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	<title>Italien blog &#187; Allgemein</title>
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	<description>Betrachtungen eines Deutschen in Italien</description>
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		<title>Gianluca Casseri, der M&#246;rder von Florenz</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 11:16:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>altravita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>Der Psychiater Stefano Pallanti nannte ihn den &#8220;italienischen Breivik&#8221;. Gemeint ist Gianluca Casseri, der am 13. Dezember 2011 in Florenz zwei senegalesische Immigranten erschoss und drei weitere teils schwer verwundete, bevor er sich in seinem Auto selbst t&#246;tete. Bis dahin hatte er sich im Umfeld des &#8220;Casa Pound&#8221; in Rom einen Namen gemacht, mit Artikeln [...]</p></p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p><div id="attachment_1733" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/12/casseri1-large.jpg"><img src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/12/casseri1-large-150x150.jpg" alt="Gianluca Casseri" title="Gianluca Casseri" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-1733" /></a><p class="wp-caption-text">Gianluca Casseri</p></div>Der Psychiater Stefano Pallanti nannte ihn den &#8220;italienischen Breivik&#8221;. Gemeint ist Gianluca Casseri, der am 13. Dezember 2011 in Florenz zwei senegalesische Immigranten erschoss und drei weitere teils schwer verwundete, bevor er sich in seinem Auto selbst t&#246;tete. Bis dahin hatte er sich im Umfeld des &#8220;Casa Pound&#8221; in Rom einen Namen gemacht, mit Artikeln auf deren Website und verquast-rechter Literatur mit einem Hang zum Esoterischen. Zudem war er bis zu dessen Einstellung im Jahr 2005 Herausgeber der  Publikation &#8220;La Soglia&#8221; (die Schwelle) und Mitglied des Kulturvereins &#8220;La Runa&#8221; &#8211; (ich denke die &#220;bersetzung er&#252;brigt sich hier), f&#252;r den er Artikel wie &#8220;Dracula, Krieger Wotans&#8221; oder &#8220;Der Weise von Alessandria&#8221; ver&#246;ffentlichte.</p>
<p>Beschrieben wird der 50-j&#228;hrige Buchhalter aus der Provinz Pistoia als introvertierter Einzelg&#228;nger, fasziniert von keltischen Riten, Neopaganismus, Tolkiens Fantasy und arischen Herrenrassen, der in seinen Schriften auch gern Fantasy-Einschl&#228;ge mit faschistischem Gedankengut verwickelte. Im Umfeld des Casa Pound wurde der Mann mit dem rundlichen Gesicht eher als &#8220;einsamer Wolf&#8221; gesehen als als Mitglied neofaschistischer Schl&#228;gertrupps. Ein intellektueller Ideologe der Herrenrasse, Kenner der neofaschistischen Bewegungen und Analytiker von deren Gr&#252;ndungsmythen. Als gro&#223;er Comic-Liebhaber referierte er im Casa Pound wiederholt &#252;ber seine Lieblingscharaktere Tex und Tin Tin.</p>
<p>Autobiografisch beschreibt sich der Mann, der gern in der dritten Person von sich spricht, so:</p>
<blockquote><p>&#8220;Er wird 1961 in Ciriegio (PT) geboren, w&#228;hrend der Mensch in den Weltraum fliegt und der Himmel sich in der gr&#246;&#223;ten Sonnenfinsternis des XX. Jahrhunderts verdunkelt. Im Alter von 12 Jahren, &#252;berw&#228;ltigt von der Begegnung mit H.P. Lovecraft, entfernt er sich endg&#252;ltig aus dem ihn umgebenden geordneten Kosmos. Seine vielf&#228;ltigen Interessen im Bereich Fantasy, alle rigoros nicht aktuell, reichen von Flash Gordon bis zum Sci-Fi-Kino der 50er Jahre, von den Autoren der Weird Tales bis zu Val Newtons Filmen und dar&#252;ber hinaus. Im Jahr 2001, zu Zeiten des endg&#252;ltigen Durchbruchs des Internets, hat er die geniale Idee, eine Printzeitschrift herauszubringen, La Soglia, wo er seine multimedialen Manien auslebt. Um sich von den ernsten Dingen des Lebens abzulenken scheint es, als w&#228;re er Buchhalter.&#8221;</p></blockquote>
<p>In den &#8220;Protokollen des Weisen von Alessandria&#8221; legt er die antisemitische Theorie der j&#252;dischen Weltverschw&#246;rung aus den &#8220;Protokollen der Weisen von Zion&#8221; neu auf und w&#252;rzt das mit den extremsten Anwandlungen der Holocaust-Leugner. Angelegt als polemische Antwort auf Umberto Ecos &#8220;Der Friedhof in Prag&#8221; bekr&#228;ftigt er in dem Buch die absolute Aktualit&#228;t des Standardwerks der Verschw&#246;rungstheorien. In anderen Schriften vermengt er Nietzsche, Freud und Evola in einer Verteidigung der arischen Herrenrasse und des reinen, vor-christlichen Europas. Im gemeinsam mit Enrico Rulli verfassten &#8220;La Chiave del Caos&#8221; (Der Schl&#252;ssel des Chaos) verkocht er schwarze Magie und Esoterik zu einer Art &#8220;historischem Roman&#8221;.</p>
<p>Den Titel entlehnt er wom&#246;glich seinem verehrten &#8220;Gelehrten&#8221;, dem Theoretiker des Neofaschismus Adriano Romualdi, der 1973 bei einem Verkehrsunfall starb. Romualdi erkl&#228;rt die Wurzeln Europas aus der Symbolik der germanischen Mythen und fordert, dass &#8220;man nicht aufh&#246;ren darf, auf seine innere Stimme zu h&#246;ren, die fordert, Ordnung zu schaffen und zu unterst&#252;tzen. Midgard – die Mittelerde, die Welt der Menschen – muss jedenfalls gegen Utgard verteidigt werden, gegen die Kr&#228;fte des Chaos, die aus der &#8216;Au&#223;enwelt&#8217; drohen.&#8221; Obacht, Romualdi und Casseri meinen das durchaus ernst, eine &#8220;neue europ&#228;ische Spiritualit&#228;t&#8221;, basierend auf den (germanischen) &#8220;Wurzeln Europas&#8221; soll die Volksgesundung herbeif&#252;hren. Durch Abwehr der &#8220;von au&#223;en&#8221; eindringenden feindlichen Kr&#228;fte selbstverst&#228;ndlich.</p>
<p>Offenbar nahm Casseri das Schicksal Europas in seine eigene Hand, als er die beiden senegalesischen Wochenmarkt-Verk&#228;ufer erschoss, am San Lorenzo-Markt drei weitere verletzte und sich dann, von der Polizei umstellt, im unterirdischen Parkhaus im Herzen der toskanischen Hauptstadt mit seinem .357 Magnum in den Mund schoss. Selbstverst&#228;ndlich distanziert sich &#8220;Casa Pound&#8221; nun von ihm und beschreibt ihn als Verr&#252;ckten. Aus der Gruppe Giovanni Iannone wird vermeldet, er w&#228;re nur &#8220;Sympathisant&#8221; gewesen, &#8220;keinesfalls ein Aktivist&#8221;, ein Einzelk&#228;mpfer also, der nicht direkt mit dem Casa Pound verbunden gewesen w&#228;re. Na dann ist es ja gut. Erstaunlich nur, dass er mehrere Artikel in deren &#8220;Ideodromo&#8221; ver&#246;ffentlichen durfte (jetzt nat&#252;rlich weitgehend von der Seite entfernt), das die ideologischen Leitlinien des Casa Pound Italiana entwirft. Auch der Circolo &#8220;Sur Les Murs&#8221; in Pistoia, irgendwo zwischen der &#8220;sozialen Rechten&#8221; und &#8220;Giovane Italia&#8221; verortet und Berlusconis &#8220;Volk der Freiheit&#8221; verbunden, wo Casseri mehr als einmal zu Diskussionveranstaltungen eingeladen war, f&#228;llt nur &#8220;Wahnsinn&#8221; ein. Koh&#228;renter nimmt sich das Statement der Storm Front aus: &#8220;Casseri einer von uns&#8221;. </p>
