeople.net/per-la-coreografia-decine-di-tifosi-multati.html" target="_blank">mindestens 7 Tage vor dem Spieltag</a> einen schriftlichen formellen Antrag mit genauer Spezifikation und fotografischer Dokumentation des Materials beim Verein vor, der schickt das an das zust&#228;ndige Polizeipr&#228;sidium und die geben innerhalb von 5 Tagen ihre Entscheidung wiederum dem Verein bekannt, der den beantragenden Fans dann Ort und Zeit bekanntgibt, wie das Material ins Stadion gebracht werden darf – und nach dem Spiel wieder heraus. Nun k&#246;nnte man meinen, dass es l&#228;nger braucht, als zwei Tage, um eine Choreografie vorzubereiten und eine eventuelle Ablehnung die Arbeit von Wochen zunichte machen k&#246;nnte. Aber das alles selbstverst&#228;ndlich im Namen der Gewaltbek&#228;mpfung, nicht dass man hier an Schikane denkt.</p>
<p>Die lokale Polizeidienststelle pr&#252;ft den Antrag auf Inhalt, verwendete Materialien, Ort und Weise der Anbringung, Entflammbarkeit, Ausstellungszeiten und nat&#252;rlich die Antragsteller selbst. Sollte sich in der den Antrag stellenden Gruppe beispielsweise ein Stadionverbotler befinden (oder auch nur jemand, der in den letzten Jahren schon einmal ein Stadionverbot hatte), dann ist eine Genehmigung nat&#252;rlich ausgeschlossen. V&#246;llig unabh&#228;ngig, ob die betreffenden Personen mit Choreo, Fahne oder Banner etwas zu tun haben oder auch nur im Stadion sind. Eine Gruppe, deren Mitglied bereits ein Stadionverbot hatte, darf nichts mit ins Stadion nehmen. Also streng genommen niemand. </p>
<p>Das bedeutet nat&#252;rlich, dass es legale Choreografien oder Banner gar nicht geben kann. Und so entspinnt sich jedes Wochenende ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Ultras und Ordnungspersonal um trotzdem die Kurve irgendwie bunt zu gestalten. Megaphone, Trommeln, Pyrotechnik und so weiter sind nat&#252;rlich sowieso verboten. Und so auch am vergangenen Sonntag: Nachdem die R&#246;mer Curva Sud entschieden hatte, sich in Gelb-Rot zu gewanden, wurden unter der Woche tausende bunter Plastikzettel vorbereitet. Weil unter den oben skizzierten Bedingungen eine Genehmigung nat&#252;rlich ausgeschlossen war entschied man sich, dass jeder seinen Zettel einzeln mit ins Stadion bringen sollte. Das Material wurde also vor dem Stadion verteilt und die Fans brachten die Zettel einzeln ins Stadion.</p>
<p>Leider sind nicht alle unbehelligt in die Spielst&#228;tte gekommen und die ca. 30 ungl&#252;cklichen Fans, die ihr T&#228;felchen unter der Jacke verborgen hatten, wurden zur Polizeiwache im Olympiastadion verbracht und wegen Missachtung der Stadionnutzungsbedingungen die Personalien aufgenommen. Und eben zu den besagten 172 Euro Strafe verurteilt. <a href="http://www.myroma.it/" target="_blank">MyRoma</a>, eine Vereinigung von Aktion&#228;ren sagte den betroffenen Fans rechtliche Hilfe zu und Fananwalt Lorenzo Contucci pr&#228;zisiert: <i>&#8220;Wir sind bereit, bei der Pr&#228;fektur Widerspruch einzulegen. Wer die Normen zum zweiten mal verletzt, wird mit 2 Jahren und 2 Monaten Stadionverbot belegt. Und auf der Grundlage der Normen k&#246;nnte ich Stadionverbot bekommen, weil ich zum zweiten mal ein St&#252;ck Papier auf die Erde geworfen habe. Dann gibt es noch einen herausstechenden Fakt: in Rom wurden, bis heute, die einzigen Strafen gegen die Jungs verh&#228;ngt, die versucht haben, Spruchb&#228;nder gegen die Fankarte <a href="http://www.altravita.com/ein-ganz-normaler-spieltag.php" target="_blank">Tessera del Tifoso</a> hineinzubringen. Sehr gezielte Strafen w&#252;rde ich sagen&#8230;&#8221;</i></p>
<p>Fassen wir es zusammen: In Italien reicht es, einen einfarbigen Zettel unter der Jacke ins Stadion bringen zu wollen, um Stadionverbot und eine saftige Strafzahlung zu riskieren. Selbst wenn man nur vor hatte, die <a href="http://www.altravita.com/nur-ins-stadion-gehn-wir-nicht.php" target="_blank">jahrzehntealten grauen Betonbl&#246;cke</a> wenigstens mit den Vereinsfarben aufzuwerten. Rot und Gelb haben im &#8220;Olimpico&#8221; in Rom nichts zu suchen. Gut, dass man das wei&#223;, da f&#252;hlt man sich gleich sicherer.</p>