<p>Ein pseudointellektueller Buchhalter in den besten Jahren also, der in seinen Texten von j&#252;discher Weltverschw&#246;rung faselt, teils durchaus komplexe Pamphlete verfasst, die dazu aufrufen, dass das wei&#223;e Europa sich wieder auf seine nordischen Gr&#252;ndungsmythen berufen muss, um zu gesunden. Der die nordischen, germanischen Rassen st&#228;ndig vom &#8220;Chaos&#8221; der Au&#223;enwelt bedroht sieht, gegen das es sich zu verteidigen gilt. Der den Holocaust leugnet. Soweit ist doch alles in Linie mit seinen Kameraden, nicht zu erkennen, warum Casseri jetzt pl&#246;tzlich verr&#252;ckt sein soll, wenn er mit einer Tat genau das ausdr&#252;ckt, was er in seinem Umfeld seit Jahren propagierte. Und in der Tat schwanken die Kommentare in den einschl&#228;gigen Foren auch eher zwischen &#8220;Held&#8221; und &#8220;Idol&#8221; und auch das Casa Pound selbst wird wegen der posthum vorgenommenen Distanzierung vom M&#246;rder kritisiert: &#8220;Schande!&#8221;</p>
<p>Allein sein &#8220;literarisches Werk&#8221; hatte nicht den gew&#252;nschten Erfolg. Der als verschlossen beschriebene Casseri fand weder im Web noch auf der Stra&#223;e die gew&#252;nschte Gefolgschaft. Im Dezember 2004 beklagt er sich angesichts der Aufgabe seiner Publikationen &#252;ber einen Mangel an &#8220;Publikum&#8221; und dass das &#8220;Milieu&#8221; bis auf ein paar versprengte Gruppen nicht mehr existiert. Wom&#246;glich trafen sein Stil und die Intellektualit&#228;t seiner Texte nicht den Nerv der <a href="http://www.altravita.com/in-basso-a-destra-militanter-neofaschismus-in-italien.php" title="italienischer Neofaschismus" target="_blank">italienischen Neofaschisten</a>, inhaltlich war er ganz bei ihnen. Und es w&#228;re grundfalsch, den Bekr&#228;ftigungen des &#8220;Casa Pound&#8221; Glauben zu schenken, dass der gesch&#228;tzte Redner und Autor nun pl&#246;tzlich durchgedreht w&#228;re, nur weil er seine Gedanken in die Tat umgesetzt hat. In Casseri ist nicht das Irrationale explodiert, sondern er ist nur ein Teil einer weit beunruhigenderen Entwicklung, die &#252;ber Norwegen und Sachsen nun auch in der Toskana ihre Entsprechung findet. Saverio Ferrari vom &#8220;Osservatorio Democratico&#8221; beschreibt das so:</p>
<blockquote><p>&#8220;Im Moment gibt es eine Beschleunigung in ganz Europa und hier in Italien befinden wir uns in einer Phase der Ver&#228;nderung, weil seit einiger Zeit unsere mit dem Faschismus verbundene Symbolik durch die radikalere und gef&#228;hrlichere des Neonazismus abgel&#246;st wird, der nichts mit der Symbolik, der Kultur und der Propaganda der italienischen Rechten zu tun hat. Und hierbei gibt es eine objektive Verantwortung derjenigen, die dieser Evolution gegen&#252;ber eine Bl&#246;&#223;e zeigen. Roms B&#252;rgermeister Alemanno, der Pr&#228;sident der Provinz Mailand Guido Podestà, um zwei Namen aus den Institutionen zu nennen, die diese rechtsextremen Bewegungen unter ihren besch&#252;tzenden Fl&#252;gel genommen haben indem sie ihnen Raum zum leben, wachsen und wandeln in noch radikalere Formen gegeben haben. Die an einem Tag explodieren, auf einem Marktplatz in Florenz.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Fr&#252;her war alles besser!</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Nov 2011 13:16:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[<p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>Wenn eine Jugendkultur seitens der von vorherigen Generationen gepr&#228;gten Mehrheitskultur aus w&#252;tende Ablehnung trifft, dann best&#228;tigt dies erst einmal nur eins: Es handelt sich tats&#228;chlich um eine Jugendkultur. Vermutlich seit es menschliche Urhorden gibt, entspinnt sich der Generationenkonflikt zwischen denen, die sich gegen Ende der Pubert&#228;t mal &#8220;von den Spie&#223;ern absetzen&#8221; und &#8220;ihr eigenes Ding [...]</p></p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p><div id="attachment_1722" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/11/Fackelzug.jpg"><img src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/11/Fackelzug-150x150.jpg" alt="Verantwortungsbewusster Umgang mit Pyrotechnik (Deutschland, 1933)" title="Verantwortungsbewusster Umgang mit Pyrotechnik (Deutschland, 1933)" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-1722" /></a><p class="wp-caption-text">Verantwortungsbewusster Umgang mit Pyrotechnik (Deutschland, 1933)</p></div>Wenn eine Jugendkultur seitens der von vorherigen Generationen gepr&#228;gten Mehrheitskultur aus w&#252;tende Ablehnung trifft, dann best&#228;tigt dies erst einmal nur eins: Es handelt sich tats&#228;chlich um eine Jugendkultur. Vermutlich seit es menschliche Urhorden gibt, entspinnt sich der Generationenkonflikt zwischen denen, die sich gegen Ende der Pubert&#228;t mal &#8220;von den Spie&#223;ern absetzen&#8221; und &#8220;ihr eigenes Ding drehen&#8221; wollen und denen, die sich die Gesellschaft bis dahin nach ihren Werten und Vorstellungen gestaltet hatten. In gr&#246;&#223;eren Zusammenh&#228;ngen hei&#223;t so etwas dann Evolution. Ich habe zwar keine belegbaren Fakten, aber ich denke, man kann mit einiger Berechtigung davon ausgeben, dass als die ersten Sippen von Fr&#252;hmenschen vom Baum gestiegen sind, um in der Savanne herumzustrolchen es die &#228;ltere Generation war, die von ihren &#196;sten herab &#8220;fr&#252;her war alles besser&#8221;, &#8220;unter Urga Urga h&#228;tte es sowas nicht gegeben&#8221; und &#8220;die wissen gar nicht in welche Gefahr sie sich begeben&#8221; raunte. </p>
<blockquote><p>&#8220;Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorit&#228;t. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine &#252;bereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.&#8221;<br />
(Sokrates, 470-399 v.Chr.) </p></blockquote>
<p>Und weil sich seit Mitte/Ende der 90er Jahre auch in deutschen Fu&#223;ballstadien eine veritable Jugendkultur breitmacht, schl&#228;gt ihr die Ablehnung und Verachtung seitens der Ahnen entgegen. Und zwar v&#246;llig unabh&#228;ngig davon, ob es sich um Politiker handelt, die in ihrer eigenen Jugend ganz Europa in Schutt und Asche gelegt haben, statt Bengalos hochzuhalten oder um die 68er-Generation, die seinerzeit angeblich den einen oder anderen Pflasterstein gegen das Schweinesystem geworfen haben soll. Selbstverst&#228;ndlich gibt es auch innerhalb der Kurven teils vehemente Kritik der Altvorderen, die sich an die goldenen 80er erinnern, als deutsche Stadien noch nicht von &#8220;monotonen Dauerges&#228;ngen&#8221; Jugendlicher gest&#246;rt wurden, sondern dort rechtsdrehende Hools gemeinsam mit Schnauzbarttr&#228;gern rassistischen Bl&#246;dsinn grunzten und 3-4 mal pro Spiel Evergreens wie &#8220;Zieht den Bayern die Lederhosen aus&#8221; anstimmten. </p>
<blockquote><p>&#8220;Die Welt macht schlimme Zeiten durch. Die jungen Leute von heute denken an nichts anderes als an sich selbst. Sie haben keine Ehrfurcht vor ihren Eltern oder dem Alter. Sie sind ungeduldig und unbeherrscht. Sie reden so, als w&#252;&#223;ten sie alles, und was wir f&#252;r weise halten, empfinden sie als Torheit.&#8221;<br />
(M&#246;nch Peter, 1274) </p></blockquote>
<p>Es ist geh&#246;rt nun aber zum Wesen einer Jugendbewegung, dass sie nicht um Erlaubnis fragt, sondern sich eigene Ideale gibt, sich mit eigenen Ausdrucksformen abgrenzt und eigene R&#228;ume schafft und verteidigt. Und dass sie aneckt, Grenzen &#252;berschreitet und von den &#8220;anderen&#8221; nicht verstanden wird. Gruppen von Jugendlichen, die sich von vornherein den Werten der Mehrheitsgesellschaften unterwerfen, sind keine Jugendkulturen, sondern die Junge Union. Solches mag zwar die &#228;lteren Generationen freuen, die selbstverst&#228;ndlich nur richtig finden kann, wie sie sich die Welt selbst eingerichtet hat. Es ist allerdings ebenso richtig, dass &#8220;abweichlerisches Verhalten&#8221; von Jugendlichen keinesfalls das Ende des Abendlandes bedeutet, sondern im Gegenteil nur die v&#246;llig normale Auseinandersetzung mit dem Bestehenden zu so etwas wie gesellschaftlicher Entwicklung f&#252;hren kann. Dass solches nicht konfliktfrei ist und ganz grunds&#228;tzlich mit dem Ausloten eines gewissen Spielraums der geltenden Normen einhergeht, ist auch keine bahnbrechend neue Beobachtung.</p>
<blockquote><p>&#8220;Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, da&#223; bei der Schuljugend die fr&#252;her kundgegebene Anst&#228;ndigkeit und das sittliche Benehmen &#8230; mehr und mehr verschwinde.&#8221;<br />
(Regierungsbericht, 1852)</p></blockquote>
<p>Und, oh Graus, dazu geh&#246;ren leider auch Exzesse und &#220;bertreibungen. Ohne Pflastersteine und Molotov-Cocktails gegen das Schweinesystem g&#228;be es keinen Ausstieg aus der Atomkraft, keine echte Entnazifizierung der Universit&#228;ten und Beh&#246;rden, keine Bio- und &#214;kosiegel auf Lebensmittelverpackungen, keine Kennzeichnungspflicht f&#252;r chemische Zusatzstoffe und auch die Presselandschaft w&#228;re noch um einiges gleichgeschalteter. Dabei muss eine Jugendkultur keinen vornehmlich politischen Anspruch tragen, um sich den Hass der &#196;lteren zuzuziehen. Es reicht, wenn sie ihr ureigenes Recht durchsetzt, sich anders zu kleiden, andere Musik zu h&#246;ren und sich eine eigene Sprache zu schaffen. Vollkommen gleichg&#252;ltig, ob es darum geht, sich die Haare zum Irokesen aufzustellen, &#8220;Nietenhosen&#8221; mit L&#246;chern zu tragen oder vornehmlich &#8220;Hottentotten-Musik&#8221; mit &#8220;Stromgitarren&#8221; zu lauschen. Zu meckern gibt es immer etwas, gegen langhaarige, arbeitsscheue Hippies im T&#252;tchenrausch genauso wie gegen &#8220;Beatniks&#8221; und &#8220;Mods&#8221;, &#8220;Skins&#8221;, Punks&#8221; oder &#8220;Rocker&#8221;. Oder noch fr&#252;her gegen &#8220;Reformisten&#8221;, &#8220;Protestanten&#8221; oder Libert&#228;re. Und immer schon wurde sich nicht damit aufgehalten, eine solche Kultur differenziert zu betrachten und wom&#246;glich positive und negative Aspekte abzuw&#228;gen, sondern es wurden der Einfachheit halber modische Ausdrucksformen genommen, um zu diffamieren. Um als Jugendkultur diffamiert zu werden, reicht es, wenn man andere Drogen als die Vorg&#228;nger konsumiert, die Musik mittlerweile &#246;de findet, die f&#252;r die Gro&#223;eltern noch &#8220;Teufelszeug&#8221; war und Florian Silbereisen nicht so toll findet.</p>
<blockquote><p>&#8220;Ist es denn wirklich so, dass wir jeden Dreck, der vom Westen kommt, nu kopieren m&#252;ssen? Ich denke, Genossen, mit der Monotonie des Je-Je-Je, und wie das alles hei&#223;t, ja, sollte man doch Schluss machen.&#8221;<br />
(<a href="http://www.rhebs.de/mauer/yeahyeah.wav" title="Walter Ulbricht" target="_blank">Walter Ulbricht</a>) </p></blockquote>
<p>Nun kann man von der hohen Warte der altersweisen Erfahrung heraus nat&#252;rlich auch eine Jugendkultur kritisieren. Man kann und muss sogar ein ihr innewohnendes Gewaltpotential hinterfragen, man kann diskutieren, inwiefern die von ihr ausgehenden Bel&#228;stigungen von der Gesellschaft toleriert werden m&#252;ssen und welche R&#228;ume eine Gesellschaft ihren weniger weichgesp&#252;lten Kindern bereitstellen muss. Man darf das sogar alles uninteressant und infantil finden, was die jungen Leute da so treiben &#8211; v&#246;llig legitim, dass sich &#196;ltere mit Jugendlichenkram nicht abgeben wollen. Was allerdings dumm ist, sind Generalverurteilungen der j&#252;ngeren Generation, nur weil sie einem Codex folgt, den man nicht (mehr) mehr versteht. Denn es ist ein Wesensbestandteil einer f&#252;r Jugendliche attraktiven Kultur, dass man sie nicht versteht. Man soll sie ja auch nicht verstehen, fl&#228;chendeckende Akzeptanz ist das Ende jeglicher Jugendkultur, die ihre Attraktivit&#228;t ja nun gerade aus der aktiven Abgrenzung vom bereits Vorhandenen bezieht. Aus Konflikt gegen&#252;ber bestehenden Verh&#228;ltnissen, gegen Vaterfiguren, Lehrer und andere Vertreter der herrschenden Verh&#228;ltnisse formieren sich junge Menschen seit jeher. Und wenn Bahnabteile vollkotzen, dumme Lieder singen und sich per Bier ins Koma zu bef&#246;rdern bereits ein Anlass f&#252;r staatliche Repression ist, dann h&#228;tte die Wehrpflicht schon ein paar Jahrzehnte fr&#252;her abgeschafft werden m&#252;ssen.</p>
<blockquote><p>&#8220;Die verschiedenen Altersstufen des Menschen halten einander f&#252;r verschiedene Rassen: Alte haben gew&#246;hnlich vergessen, da&#223; sie jung gewesen sind, oder sie vergessen, da&#223; sie alt sind, und Junge begreifen nie, da&#223; sie alt werden k&#246;nnen.&#8221;<br />
(Kurt Tucholski, Der Mensch)</p></blockquote>
<p>Vollends absurd wird die Situation aber, wenn der &#246;ffentliche Diskurs aus Politik, Medien und Polizeivertretern sich wie im Moment auf eine Jugend einschie&#223;t, gegen die doch bislang unisono hervorgebracht wurde, dass sie keine Jugendkultur h&#228;tte. Sondern dass es sich um eine hedonistische, indifferente, politikverdrossene Konsumentenhorde ohne Ideale und Ziele handelt, die in den Tag hineinlebt und deren Freizeitgestaltung aus dem Herunterladen von Klingelt&#246;nen und dem Konsumieren des von den Eltern geschaffenen Reichtums besteht. Pl&#246;tzlich taucht eine Jugendkultur auf, die wochenlang kreative und wundersch&#246;ne Choreographien vorbereitet, objektiv gesehen atemberaubende Bengaloaktionen f&#228;hrt, die Zeit, Geld und Leidenschaft in ein Hobby steckt, die Spenden f&#252;r Hilfsbed&#252;rftige sammelt und gemeinsame Projekte unterst&#252;tzt, die auch der Gemeinschaft zugute kommen, die sich selbst bestimmten &#8220;Idealen&#8221; und &#8220;Werten&#8221; unterwirft und sich die M&#252;he macht, sich eigene Regeln, Hierarchien und Symboliken zu entwerfen. Diese Generation, die ja bekanntlich &#8220;noch nie ein Buch in die Hand genommen&#8221; hat, empf&#228;ngt mit gro&#223;er Begeisterung ein &#228;u&#223;erst kritisches Buch &#252;ber ihre Jugendkultur und <a href="http://www.altravita.com/hunderte-chaoten-lesen-und-diskutieren-tifare-contro.php" title="Tifare Contro" target="_blank">organisiert Lesungen, an denen teilweise hunderte Zuh&#246;rer teilnehmen, die sogar Eintritt bezahlen</a>, um sich mit ihrer eigenen Kultur auseinandersetzen. Dieselbe Generation, die Foren und dutzende von Dachorganisationen gr&#252;ndet, um im Dialog (!) mit den &#246;ffentlichen Stellen legale Wege auszuloten, ihre Kultur ausleben zu k&#246;nnen. Die in Blogs und Fanzines jede Saison zehntausende von Seiten f&#252;llt, um &#252;ber sich zu berichten. Die Fandemos und Kongresse organisiert und sich monatelang an runden Tischen veralbern l&#228;sst und sich trotzdem immer noch gespr&#228;chsbereit zeigt. Die unbewusst, auch, auf ihre Freiheit pocht, eigene Fehler und &#220;bertreibungen begehen zu k&#246;nnen.</p>
<blockquote><p>&#8220;&#8230;wenn der Knabe &#8230; ins J&#252;nglingsalter tritt, so hat er auch dann, weil sich dieses Alter ebenso leicht dem B&#246;sen zuneigt, den Z&#252;gel der Zucht n&#246;tig&#8230;&#8221;<br />
(Vincent von Beauvais, 1250)</p></blockquote>