<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Fr&#252;her war alles besser!</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Nov 2011 13:16:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[<p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>Wenn eine Jugendkultur seitens der von vorherigen Generationen gepr&#228;gten Mehrheitskultur aus w&#252;tende Ablehnung trifft, dann best&#228;tigt dies erst einmal nur eins: Es handelt sich tats&#228;chlich um eine Jugendkultur. Vermutlich seit es menschliche Urhorden gibt, entspinnt sich der Generationenkonflikt zwischen denen, die sich gegen Ende der Pubert&#228;t mal &#8220;von den Spie&#223;ern absetzen&#8221; und &#8220;ihr eigenes Ding [...]</p></p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p><div id="attachment_1722" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/11/Fackelzug.jpg"><img src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/11/Fackelzug-150x150.jpg" alt="Verantwortungsbewusster Umgang mit Pyrotechnik (Deutschland, 1933)" title="Verantwortungsbewusster Umgang mit Pyrotechnik (Deutschland, 1933)" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-1722" /></a><p class="wp-caption-text">Verantwortungsbewusster Umgang mit Pyrotechnik (Deutschland, 1933)</p></div>Wenn eine Jugendkultur seitens der von vorherigen Generationen gepr&#228;gten Mehrheitskultur aus w&#252;tende Ablehnung trifft, dann best&#228;tigt dies erst einmal nur eins: Es handelt sich tats&#228;chlich um eine Jugendkultur. Vermutlich seit es menschliche Urhorden gibt, entspinnt sich der Generationenkonflikt zwischen denen, die sich gegen Ende der Pubert&#228;t mal &#8220;von den Spie&#223;ern absetzen&#8221; und &#8220;ihr eigenes Ding drehen&#8221; wollen und denen, die sich die Gesellschaft bis dahin nach ihren Werten und Vorstellungen gestaltet hatten. In gr&#246;&#223;eren Zusammenh&#228;ngen hei&#223;t so etwas dann Evolution. Ich habe zwar keine belegbaren Fakten, aber ich denke, man kann mit einiger Berechtigung davon ausgeben, dass als die ersten Sippen von Fr&#252;hmenschen vom Baum gestiegen sind, um in der Savanne herumzustrolchen es die &#228;ltere Generation war, die von ihren &#196;sten herab &#8220;fr&#252;her war alles besser&#8221;, &#8220;unter Urga Urga h&#228;tte es sowas nicht gegeben&#8221; und &#8220;die wissen gar nicht in welche Gefahr sie sich begeben&#8221; raunte. </p>
<blockquote><p>&#8220;Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorit&#228;t. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine &#252;bereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.&#8221;<br />
(Sokrates, 470-399 v.Chr.) </p></blockquote>
<p>Und weil sich seit Mitte/Ende der 90er Jahre auch in deutschen Fu&#223;ballstadien eine veritable Jugendkultur breitmacht, schl&#228;gt ihr die Ablehnung und Verachtung seitens der Ahnen entgegen. Und zwar v&#246;llig unabh&#228;ngig davon, ob es sich um Politiker handelt, die in ihrer eigenen Jugend ganz Europa in Schutt und Asche gelegt haben, statt Bengalos hochzuhalten oder um die 68er-Generation, die seinerzeit angeblich den einen oder anderen Pflasterstein gegen das Schweinesystem geworfen haben soll. Selbstverst&#228;ndlich gibt es auch innerhalb der Kurven teils vehemente Kritik der Altvorderen, die sich an die goldenen 80er erinnern, als deutsche Stadien noch nicht von &#8220;monotonen Dauerges&#228;ngen&#8221; Jugendlicher gest&#246;rt wurden, sondern dort rechtsdrehende Hools gemeinsam mit Schnauzbarttr&#228;gern rassistischen Bl&#246;dsinn grunzten und 3-4 mal pro Spiel Evergreens wie &#8220;Zieht den Bayern die Lederhosen aus&#8221; anstimmten. </p>
<blockquote><p>&#8220;Die Welt macht schlimme Zeiten durch. Die jungen Leute von heute denken an nichts anderes als an sich selbst. Sie haben keine Ehrfurcht vor ihren Eltern oder dem Alter. Sie sind ungeduldig und unbeherrscht. Sie reden so, als w&#252;&#223;ten sie alles, und was wir f&#252;r weise halten, empfinden sie als Torheit.&#8221;<br />
(M&#246;nch Peter, 1274) </p></blockquote>