<p>All das wird ausgeblendet, um im jahrtausendealten Generationenkonflikt auf sie eindreschen zu k&#246;nnen. Es sind &#8220;so genannte&#8221; Fans, die &#8220;mit Fu&#223;ball nichts zu tun&#8221; haben, die &#8220;sich nur selber feiern&#8221; und die wir &#8220;aus den Stadien entfernen&#8221; m&#252;ssen. Denn es finden sich &#8220;gewaltbereite Chaoten&#8221; darunter. Und &#8220;gewaltbereite Chaoten&#8221; ist seit jeher ein Erkl&#228;rungsansatz f&#252;r Jugendbewegungen. Nun, es gibt gewaltbereite Chaoten. Auch unter Ultras. Damit muss man sich auseinandersetzen und dagegen muss man vorgehen. Dazu braucht es aber keine &#8220;Sondergesetze&#8221;, &#8220;Datenbanken&#8221;, &#8220;lebenslangen Kneipenverbote&#8221; und &#8220;h&#228;rteren Ma&#223;nahmen&#8221;, sondern es reicht eine konsequente Anwendung bestehenden Rechts. Wenn jemand mit seinem BMW mit 180 durch die Baustelle brettert, dann wird ihm der F&#252;hrerschein entzogen. Keinesfalls sollte diese Strafe auf alle BMW-Fahrer ausgedehnt werden, die sich mehrheitlich weitgehend an bestehende Verkehrsregeln halten. Und gewaltt&#228;tige k&#246;rperliche Angriffe sind in Deutschland zurecht verboten, dann muss man sich die M&#252;he machen, diese zu identifizieren und fallweise zu verurteilen. Der Rechtsstaat gibt das durchaus her, der hat einen ganzen Apparat aus Gesetzen und M&#246;glichkeiten, diese durchzusetzen. Auch wenn das mehr M&#252;he macht, als gro&#223;e Teile der Jugend unter Generalverdacht zu stellen, zu kriminalisieren und in den Leitmedien zu d&#228;monisieren. Gl&#252;cklicherweise wurde die Sippenhaft in Deutschland 1945 f&#252;r beendet erkl&#228;rt und sich fortan auf die T&#228;ter konzentriert.</p>
<blockquote><p>&#8220;Jazz, die Synthese von Marsch und Salonmusik, ist eine falsche, die eines zerst&#246;rten Subjektiven mit einer es produzierenden, vernichtenden und durch Vernichtung objektivierenden Gesellschaftmacht.&#8221;<br />
(Theodor W. Adorno, &#220;ber Jazz)</p></blockquote>
<p>Ist die Welt bislang an Jugendkulturen zerbrochen? Bislang nicht und vermutlich wird auch die Ultrakultur weder den Fu&#223;ballbetrieb aufhalten noch das Abendland aufl&#246;sen. Sie wird, wie jede ernstzunehmende vorherige Jugendkultur auch, ihre Nische ausleben und dann gem&#252;tlich im Mainstream aufgehen und aufh&#246;ren, eine Jugendkultur zu sein. Und sie wird – in abgeschw&#228;chter und weniger radikaler Form – ihre Spuren und Ausdrucksformen hinterlassen. Es ist richtig und zu ihrem Fortbestehen notwendig, dass sie von den &#8220;Institutionen&#8221; oder auch nur anderen Fans abgelehnt und kritisiert wird. Nur so bleibt sie f&#252;r Jugendliche attraktiv und schafft dieses wunderbare Zusammengeh&#246;rigkeitsgef&#252;hl, dass nur Menschen kennen, die jemals an einer Jugendkultur teilgenommen haben. Aber zutiefst undemokratisch ist, wenn das politische System Sondergesetzgebungen fordert, um kollektiv gegen eine &#228;u&#223;erst heterogene Jugendbewegung vorzugehen, deren kleinster gemeinsamer Nenner ein um den Hals geh&#228;ngter Schal ist. Ebenso undemokratisch ist, wenn die Medienlandschaft <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/randale-von-dynamo-fans-in-dortmund-ausschliessen-auf-unbestimmte-zeit-1.1174148" target="_blank">hierzu kollektive Angstbilder herbeifabuliert</a>, anstatt sich kritisch eben auch mit Repressionsma&#223;nahmen auseinanderzusetzen.</p>
<blockquote><p>&#8220;Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute h&#246;ren nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe.&#8221;<br />
(Keilschrifttext aus Ur, Chald&#228;a, um 2000 vor Christus)</p></blockquote>
<p>Es geht eben nicht, wenn Journalisten, deren Aufgabe es sein sollte, den nicht Dabeigewesenen zu erkl&#228;ren, wer warum wann was gemacht hat, von hinter ihren Schnittchent&#252;rmen gleich vorgefertigte Meinungen mitliefern, statt jemals mit den Betroffenen auch nur gesprochen zu haben. Und wer eine Gruppe von Jugendlichen schon einmal prophylaktisch und ohne konkreten Anlass am Bahnhof zusammenkn&#252;ppeln l&#228;sst, der sch&#252;tzt nicht die Werte unser freiheitlich-demokratischen Grundordnung, sondern er pr&#252;gelt auf eben diese ein. V&#246;llig unabh&#228;ngig davon, ob ich mit dieser Jugendkultur und ihren Ausdrucksformen nun solidarisiere oder nicht, v&#246;llig egal, ob ich diese nun gut finde oder rundheraus ablehne. Ein gewisses Ma&#223; von Toleranz und Freiheit geh&#246;rt zur Definition von Demokratie, f&#252;r alles andere gibt es Regeln und Gesetze. Gegen T&#228;ter, nicht gegen Jugendbewegungen mit tausenden Mitgliedern. Ultras k&#246;nnen wie alle anderen Jugendbewegungen auch, durchaus als st&#246;rend und kindisch wahrgenommen werden, kindisch zu sein und zu st&#246;ren ist eben das Vorrecht der Jugend. Aber gl&#252;cklicherweise sind die Zeiten vorbei, in denen man alles St&#246;rende auch gleich aus dem Stadion/Land verweisen muss und auch im Umgang mit dieser j&#252;ngsten der Jugendkulturen t&#228;te ein wenig mehr Gelassenheit und Toleranz durchaus auch dem Rest der Gesellschaft ganz gut. Mit anderen Worten: Gewaltt&#228;ter kann man gern wegsperren, &#8220;potentiell gewaltbereit&#8221; sind wir glaube ich so ziemlich alle schonmal gewesen. Au&#223;er der Jungen Union nat&#252;rlich.</p>
<blockquote><p>&#8220;F&#252;r viele stellt sich das als bedrohliche Situation dar. Ich erinnere mich noch an ein Spiel, das ich mit meinem damals noch kleinen Sohn besuchte. Links und rechts neben uns knallte es und mein Junge stand zusammengekauert und voll Angst da, statt Spa&#223; zu haben am sch&#246;nen Fu&#223;ballspiel. Als Innenminister bin ich aber auch besorgt um das Wohlergehen der Polizeibeamten, die rund um die Stadien und in den Z&#252;gen f&#252;r Sicherheit sorgen m&#252;ssen.&#8221;<br />
(Innenminister Dr. Hans Peter Friedrich in der &#8220;Super-Illu&#8221;)</p></blockquote>
<p>Mit Dank an <a href="http://www.little-idiot.de/teambuilding/JugendvonHeute.pdf" title="Zitate" target="_blank">http://www.little-idiot.de/teambuilding/JugendvonHeute.pdf</a> f&#252;r viele sch&#246;ne Zitate!</p>
<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Marktplatz</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Jan 2011 14:41:57 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[<p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>Das neue Jahr hat begonnen und ich verkaufe mal ein bissel Zeugs. Zwei Leinw&#228;nde f&#252;r den Beamer/Projektor, einen gro&#223;en Granittisch mit zwei B&#228;nken f&#252;r den Garten und zwei ungef&#228;hr 3 m hohe Kamelien. Das alles befindet sich in Verbania am Lago Maggiore und m&#252;sste abgeholt werden. Falls Sie eine oder mehrere der angebotenen Sachen interessant [...]</p></p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>Das neue Jahr hat begonnen und ich verkaufe mal ein bissel Zeugs. Zwei Leinw&auml;nde f&uuml;r den Beamer/Projektor, <del datetime="2011-02-19T08:07:07+00:00">einen gro&szlig;en Granittisch mit zwei B&auml;nken f&uuml;r den Garten</del> und zwei ungef&auml;hr 3 m hohe Kamelien. Das alles befindet sich in Verbania am Lago Maggiore und m&uuml;sste abgeholt werden. Falls Sie eine oder mehrere der angebotenen Sachen interessant finden, schreiben Sie einfach eine Mail an <a href="javascript:DeCryptX('jogpAbmusbwjub/dpn')">info [Kringel] altravita [Punkt] com</a>.</p>