<p>Es ist geh&#246;rt nun aber zum Wesen einer Jugendbewegung, dass sie nicht um Erlaubnis fragt, sondern sich eigene Ideale gibt, sich mit eigenen Ausdrucksformen abgrenzt und eigene R&#228;ume schafft und verteidigt. Und dass sie aneckt, Grenzen &#252;berschreitet und von den &#8220;anderen&#8221; nicht verstanden wird. Gruppen von Jugendlichen, die sich von vornherein den Werten der Mehrheitsgesellschaften unterwerfen, sind keine Jugendkulturen, sondern die Junge Union. Solches mag zwar die &#228;lteren Generationen freuen, die selbstverst&#228;ndlich nur richtig finden kann, wie sie sich die Welt selbst eingerichtet hat. Es ist allerdings ebenso richtig, dass &#8220;abweichlerisches Verhalten&#8221; von Jugendlichen keinesfalls das Ende des Abendlandes bedeutet, sondern im Gegenteil nur die v&#246;llig normale Auseinandersetzung mit dem Bestehenden zu so etwas wie gesellschaftlicher Entwicklung f&#252;hren kann. Dass solches nicht konfliktfrei ist und ganz grunds&#228;tzlich mit dem Ausloten eines gewissen Spielraums der geltenden Normen einhergeht, ist auch keine bahnbrechend neue Beobachtung.</p>
<blockquote><p>&#8220;Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, da&#223; bei der Schuljugend die fr&#252;her kundgegebene Anst&#228;ndigkeit und das sittliche Benehmen &#8230; mehr und mehr verschwinde.&#8221;<br />
(Regierungsbericht, 1852)</p></blockquote>
<p>Und, oh Graus, dazu geh&#246;ren leider auch Exzesse und &#220;bertreibungen. Ohne Pflastersteine und Molotov-Cocktails gegen das Schweinesystem g&#228;be es keinen Ausstieg aus der Atomkraft, keine echte Entnazifizierung der Universit&#228;ten und Beh&#246;rden, keine Bio- und &#214;kosiegel auf Lebensmittelverpackungen, keine Kennzeichnungspflicht f&#252;r chemische Zusatzstoffe und auch die Presselandschaft w&#228;re noch um einiges gleichgeschalteter. Dabei muss eine Jugendkultur keinen vornehmlich politischen Anspruch tragen, um sich den Hass der &#196;lteren zuzuziehen. Es reicht, wenn sie ihr ureigenes Recht durchsetzt, sich anders zu kleiden, andere Musik zu h&#246;ren und sich eine eigene Sprache zu schaffen. Vollkommen gleichg&#252;ltig, ob es darum geht, sich die Haare zum Irokesen aufzustellen, &#8220;Nietenhosen&#8221; mit L&#246;chern zu tragen oder vornehmlich &#8220;Hottentotten-Musik&#8221; mit &#8220;Stromgitarren&#8221; zu lauschen. Zu meckern gibt es immer etwas, gegen langhaarige, arbeitsscheue Hippies im T&#252;tchenrausch genauso wie gegen &#8220;Beatniks&#8221; und &#8220;Mods&#8221;, &#8220;Skins&#8221;, Punks&#8221; oder &#8220;Rocker&#8221;. Oder noch fr&#252;her gegen &#8220;Reformisten&#8221;, &#8220;Protestanten&#8221; oder Libert&#228;re. Und immer schon wurde sich nicht damit aufgehalten, eine solche Kultur differenziert zu betrachten und wom&#246;glich positive und negative Aspekte abzuw&#228;gen, sondern es wurden der Einfachheit halber modische Ausdrucksformen genommen, um zu diffamieren. Um als Jugendkultur diffamiert zu werden, reicht es, wenn man andere Drogen als die Vorg&#228;nger konsumiert, die Musik mittlerweile &#246;de findet, die f&#252;r die Gro&#223;eltern noch &#8220;Teufelszeug&#8221; war und Florian Silbereisen nicht so toll findet.</p>
<blockquote><p>&#8220;Ist es denn wirklich so, dass wir jeden Dreck, der vom Westen kommt, nu kopieren m&#252;ssen? Ich denke, Genossen, mit der Monotonie des Je-Je-Je, und wie das alles hei&#223;t, ja, sollte man doch Schluss machen.&#8221;<br />
(<a href="http://www.rhebs.de/mauer/yeahyeah.wav" title="Walter Ulbricht" target="_blank">Walter Ulbricht</a>) </p></blockquote>
<p>Nun kann man von der hohen Warte der altersweisen Erfahrung heraus nat&#252;rlich auch eine Jugendkultur kritisieren. Man kann und muss sogar ein ihr innewohnendes Gewaltpotential hinterfragen, man kann diskutieren, inwiefern die von ihr ausgehenden Bel&#228;stigungen von der Gesellschaft toleriert werden m&#252;ssen und welche R&#228;ume eine Gesellschaft ihren weniger weichgesp&#252;lten Kindern bereitstellen muss. Man darf das sogar alles uninteressant und infantil finden, was die jungen Leute da so treiben &#8211; v&#246;llig legitim, dass sich &#196;ltere mit Jugendlichenkram nicht abgeben wollen. Was allerdings dumm ist, sind Generalverurteilungen der j&#252;ngeren Generation, nur weil sie einem Codex folgt, den man nicht (mehr) mehr versteht. Denn es ist ein Wesensbestandteil einer f&#252;r Jugendliche attraktiven Kultur, dass man sie nicht versteht. Man soll sie ja auch nicht verstehen, fl&#228;chendeckende Akzeptanz ist das Ende jeglicher Jugendkultur, die ihre Attraktivit&#228;t ja nun gerade aus der aktiven Abgrenzung vom bereits Vorhandenen bezieht. Aus Konflikt gegen&#252;ber bestehenden Verh&#228;ltnissen, gegen Vaterfiguren, Lehrer und andere Vertreter der herrschenden Verh&#228;ltnisse formieren sich junge Menschen seit jeher. Und wenn Bahnabteile vollkotzen, dumme Lieder singen und sich per Bier ins Koma zu bef&#246;rdern bereits ein Anlass f&#252;r staatliche Repression ist, dann h&#228;tte die Wehrpflicht schon ein paar Jahrzehnte fr&#252;her abgeschafft werden m&#252;ssen.</p>
<blockquote><p>&#8220;Die verschiedenen Altersstufen des Menschen halten einander f&#252;r verschiedene Rassen: Alte haben gew&#246;hnlich vergessen, da&#223; sie jung gewesen sind, oder sie vergessen, da&#223; sie alt sind, und Junge begreifen nie, da&#223; sie alt werden k&#246;nnen.&#8221;<br />
(Kurt Tucholski, Der Mensch)</p></blockquote>
<p>Vollends absurd wird die Situation aber, wenn der &#246;ffentliche Diskurs aus Politik, Medien und Polizeivertretern sich wie im Moment auf eine Jugend einschie&#223;t, gegen die doch bislang unisono hervorgebracht wurde, dass sie keine Jugendkultur h&#228;tte. Sondern dass es sich um eine hedonistische, indifferente, politikverdrossene Konsumentenhorde ohne Ideale und Ziele handelt, die in den Tag hineinlebt und deren Freizeitgestaltung aus dem Herunterladen von Klingelt&#246;nen und dem Konsumieren des von den Eltern geschaffenen Reichtums besteht. Pl&#246;tzlich taucht eine Jugendkultur auf, die wochenlang kreative und wundersch&#246;ne Choreographien vorbereitet, objektiv gesehen atemberaubende Bengaloaktionen f&#228;hrt, die Zeit, Geld und Leidenschaft in ein Hobby steckt, die Spenden f&#252;r Hilfsbed&#252;rftige sammelt und gemeinsame Projekte unterst&#252;tzt, die auch der Gemeinschaft zugute kommen, die sich selbst bestimmten &#8220;Idealen&#8221; und &#8220;Werten&#8221; unterwirft und sich die M&#252;he macht, sich eigene Regeln, Hierarchien und Symboliken zu entwerfen. Diese Generation, die ja bekanntlich &#8220;noch nie ein Buch in die Hand genommen&#8221; hat, empf&#228;ngt mit gro&#223;er Begeisterung ein &#228;u&#223;erst kritisches Buch &#252;ber ihre Jugendkultur und <a href="http://www.altravita.com/hunderte-chaoten-lesen-und-diskutieren-tifare-contro.php" title="Tifare Contro" target="_blank">organisiert Lesungen, an denen teilweise hunderte Zuh&#246;rer teilnehmen, die sogar Eintritt bezahlen</a>, um sich mit ihrer eigenen Kultur auseinandersetzen. Dieselbe Generation, die Foren und dutzende von Dachorganisationen gr&#252;ndet, um im Dialog (!) mit den &#246;ffentlichen Stellen legale Wege auszuloten, ihre Kultur ausleben zu k&#246;nnen. Die in Blogs und Fanzines jede Saison zehntausende von Seiten f&#252;llt, um &#252;ber sich zu berichten. Die Fandemos und Kongresse organisiert und sich monatelang an runden Tischen veralbern l&#228;sst und sich trotzdem immer noch gespr&#228;chsbereit zeigt. Die unbewusst, auch, auf ihre Freiheit pocht, eigene Fehler und &#220;bertreibungen begehen zu k&#246;nnen.</p>
<blockquote><p>&#8220;&#8230;wenn der Knabe &#8230; ins J&#252;nglingsalter tritt, so hat er auch dann, weil sich dieses Alter ebenso leicht dem B&#246;sen zuneigt, den Z&#252;gel der Zucht n&#246;tig&#8230;&#8221;<br />
(Vincent von Beauvais, 1250)</p></blockquote>
<p>All das wird ausgeblendet, um im jahrtausendealten Generationenkonflikt auf sie eindreschen zu k&#246;nnen. Es sind &#8220;so genannte&#8221; Fans, die &#8220;mit Fu&#223;ball nichts zu tun&#8221; haben, die &#8220;sich nur selber feiern&#8221; und die wir &#8220;aus den Stadien entfernen&#8221; m&#252;ssen. Denn es finden sich &#8220;gewaltbereite Chaoten&#8221; darunter. Und &#8220;gewaltbereite Chaoten&#8221; ist seit jeher ein Erkl&#228;rungsansatz f&#252;r Jugendbewegungen. Nun, es gibt gewaltbereite Chaoten. Auch unter Ultras. Damit muss man sich auseinandersetzen und dagegen muss man vorgehen. Dazu braucht es aber keine &#8220;Sondergesetze&#8221;, &#8220;Datenbanken&#8221;, &#8220;lebenslangen Kneipenverbote&#8221; und &#8220;h&#228;rteren