<p>Iniziato l&#8217;anno nuovo e vendo un p&ograve; di cose varie. Due teli proiettore, <del datetime="2011-02-19T08:09:37+00:00">un tavolo grande in granito </del>e due camelie. Il tutto si trova a Verbania al Lago Maggiore dove pu&ograve; essere ritirato. Se interessante basta mandarmi un email: <a href="javascript:DeCryptX('jogpAbmusbwjub/dpn')">info [Kringel] altravita [Punkt] com</a>.</p>

<a href='http://www.altravita.com/marktplatz.php/olympus-digital-camera-57' title='2 Kamelien, ca. 2,50 m'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/01/P1030082-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="2 Kamelien, ca. 2,50 m" title="2 Kamelien, ca. 2,50 m" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/marktplatz.php/olympus-digital-camera-58' title='Tisch und 2 Bänke in Granit, 2,70 m x 1,30 m ca.'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/01/P1030087-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Tisch und 2 Bänke in Granit, 2,70 m x 1,30 m ca." title="Tisch und 2 Bänke in Granit, 2,70 m x 1,30 m ca." /></a>
<a href='http://www.altravita.com/marktplatz.php/olympus-digital-camera-59' title='Projektionsleinwand, 4 m x 3 m ca.'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/01/P1030090-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Projektionsleinwand, 4 m x 3 m ca." title="Projektionsleinwand, 4 m x 3 m ca." /></a>
<a href='http://www.altravita.com/marktplatz.php/olympus-digital-camera-60' title='Projektionsleinwand, 1,80 m x 2,20 m ca.'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2011/01/P1030093-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Projektionsleinwand, 1,80 m x 2,20 m ca." title="Projektionsleinwand, 1,80 m x 2,20 m ca." /></a>

<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Schickeria bringt Gedenktafel f&#252;r Gabriele Sandri an.</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Nov 2010 12:12:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>altravita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>W&#228;hrend sich in Italien auch 3 Jahre nach der Ermordung Gabriele Sandris die Institutionen noch dar&#252;ber &#8220;streiten&#8221;, ob des Fans gedacht werden darf und wenn ja, in welcher Form, kommt eine deutsche Ultrà-Gruppierung daher und macht N&#228;gel mit K&#246;pfen. Auf Ausw&#228;rtsfahrt zum Spiel gegen den AS Rom erteilt die &#8220;Schickeria&#8221; eine Lektion an Solidarit&#228;t, Menschlichkeit [...]</p></p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>W&#228;hrend sich in Italien auch 3 Jahre nach der <a href="http://www.altravita.com/tod-des-lazio-rom-fans-gabriele-sandri.php">Ermordung Gabriele Sandris</a> die Institutionen noch dar&#252;ber &#8220;streiten&#8221;, <a href="http://www.altravita.com/gabriele-sandri-unvergessen.php">ob des Fans gedacht werden darf</a> und wenn ja, in welcher Form, kommt eine deutsche Ultrà-Gruppierung daher und macht N&#228;gel mit K&#246;pfen. Auf Ausw&#228;rtsfahrt zum Spiel gegen den AS Rom erteilt die &#8220;Schickeria&#8221; eine Lektion an Solidarit&#228;t, Menschlichkeit und Respekt. Denn v&#246;llig unabh&#228;ngig davon, wie man zu Ultras, Fu&#223;ballfans, Lazio oder der Polizei steht, ist im November 2007 ein Mensch gestorben. Durch die Hand eines Polizisten, der <a href="http://www.altravita.com/video-rekonstruiert-todesschuesse-auf-gabriele-sandri.php">von der gegen&#252;berliegenden Autobahnseite auf ein fahrendes Auto schoss</a>. W&#228;hrend also der Antrag auf Anbringung einer Gedenktafel (mit unterst&#252;tzung von 25.000 Unterschriften aus ganz Italien) noch zwischen der Comune di Civitella im Val di Chiana und der zust&#228;ndigen Pr&#228;fektur in Arezzo ruht, <a href="http://gds.blogsport.de/2010/11/25/gabriele-unvergessen/" target="_blank">nehmen die Jungs von der Schickeria das Heft in die Hand und bringen einfach eine an</a>.</p>
<p>Die Geste, die sowohl <a href="http://urs.blogsport.de/2010/11/25/gabriele-sandri-vive/" target="_blank">in Deutschland</a> als auch <a href="http://cuoritifosi.ormedilettura.com/2010/11/25/sandri-in-attesa-dell%e2%80%99autorizzazione-ufficiale-scoperta-a-bad...ia-al-pino-un%e2%80%99altra-targa%e2%80%a6/" target="_blank">in Italien</a> (<a href="http://corrierefiorentino.corriere.it/firenze/notizie/cronaca/2010/26-novembre-2010/gli-ultra-bayern-targa-sandri-1804255985935.shtml" target="_blank">und hier</a>) keineswegs unbeobachtet blieb, sollte eigentlich Menschen zum Nachdenken bringen, die immer noch der Meinung sind, &#8220;Ultràs&#8221; w&#228;ren &#8220;gewaltgeile Unterschichtkids&#8221;, die &#8220;im Stadion nichts zu suchen haben&#8221;. Mit einer Schweigeminute und dutzenden Kerzen wurde des Lazio-Fans gedacht und wenigstens ein kleiner, minimaler Versuch gemacht, sein Gedenken zu bewahren. Weil keine Zivilgesellschaft unter den Tisch fallen lassen darf, dass hier ein europ&#228;ischer Staatsb&#252;rger ohne jeden Anla&#223; auf offener Stra&#223;e durch einen Polizisten erschossen wurde.</p>
<blockquote><p>&#8220;Gabriele eine Gedenktafel zu verweigern ist etwas absolut unmenschliches, eine Schande. Sein Tod war kein zuf&#228;lliger Tod. Gabriele wurde zum Opfer einer ma&#223;losen Gewalt. Wir wollten dies nicht akzeptieren. Mit unserer Initiative wollten wir unseren kleinen Beitrag daf&#252;r leisten, dass Gabriele eine Gedenktafel und eine Erinnerung erh&#228;lt, die der Tragweite seines Falls entspricht. Und vielleicht ein wenig mehr Aufmerksamkeit f&#252;r seine Geschichte voll unakzeptabler Schande und Gewalt. Deshalb haben wir uns entschieden, eine kleine metallene Gedenktafel gravieren zu lassen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Eine Geste, die belegt, dass es ein Bewusstsein unter Ultràs gibt, Solidarit&#228;t, Humanit&#228;t und den Willen, Ungerechtigkeiten nicht klaglos hinzunehmen. In einer &#214;ffentlichkeit, die sich weiterhin dar&#252;ber erregen m&#246;chte, dass eine Generation junger Leute, die zu einer solchen Geste f&#228;hig ist, ab und zu mal ein Bengalo im Stadion hochh&#228;lt. Eine Schande f&#252;r den italienischen Staat, die italienische Polizei, die italienische B&#252;rokratie und die europ&#228;ische Presselandschaft. Eine Presselandschaft, die es nicht weiter erw&#228;hnenswert findet, dass <a href="http://www.facebook.com/l.php?u=http%3A%2F%2Fwww.beppegrillo.it%2Fen%2F2009%2F11%2Fgiuseppe_uva_yet_another_victi_1.html&#038;h=58cce" target="_blank">laut Beppe Grillo</a> sind in den letzten 10 Jahren 1531 (eintausendf&#252;nfhundertundeinunddrei&#223;ig, das ist ein Schnitt von 3 Toten die Woche) Menschen in italienischen Gef&#228;ngnissen ums Leben gekommen sind. <em>&#8220;Die Toten, die von Carabinieri &#038; Co. auf offener Stra&#223;e oder in ihren H&#228;usern ermordet wurden, noch nicht mitgez&#228;hlt, so genannte &#8220;Selbstmorde&#8221; im Knast allerdings schon.&#8221; (SiamoNoi a.a.O.)</em></p>
<p>Erinnern wir uns an Gabriele Sandri. Denn solange die Erinnerung an ihn nicht stirbt, wird er weiterleben. Und tun wir alles daf&#252;r, das so etwas nie wieder vorkommen kann. </p>
<p>Danke Schickeria, das war gro&#223;artig. Mai più 11 Novembre. Nie wieder 11. November.</p>
<p>PS: Am Samstag den 27.11. ist Lesung aus &#8220;Tifare Contro&#8221; mit anschlie&#223;ender Diskussion bei der Schickeria. Chi c&#8217;è c&#8217;è. Chi non c&#8217;è non c&#8217;è.</p>

<a href='http://www.altravita.com/schickeria-bringt-gedenktafel-fuer-gabriele-sandri-an.php/01-2' title='Schickeria Gedenktafel für Gabriele Sandri'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/11/01-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Schickeria Gedenktafel für Gabriele Sandri" title="Schickeria Gedenktafel für Gabriele Sandri" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/schickeria-bringt-gedenktafel-fuer-gabriele-sandri-an.php/02-2' title='Schickeria Gedenktafel für Gabriele Sandri'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/11/02-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Schickeria Gedenktafel für Gabriele Sandri" title="Schickeria Gedenktafel für Gabriele Sandri" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/schickeria-bringt-gedenktafel-fuer-gabriele-sandri-an.php/attachment/03' title='Schickeria Gedenktafel für Gabriele Sandri'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/11/03-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Schickeria Gedenktafel für Gabriele Sandri" title="Schickeria Gedenktafel für Gabriele Sandri" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/schickeria-bringt-gedenktafel-fuer-gabriele-sandri-an.php/attachment/04' title='Schickeria Gedenktafel für Gabriele Sandri'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/11/04-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Schickeria Gedenktafel für Gabriele Sandri" title="Schickeria Gedenktafel für Gabriele Sandri" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/schickeria-bringt-gedenktafel-fuer-gabriele-sandri-an.php/05-2' title='Schickeria Gedenktafel für Gabriele Sandri'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/11/05-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Schickeria Gedenktafel für Gabriele Sandri" title="Schickeria Gedenktafel für Gabriele Sandri" /></a>
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<a href='http://www.altravita.com/schickeria-bringt-gedenktafel-fuer-gabriele-sandri-an.php/attachment/07' title='Schickeria Gedenktafel für Gabriele Sandri'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/11/07-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Schickeria Gedenktafel für Gabriele Sandri" title="Schickeria Gedenktafel für Gabriele Sandri" /></a>
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<a href='http://www.altravita.com/schickeria-bringt-gedenktafel-fuer-gabriele-sandri-an.php/attachment/09' title='Schickeria Gedenktafel für Gabriele Sandri'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/11/09-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Schickeria Gedenktafel für Gabriele Sandri" title="Schickeria Gedenktafel für Gabriele Sandri" /></a>
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		<title>10 Fragen zum Spiel Italien gegen Serbien</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Oct 2010 12:21:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>altravita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>Maurizio Martucci, Autor des unbedingt lesenswerten Buches &#8220;Cuori Tifosi&#8221; (eine Aufarbeitung zu italienischen &#8220;Stadiontoten&#8221;) macht sich seine Gedanken zu den Ereignissen in Genua beim &#8220;Spiel&#8221; Italien gegen Serbien. Der 12. Oktober war ja auch die Nagelprobe f&#252;r das Lieblingsspielzeug des Herrn Minister Maroni. Dekret Nr. 555 vom 14. August 2009. Besser bekannt als &#8220;Tessera del [...]</p></p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p><a href="http://it.wikipedia.org/wiki/Maurizio_Martucci" target="_blank">Maurizio Martucci</a>, Autor des unbedingt lesenswerten Buches &#8220;<a href="http://www.dodicesimouomo.net/12uomo/news-amici/192-cuori-tifosi-il-nuovo-libro-di-maurizio-martucci.html" target="_blank">Cuori Tifosi</a>&#8221; (eine Aufarbeitung zu italienischen &#8220;Stadiontoten&#8221;) <a href="http://cuoritifosi.ormedilettura.com/2010/10/13/italia-serbia-prove-di-heysel-ma-non-doveva-bastare-la-tessera-del-tifoso/" target="_blank">macht sich seine Gedanken zu den Ereignissen in Genua</a> beim <a href="http://www.altravita.com/italien-gegen-serbien-arm-hoch-und-hose-runter.php">&#8220;Spiel&#8221; Italien gegen Serbien</a>. Der 12. Oktober war ja auch die Nagelprobe f&#252;r das Lieblingsspielzeug des Herrn Minister Maroni. Dekret Nr. 555 vom 14. August 2009. Besser bekannt als &#8220;<a href="http://jungle-world.com/artikel/2010/37/41752.html" target="_blank">Tessera del Tifoso</a>&#8220;. Und so stellt Maurizio einige Fragen, die zwar nicht beantwortet werden, die ich aber unbedingt auch stellen m&#246;chte:</p>
<blockquote><p>1. Stimmt es, vor ca. 400 der 1.600 serbischen Fans im &#8220;K&#228;fig&#8221; des Marassi-Stadions bereits als tickende Zeitbomben gewarnt wurde?</p>
<p>2. Stimmt es, dass wie Serbiens Verbandspr&#228;sident Tomislav Karadzic behauptet, die italienische Polizei bereits Freitagnachmittag offiziell von den Kollegen auf der anderen Seite der Adria vor den Gefahren gewarnt wurde?</p>
<p>3. Warum konnten Gruppen von hunderten serbischer Fans v&#246;llig unbehelligt im Block durch die Stra&#223;en Genuas ziehen (es gibt diesbez&#252;glich Videosbeweise!), ohne dass irgendjemand eingeschritten w&#228;re, um die &#246;ffentliche Ordnung der Stadt zu gew&#228;hrleisten, trotz Sachbesch&#228;digungen und Verw&#252;stungen entlang der Strecke?  (in einem gewagten Vergleich hat  manche Zeitung sogar die unheilvolle Erinnerung an den G8-Gipfel bem&#252;ht) </p>
<p>4. Wozu dienten die abgesperrten Einla&#223;bereiche und die Drehkreuze des Marassi-Stadions, wenn Bengalos, Fackeln und anderes pyrotechnisches Material trotzdem ganz einfach hineinzuschaffen waren?</p>
<p>5. Wo waren die Stewards zum Zeitpunkt der Ausschreitungen, wo diese doch in Italien ansonsten in jedem Stadionbereich, inklusive Ausw&#228;rtssektor, anzutreffen sind?</p>
<p>6. Warum sind die Stewards nicht eingeschritten, als der auff&#228;llige und t&#228;towierte Ivan Bogdanov auf die Plexiglas-Absperrung geklettert ist?</p>
<p>7. Wie konnte Ivan Bogdanov eine Zange dabei haben, mit der er v&#246;llig ungest&#246;rt die Maschen des  Fangnetzes vor dem Ausw&#228;rtssektor zerschnitten hat?</p>
<p>8. Wof&#252;r dienten die Preisabschl&#228;ge in Online-Shops und auf die Eintrittskarten f&#252;r Inhaber der VIVA AZZURRO-Karte, auch genannt Tessera del Tifoso?</p>
<p>9. Warum sind die Polizisten im Anti-Riot Outfit nicht in den Ausw&#228;rtsblock gegangen, als die Situation praktisch nicht mehr kontrollierbar war?</p>
<p>10. Wird jetzt irgendjemand versuchen, die Idee anzubringen, dass serbische und italienische Fans dasselbe seien und deshalb die &#8220;Tessera del Tifoso&#8221; das einzig sinnvolle Instrument zur Bek&#228;mpfung der Stadiongewalt ist?</p></blockquote>
<p>Auf &#8220;9&#8243; m&#246;chte ich antworten: Weil es zu sp&#228;t war. Wer sonst noch Antworten geben m&#246;chte: Her damit!</p>