Ma&#223;nahmen&#8221;, sondern es reicht eine konsequente Anwendung bestehenden Rechts. Wenn jemand mit seinem BMW mit 180 durch die Baustelle brettert, dann wird ihm der F&#252;hrerschein entzogen. Keinesfalls sollte diese Strafe auf alle BMW-Fahrer ausgedehnt werden, die sich mehrheitlich weitgehend an bestehende Verkehrsregeln halten. Und gewaltt&#228;tige k&#246;rperliche Angriffe sind in Deutschland zurecht verboten, dann muss man sich die M&#252;he machen, diese zu identifizieren und fallweise zu verurteilen. Der Rechtsstaat gibt das durchaus her, der hat einen ganzen Apparat aus Gesetzen und M&#246;glichkeiten, diese durchzusetzen. Auch wenn das mehr M&#252;he macht, als gro&#223;e Teile der Jugend unter Generalverdacht zu stellen, zu kriminalisieren und in den Leitmedien zu d&#228;monisieren. Gl&#252;cklicherweise wurde die Sippenhaft in Deutschland 1945 f&#252;r beendet erkl&#228;rt und sich fortan auf die T&#228;ter konzentriert.</p>
<blockquote><p>&#8220;Jazz, die Synthese von Marsch und Salonmusik, ist eine falsche, die eines zerst&#246;rten Subjektiven mit einer es produzierenden, vernichtenden und durch Vernichtung objektivierenden Gesellschaftmacht.&#8221;<br />
(Theodor W. Adorno, &#220;ber Jazz)</p></blockquote>
<p>Ist die Welt bislang an Jugendkulturen zerbrochen? Bislang nicht und vermutlich wird auch die Ultrakultur weder den Fu&#223;ballbetrieb aufhalten noch das Abendland aufl&#246;sen. Sie wird, wie jede ernstzunehmende vorherige Jugendkultur auch, ihre Nische ausleben und dann gem&#252;tlich im Mainstream aufgehen und aufh&#246;ren, eine Jugendkultur zu sein. Und sie wird – in abgeschw&#228;chter und weniger radikaler Form – ihre Spuren und Ausdrucksformen hinterlassen. Es ist richtig und zu ihrem Fortbestehen notwendig, dass sie von den &#8220;Institutionen&#8221; oder auch nur anderen Fans abgelehnt und kritisiert wird. Nur so bleibt sie f&#252;r Jugendliche attraktiv und schafft dieses wunderbare Zusammengeh&#246;rigkeitsgef&#252;hl, dass nur Menschen kennen, die jemals an einer Jugendkultur teilgenommen haben. Aber zutiefst undemokratisch ist, wenn das politische System Sondergesetzgebungen fordert, um kollektiv gegen eine &#228;u&#223;erst heterogene Jugendbewegung vorzugehen, deren kleinster gemeinsamer Nenner ein um den Hals geh&#228;ngter Schal ist. Ebenso undemokratisch ist, wenn die Medienlandschaft <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/randale-von-dynamo-fans-in-dortmund-ausschliessen-auf-unbestimmte-zeit-1.1174148" target="_blank">hierzu kollektive Angstbilder herbeifabuliert</a>, anstatt sich kritisch eben auch mit Repressionsma&#223;nahmen auseinanderzusetzen.</p>
<blockquote><p>&#8220;Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute h&#246;ren nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe.&#8221;<br />
(Keilschrifttext aus Ur, Chald&#228;a, um 2000 vor Christus)</p></blockquote>
<p>Es geht eben nicht, wenn Journalisten, deren Aufgabe es sein sollte, den nicht Dabeigewesenen zu erkl&#228;ren, wer warum wann was gemacht hat, von hinter ihren Schnittchent&#252;rmen gleich vorgefertigte Meinungen mitliefern, statt jemals mit den Betroffenen auch nur gesprochen zu haben. Und wer eine Gruppe von Jugendlichen schon einmal prophylaktisch und ohne konkreten Anlass am Bahnhof zusammenkn&#252;ppeln l&#228;sst, der sch&#252;tzt nicht die Werte unser freiheitlich-demokratischen Grundordnung, sondern er pr&#252;gelt auf eben diese ein. V&#246;llig unabh&#228;ngig davon, ob ich mit dieser Jugendkultur und ihren Ausdrucksformen nun solidarisiere oder nicht, v&#246;llig egal, ob ich diese nun gut finde oder rundheraus ablehne. Ein gewisses Ma&#223; von Toleranz und Freiheit geh&#246;rt zur Definition von Demokratie, f&#252;r alles andere gibt es Regeln und Gesetze. Gegen T&#228;ter, nicht gegen Jugendbewegungen mit tausenden Mitgliedern. Ultras k&#246;nnen wie alle anderen Jugendbewegungen auch, durchaus als st&#246;rend und kindisch wahrgenommen werden, kindisch zu sein und zu st&#246;ren ist eben das Vorrecht der Jugend. Aber gl&#252;cklicherweise sind die Zeiten vorbei, in denen man alles St&#246;rende auch gleich aus dem Stadion/Land verweisen muss und auch im Umgang mit dieser j&#252;ngsten der Jugendkulturen t&#228;te ein wenig mehr Gelassenheit und Toleranz durchaus auch dem Rest der Gesellschaft ganz gut. Mit anderen Worten: Gewaltt&#228;ter kann man gern wegsperren, &#8220;potentiell gewaltbereit&#8221; sind wir glaube ich so ziemlich alle schonmal gewesen. Au&#223;er der Jungen Union nat&#252;rlich.</p>