<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Italien gegen Serbien &#8211; Arm hoch und Hose runter</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Oct 2010 11:29:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>altravita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>Ein paar hundert serbischer Fanatiker ist alles, was es braucht, um das EM-Qualifikationsspiel Italien gegen Serbien zu kippen. Und das ganze Geschwafel von Stadionsicherheit zu demaskieren. Dass das Spiel gestern abend kein einfaches werden w&#252;rde, war vermutlich jedem bekannt, der ab und zu mal eine Zeitung aufschl&#228;gt oder einen Internet-Anschluss besitzt. Was da allerdings gestern [...]</p></p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>Ein paar hundert serbischer Fanatiker ist alles, was es braucht, um das EM-Qualifikationsspiel Italien gegen Serbien zu kippen. Und das ganze Geschwafel von Stadionsicherheit zu demaskieren. Dass das Spiel gestern abend kein einfaches werden w&#252;rde, war vermutlich jedem bekannt, der ab und zu mal eine Zeitung aufschl&#228;gt oder einen Internet-Anschluss besitzt. Was da allerdings gestern knapp 2 Stunden lang auf dem Staatsfernsehen RAI zu sehen war, erschreckte dann aber doch: Serbische Ultra-Nationalisten m&#246;chten einen Spielabbruch erzwingen <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,722778,00.html" target="_blank">und erreichen ihr Ziel</a>, ohne auf nennenswerte Gegenwehr zu sto&#223;en. Haarstr&#228;ubende Ignoranz, mangelnde Vorbereitung, inkonsequentes Handeln und Angst, im europ&#228;ischen Fernsehen bl&#246;d dazustehen, treffen auf ein paar hundert serbische Gewaltt&#228;ter, die demonstrieren, dass man in italienischen Stadien halt doch anstellen kann, was man will. Wenn denn <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,722811,00.html" target="_blank">die richtigen Voraussetzungen</a> bestehen.</p>
<p><object width="500" height="400"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/3DBZN886ZwA?fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/3DBZN886ZwA?fs=1" type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="400" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Insofern handelt es sich um ein Desaster mit Ansage. Same procedure as every year. Noch im Kurzzeitged&#228;chtnis sind die brutalen <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,722925,00.html" target="_blank">&#220;berf&#228;lle derselben Gestalten auf die Belgrader Gay Pride-Demonstration</a> und nicht lange muss man bl&#228;ttern, um von erstochenen, durch Pistolensch&#252;sse verletzten oder durch Bengalos abgefackelte Fans und Ordner im serbischen Fu&#223;ball zu lesen. Und trotzdem schaffen es ungef&#228;hr 2000 Serben, ausgew&#228;hltes pyrotechnisches Material, Messer und was sonst noch in ihren Block zu schaffen. Nachdem (wohlgemerkt: nachdem!) die serbischen Ultràs bereits vor dem Spiel den serbischen Mannschaftsbus &#252;berfallen, eine Rauchbombe gez&#252;ndet und den Torwart Stojkovic angegriffen haben. Nachdem man martialisch aufgemacht <a href="http://tv.repubblica.it/copertina/genova-tensione-in-centro-prima-di-italia-serbia/54639?video" target="_blank">mit Bengalos durch Genua marschiert</a> war. Trotzdem pr&#228;sentieren sich Arkans Kinder mit drohender Geste im Marassi-Stadion, turnen stundenlang auf den Absperrungen herum, zerschneiden die Fangnetze und werfen Bengalos auf die umliegenden Bl&#246;cke bzw. das Spielfeld. Der Haufen &#8220;Celerini&#8221; vor dem Eingangstor schaut dem Spektakel dabei zu. Vermutlich, weil man sich den Sturm des Sektors 6 vor laufenden Kameras nicht wagte.</p>
<p>Derweil wird das Geschehen von der geballten Prominenz italienischer Fu&#223;ballexperten kommentiert, die sich nat&#252;rlich nicht die Gelegenheit entgehen lassen wollen, auch ihre Dummheit kundzutun. So wird das vergebliche Bem&#252;hen des Teams um den Exil-Italiener Stankovic, die Geister zu beruhigen, indem man sich applaudierend und den 3-Finger-Gru&#223; zeigend vor dem Ausw&#228;rtsblock aufstellt, minutenlang und mehrfach so erkl&#228;rt, dass die 3 abgespreizten Finger des &#8220;<a href="http://www.welt-hertha-linke.de/marko-pantelic-und-der-serbische-eid-eine-bedauerliche-verkuerzung.html" target="_blank">serbischen Gru&#223;es</a>&#8221; bedeuten w&#252;rden, dass die Manschaft f&#252;rchtet, das Spiel w&#252;rde am gr&#252;nen Tisch als 0:3 Niederlage bewertet. Mehrfach wird die beliebte Phrase von den &#8220;50 Gewaltt&#228;tern, die nichts mit dem Fu&#223;ball zu tun haben&#8221; gesabbelt. Echt jetzt? Hat dieser Haufen von rechtsextremen Ex-B&#252;rgerkrieglern und Drogenh&#228;ndlern nichts mit Fu&#223;ball zu tun? Je nun, wenn die verantwortlichen Organisatoren genauso pr&#228;chtig informiert waren, dann braucht man sich nat&#252;rlich nicht zu wundern. FICG-Sicherheitsbeauftragter Roberto Massucci ist jedenfalls der Meinung:<br />
<em>&#8220;Man hatte uns &#252;ber die Zahl der anreisenden Fans, nicht &#252;ber ihre Gef&#228;hrlichkeit informiert. Diese Leute h&#228;tten niemals einreisen d&#252;rfen.&#8221;</em></p>
<p>W&#228;hrend Ultràs in Italien nicht mal Karten f&#252;r den Ausw&#228;rtsblock erwerben k&#246;nnen, wenn sie sich nicht vorher prophylaktisch qua &#8220;<a href="http://jungle-world.com/artikel/2010/37/41752.html" target="_blank">Tessera del Tifoso</a>&#8221; erkennungsdienstlich behandeln lassen, wandern hier mehrere hundert Serben im Block mit Bengalos durch Genua, &#252;berfallen den Manschaftsbus und k&#246;nnen trotzdem ungehindert ihr gesamtes Material ins Stadion bringen. In Italien, wo die Ordner sehr genau darauf achten, dass mein 10-j&#228;hriger Sohn doch bitte den Deckel von seiner Colaflasche abschraubt und ich schon Dutzende Feuerzeuge in die Abfalltonnen an der Einla&#223;kontrolle werfen musste. Genauso wie die ungef&#228;hr tausend Kinder verschiedener Fu&#223;ballschulen gestern abend, die ihr Verpflegungspaket inklusive Tetrapak Tee nicht mit ins Stadion bringen durften. In Italien, wo man 3 Jahre Stadionverbot bekommt, wenn man ein Banner mit der Aufschrift &#8220;Uns ist das Fax kaputtgegangen&#8221; aush&#228;ngt, darf man wohl doch unter bestimmten Voraussetzungen die albanische Flagge verbrennen, &#8220;Kosovo ist Serbisch&#8221; auf Banner spr&#252;hen und den Hitlergru&#223; zeigen. In Italien, das sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit r&#252;hmt, wie ernst man es mit der Ordnung und Sicherheit in Fu&#223;ballstadien meint und welch guten Dienst die &#8220;Helden in Uniform&#8221; doch jeden Sonntag leisten.</p>
<p>Es war gestern eigentlich so wie immer: Man versucht, nach au&#223;en ein gutes Bild abzugeben und hofft ansonsten, alles w&#252;rde schon irgendwie gut gehen. Bl&#246;d nur, wenn man anstatt der zum Staatsfeind Nr. 1 zurechtfabulierten Ultràs pl&#246;tzlich tats&#228;chlich ernsthafte Gewaltt&#228;ter vor sich hat, denen das Spiel tats&#228;chlich egal ist. Rechtsextreme Gewaltt&#228;ter, die ohne weitere Kontrollen durch Europa reisen k&#246;nnen, die in Serbien genug angestellt haben, um europaweit die Alarmglocken klingeln zu lassen und die seit dem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=m97dKX77xyc" target="_blank">Krieg und der Bombardierung Belgrads</a> sowieso noch eine Rechnung mit Italien offen haben. Trotzdem stehen UEFA, Ligavertreter, die Chefs der Polizeikr&#228;fte und die Stadion-Verantwortlichen ratlos herum, w&#228;hrend der serbische Mob fr&#246;hlich Plexiglasscheiben bearbeitet, Papierbomben z&#252;ndet, mit Bengalos um sich wirft, Signalraketen abfeuert, die Sicherheitsnetze zerschnippelt und derweil der Welt per Banner (&#8220;Vaffanculo&#8221;), mit erhobenem rechten Arm (wahlweise mit Mittelfinger, 3 Fingern oder der ganzen Hand) Westeuropa im Allgemeinen und Italien im Besonderen zeigt, was man von ihnen h&#228;lt.</p>