<blockquote><p>&#8220;F&#252;r viele stellt sich das als bedrohliche Situation dar. Ich erinnere mich noch an ein Spiel, das ich mit meinem damals noch kleinen Sohn besuchte. Links und rechts neben uns knallte es und mein Junge stand zusammengekauert und voll Angst da, statt Spa&#223; zu haben am sch&#246;nen Fu&#223;ballspiel. Als Innenminister bin ich aber auch besorgt um das Wohlergehen der Polizeibeamten, die rund um die Stadien und in den Z&#252;gen f&#252;r Sicherheit sorgen m&#252;ssen.&#8221;<br />
(Innenminister Dr. Hans Peter Friedrich in der &#8220;Super-Illu&#8221;)</p></blockquote>
<p>Mit Dank an <a href="http://www.little-idiot.de/teambuilding/JugendvonHeute.pdf" title="Zitate" target="_blank">http://www.little-idiot.de/teambuilding/JugendvonHeute.pdf</a> f&#252;r viele sch&#246;ne Zitate!</p>
<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>11.11.2007 In Erinnerung an Gabriele Sandri</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Nov 2011 07:43:13 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[<p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>&#160; Am 11.11.2007 wurde der Lazio-Fan Gabriele Sandri auf feige Weise im Auto sitzend durch einen Polizisten erschossen. Trotz aller Vertuschungsversuche, Schuldumkehrungen und Repressionsma&#223;nahmen seitens der Beh&#246;rden lebt die Erinnerung an ihn weiter fort.</p></p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>&nbsp;</p>
<p>Am 11.11.2007 wurde der Lazio-Fan Gabriele Sandri auf feige Weise im Auto sitzend durch einen Polizisten <a href="http://www.altravita.com/tod-des-lazio-rom-fans-gabriele-sandri.php" title="Gabriele Sandri">erschossen</a>. Trotz aller Vertuschungsversuche, Schuldumkehrungen und Repressionsma&#223;nahmen seitens der Beh&#246;rden lebt die Erinnerung an ihn weiter fort.</p>

<a href='http://www.altravita.com/11-11-2007-in-erinnerung-an-gabriele-sandri.php/gabriele01' title='gabriele01'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/11/gabriele01-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="gabriele01" title="gabriele01" /></a>
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<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Parma und Lazio in Erinnerung an Gabriele Sandri und Matteo Bagnaresi</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Nov 2011 09:55:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>altravita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fussball]]></category>
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		<description><![CDATA[<p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>Heute am 6. November um 15 Uhr steigt in der Serie A das Spiel Lazio gegen Parma, zwei Mannschaften, die in der Saison 2007/ 2008 Fans auf tragische Weise verloren haben: Gabriele Sandri und Matteo Bagnaresi. Zum 4. Todestag Gabriele Sandris f&#252;hrt das Schicksal die beiden Teams wieder zusammen, die schon 2007 am ersten Spieltag [...]</p></p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p><div id="attachment_1576" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/11/cristiano_lotito.jpg"><img src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/11/cristiano_lotito-150x150.jpg" alt="Pr&#228;sentation des Lazio-Trikots mit Lotito und Cristiano Sandri" title="Pr&#228;sentation des Lazio-Trikots mit Lotito und Cristiano Sandri" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-1576" /></a><p class="wp-caption-text">Pr&#228;sentation des Lazio-Trikots mit Lotito und Cristiano Sandri</p></div>
<p>Heute am 6. November um 15 Uhr steigt in der  Serie A das Spiel Lazio gegen Parma, zwei Mannschaften, die in der Saison 2007/ 2008  Fans auf tragische Weise verloren haben: Gabriele  Sandri und Matteo Bagnaresi. Zum 4. Todestag Gabriele Sandris f&uuml;hrt  das Schicksal die beiden Teams wieder zusammen, die schon 2007 am  ersten Spieltag nach dem Tod Sandris aufeinandertrafen. Die Familie  Sandri und Lazio-Pr&auml;sident Lotito haben anl&auml;sslich der traurigen  Wiederkehr zu einer sch&ouml;nen Aktion gefunden: Zum ersten Mal in der Geschichte des italienischen Fu&szlig;balls werden Teams anstatt mit dem offiziellen Trikotsponsor <a href="http://www.fondazionegabrielesandri.it/index.php?option=com_content&#038;view=article&#038;id=218:ufficiale-sponsor-solidale-fondazione-gabriele-sandri-sulle-maglie-di-lazio-parma-e-triestina-maurizio-martucci-svolta-epocale-per-una-nuova-cultura-del-calcio-&#038;catid=49:archivio-news&#038;Itemid=73" target="_blank">mit Logo und Schriftzug einer gemeinn&uuml;tzigen Stiftung mit dem Namen eines toten Fu&szlig;ballfans auflaufen</a>.</p>
<p>Lazio-Pr&auml;sident Lotito:<em> &quot;Wir haben f&uuml;r diese  Initiative Parma kontaktiert, die sich sofort angeschlossen und die  M&ouml;glichkeit ergriffen haben, auch an einen ihrer Fans zu erinnern,  der leider gestorben ist.&quot; </em></p>
<p>Parma schlie&szlig;t sich den  Erinnerungsfeierlichkeiten des SS Lazio zum <a href="http://www.altravita.com/tod-des-lazio-rom-fans-gabriele-sandri.php">4. Todestag Gabriele  Sandris</a> an und wird im Spiel in einem eigens gestalteten Trikot mit  den Logos der gemeinn&uuml;tzigen Organisationen Bagnaresi und Sandri  auflaufen. Das Aufw&auml;rmen wird in eigens von Erre&agrave; gestalteten  Trikots absolviert und beim Einlaufen mit einem Erinnerungs-T-Shirt  auftreten. Auch der Verein SS Lazio wird nach zahlreichen derartigen  Anfragen erstmals sichtbar Stellung beziehen und wird das Spiel mit  dem Logo der &quot;<a href="http://www.fondazionegabrielesandri.it/" target="_blank">Fondazione Gabriele Sandri</a>&quot; auf der Brust bestreiten.</p>
<p>Gabriele Sandri wurde am 11. September  2007 auf der <a href="http://www.altravita.com/video-rekonstruiert-todesschuesse-auf-gabriele-sandri.php">Autobahnrastst&auml;tte Badia al Pino in der Toskana</a> von  einem <a href="http://www.altravita.com/urteil-im-fall-gabriele-sandri-6-jahre-fuer-den-polizisten-spaccarotella.php">Polizisten der Polstrada erschossen</a>. Matteo Bagnaresi, Mitglied  der &quot;Boys Parma&quot; wurde am 30. M&auml;rz 2008 auf einem Rastplatz bei  Asti <a href="http://www.altravita.com/toter-fan-in-der-serie-a.php">von einem hastig fliehenden Reisebus der Juventus-Fans  &uuml;berfahren</a>. Parma-Juve sollte sein erstes Spiel nach 3 Jahren  Stadionverbot sein.</p>
<p>Der Vater des auf einer  Autobahnrastst&auml;tte zu Tode gekommenen Matteo, Bruno Bagnaresi,  dankte f&uuml;r die Initiative mit den Worten: <em>&bdquo;Die Initiative ist in  Rom von der Familie Sandri gestartet worden, der wir sehr verbunden  sind. Wir m&ouml;chten uns an Matteo und Gabriele erinnern, an ihr  L&auml;cheln und w&uuml;nschen uns, dass es ein sch&ouml;ner Tag im Zeichen des  Sports sein wird [...].&ldquo;</em></p>
<p>Parma-Kapit&auml;n Morrone schlie&szlig;t sich  diesen Worten an: <em>&quot;Wir sind sehr Stolz darauf, diese Trikots tragen  zu d&uuml;rfen, es macht uns gl&uuml;cklich, den Namen dieser Fans zu tragen,  die so nah bei ihrem Team waren.&quot; </em></p>
<p>Seit dem Jahr 2008 gibt es die  Fondazione Gabriele Sandri unter F&uuml;hrung des Vaters und mit Mithilfe  des Journalisten <a href="http://derstandard.at/1288659436597/Ballesterer-Das-Volk-von-Gabriele" target="_blank">Maurizio Martucci</a>, Autor eines Buches zum Tod Gabriele Sandris. In den letzten Monaten sind zahlreiche Gruppen von Blutspendern gegr&uuml;ndet worden und die Stiftung ist  engagiert in der Unterst&uuml;tzung von Jugendinitiativen mit dem Ziel,  ein Klima der Solidarit&auml;t und des gegenseitigen Respekts zu f&ouml;rdern.</p>
<p>Cristiano Sandri, der Bruder des  erschossenen Gabriele: <em>&quot;Die Stiftung wurde mit einem einzigen Ziel  gegr&uuml;ndet, den Fan wieder ins Zentrum des Fu&szlig;ballsystems zu  bringen. Fu&szlig;ball ist &uuml;ber seine Eigenschaft als Sport hinaus auch  Kultur, Erziehung und Solidarit&auml;t. Alles Werte, die Gabriele in  aller Bescheidenheit verk&ouml;rperte.&quot;</em></p>
<p>In einem Land, das es seit vier Jahren nicht schafft, eine <a href="http://www.altravita.com/schickeria-bringt-gedenktafel-fuer-gabriele-sandri-an.php">Gedenkplakette</a> f&uuml;r Gabriele Sandri zu genehmigen, ist eine solche Aktion erw&auml;hnenswert. </p>
<p><b>&quot;Wenn du dich auflehnen willst, werde  Ultr&agrave;. Wenn du das nicht willst, respektiere uns.&quot;<br /></b><br />
<i>&quot;Se vuoi ribellarti, diventa  ultr&agrave;. Se non vuoi, rispettaci.&quot;</i><br />
(Matteo Bagnaresi)</p>

<a href='http://www.altravita.com/parma-und-lazio-in-erinnerung-an-gabriele-sandri-und-matteo-bagnaresi.php/finzadione-gabriele-sandri' title='Präsentation des Lazio-Trikots mit Lotito und Cristiano Sandri'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/11/cristiano_lotito-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Präsentation des Lazio-Trikots mit Lotito und Cristiano Sandri" title="Präsentation des Lazio-Trikots mit Lotito und Cristiano Sandri" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/parma-und-lazio-in-erinnerung-an-gabriele-sandri-und-matteo-bagnaresi.php/fondazione-bagnaresi-2' title='Vorstellung des Parma-Trikots'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/11/fondazione-bagnaresi-2-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Vorstellung des Parma-Trikots" title="Vorstellung des Parma-Trikots" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/parma-und-lazio-in-erinnerung-an-gabriele-sandri-und-matteo-bagnaresi.php/maglia_fondazione' title='Parma-Trikot mit Fondazione Matteo Bagnaresi'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/11/maglia_fondazione-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Parma-Trikot mit Fondazione Matteo Bagnaresi" title="Parma-Trikot mit Fondazione Matteo Bagnaresi" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/parma-und-lazio-in-erinnerung-an-gabriele-sandri-und-matteo-bagnaresi.php/maglia_lazio' title='Lazio-Trikot mit Fondazione Gabriele Sandri'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/11/maglia_lazio-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Lazio-Trikot mit Fondazione Gabriele Sandri" title="Lazio-Trikot mit Fondazione Gabriele Sandri" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/parma-und-lazio-in-erinnerung-an-gabriele-sandri-und-matteo-bagnaresi.php/maglia_parma' title='Parma-Trikot mit Fondazione Matteo Bagnaresi'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/11/maglia_parma-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Parma-Trikot mit Fondazione Matteo Bagnaresi" title="Parma-Trikot mit Fondazione Matteo Bagnaresi" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/parma-und-lazio-in-erinnerung-an-gabriele-sandri-und-matteo-bagnaresi.php/comunicato_stampa' title='Presseerklärung Lazio Parma'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/11/comunicato_stampa-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Presseerklärung Lazio Parma" title="Presseerklärung Lazio Parma" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/parma-und-lazio-in-erinnerung-an-gabriele-sandri-und-matteo-bagnaresi.php/coreo_matteo' title='Choreo für Matteo Bagnaresi'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/11/coreo_matteo-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Choreo für Matteo Bagnaresi" title="Choreo für Matteo Bagnaresi" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/parma-und-lazio-in-erinnerung-an-gabriele-sandri-und-matteo-bagnaresi.php/curva_matteo' title='Curva Nord Matteo Bagnaresi'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/11/curva_matteo-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Curva Nord Matteo Bagnaresi" title="Curva Nord Matteo Bagnaresi" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/parma-und-lazio-in-erinnerung-an-gabriele-sandri-und-matteo-bagnaresi.php/striscione_gabbo' title='Spruchband in Erinnerung an Gabriele Sandri'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/11/striscione_gabbo-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Spruchband in Erinnerung an Gabriele Sandri" title="Spruchband in Erinnerung an Gabriele Sandri" /></a>
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<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></content:encoded>
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