<p>Genua. Nat&#252;rlich. Die Stadt, die uns schon die Ermordung Spagnolos, und den G8 samt Erst&#252;rmung der Diaz-Schule und die Erschie&#223;ung Carlo Giulianis geschenkt hat. Genua, das sich selbst mit 3 Spielern von Sampdoria und einem von Genoa (Cassano, Pazzini, Palombo und Criscito) in der Startaufstellung selbst feiern wollte. Genua, das mit einer Schweigeminute den 4 unter der Woche in Afghanistan get&#246;teten Soldaten gedenken wollte. Genua, das ein Spiel sehen wollte, in dem es eigentlich um die Qualifikation f&#252;r das europ&#228;ische Fu&#223;ballfest 2012 gehen sollte. Genua hat demaskiert, dass man in Italien immer sehr konsequent ist, wenn es um die Beschneidung von B&#252;rgerrechten unter dem Deckm&#228;ntelchen der &#246;ffentlichen Ordnung geht. Aber ernsthafte Probleme damit hat, wenn der Gegner nicht aus zu kinderfressenden Staatsfeinden zusammenideologisierten Ultràs besteht, sondern aus vielleicht 50 b&#252;rgerkriegserprobten Leuten unter der Fahne des Tigers Arkan. Genua hat&#8217;s mal wieder nicht hinbekommen. </p>
<p>Oder wie es der <a href="http://www.ultrasblog.biz/2010/10/saluti-da-genova.html" target="_blank">Kollege Domenico Mungo so eloquent ausdr&#252;ckt</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Schwierig, so zu tun, als w&#252;rde alles gut gehen, darauf zu bestehen, dass deine Regeln angemessen und wirkungsvoll und die italienischen Ultràs allesamt Straft&#228;ter sind, wenn ein Besessener mit Kapuze und einer Kneifzange in der Hand ausreicht, um den ganzen Berg an Schlamperei, Oberfl&#228;chlichkeit, L&#252;gen und Heuchlerei zu &#252;bewinden, den ihr Ordnung nennt.&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>Bilder vom Event:</strong><br />

<a href='http://www.altravita.com/italien-gegen-serbien-arm-hoch-und-hose-runter.php/attachment/1' title='Italien-Serbien Ausschreitungen'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/10/1-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Italien-Serbien Ausschreitungen" title="Italien-Serbien Ausschreitungen" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/italien-gegen-serbien-arm-hoch-und-hose-runter.php/attachment/2' title='Italien-Serbien Ausschreitungen'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/10/2-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Italien-Serbien Ausschreitungen" title="Italien-Serbien Ausschreitungen" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/italien-gegen-serbien-arm-hoch-und-hose-runter.php/attachment/3' title='Italien-Serbien Ausschreitungen'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/10/3-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Italien-Serbien Ausschreitungen" title="Italien-Serbien Ausschreitungen" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/italien-gegen-serbien-arm-hoch-und-hose-runter.php/attachment/4' title='Italien-Serbien Ausschreitungen'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/10/4-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Italien-Serbien Ausschreitungen" title="Italien-Serbien Ausschreitungen" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/italien-gegen-serbien-arm-hoch-und-hose-runter.php/5-2' title='Italien-Serbien Ausschreitungen'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/10/5-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Italien-Serbien Ausschreitungen" title="Italien-Serbien Ausschreitungen" /></a>
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<a href='http://www.altravita.com/italien-gegen-serbien-arm-hoch-und-hose-runter.php/attachment/20' title='Italien-Serbien Ausschreitungen'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/10/20-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Italien-Serbien Ausschreitungen" title="Italien-Serbien Ausschreitungen" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/italien-gegen-serbien-arm-hoch-und-hose-runter.php/attachment/21' title='Italien-Serbien Ausschreitungen'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/10/21-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Italien-Serbien Ausschreitungen" title="Italien-Serbien Ausschreitungen" /></a>
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		<title>Domenico Mungo: &#8220;Sensomutanti. Die Liebe in den Zeiten des Stadionverbots&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 16:45:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>altravita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>&#8220;Wie konntet ihr nur die unrechtm&#228;&#223;igen Kinder dieser perfekten Gesellschaft werden, die wir euch doch so h&#252;bsch verpackt zur Verf&#252;gung gestellt haben? Da muss sich irgendwo ein Fehler eingeschlichen haben, ihr wart &#252;berhaupt nicht vorgesehen. Neurotisch, nervenschwach, psychopathisch, gewaltkrank und mit einem &#252;bersteigerten Geltungsbed&#252;rfnis? Sicherlich. Wie sollten wir denn sonst sein? Es ist wahr, alles [...]</p></p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><blockquote><p>&#8220;Wie konntet ihr nur die unrechtm&#228;&#223;igen Kinder dieser perfekten Gesellschaft werden, die wir euch doch so h&#252;bsch verpackt zur Verf&#252;gung gestellt haben? Da muss sich irgendwo ein Fehler eingeschlichen haben, ihr wart &#252;berhaupt nicht vorgesehen. Neurotisch, nervenschwach, psychopathisch, gewaltkrank und mit einem &#252;bersteigerten Geltungsbed&#252;rfnis? Sicherlich. Wie sollten wir denn sonst sein? Es ist wahr, alles passt zusammen. Wir sind so, wie ihr uns zu sein erlaubt. Wir nehmen uns das, was ihr uns zugesteht. Die Bruchst&#252;cke des Gl&#252;cks. Die Negation von Allem erreicht man &#252;ber die Freude dar&#252;ber, den Gartenzaun aus den Angeln zu heben, illegal all das zu beschaffen, was uns von Natur aus zusteht.&#8221;</p></blockquote>
<p><div id="attachment_1428" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/08/copertina_sensomutanti200.jpg"><img src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/08/copertina_sensomutanti200-150x150.jpg" alt="Domenico Mungo: Sensomutanti." title="Domenico Mungo: Sensomutanti." width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-1428" /></a><p class="wp-caption-text">Domenico Mungo: Sensomutanti.</p></div>Hier nun endlich mein x-ter Versuch, <a href="http://www.altravita.com/domenico-mungo-cani-sciolti.php">Domenico Mungos</a> &#8220;Sensomutanti&#8221; in Worte zu fassen, wohl wissend, dass diese Aufgabe unerf&#252;llbar ist. Weil &#8220;Sensomutanti&#8221; viele B&#252;cher ist, weil es sich willentlich der einfachen Klassifikation entzieht, weil Mungo Schreibstile, Erz&#228;hlperspektive und Vokabular nach Belieben wechselt und vor allem, weil es hinter dem allen keine einfache Wahrheit gibt, die man konsumieren kann. Hilfe vom Autoren bei der Dechiffrierung gibt es nicht, die Bedeutung muss man sich schon selbst erarbeiten, nichts wird glorifiziert, entschuldigt, erkl&#228;rt oder auch nur verkl&#228;rt. Mungo bezeichnet sich selbst als<em> &#8220;Lehrer f&#252;r Geschichte, Literatur und Kommunikationswissenschaften, Autor, Dichter, Essayist, Musik- und Literaturkritiker, Herausgeber von &#8216;Supertifo&#8217;, Berater f&#252;r Kulturprojekte, k&#252;nstlerischer Leiter f&#252;r Festivals und Konzerte, Anarchist, Antiklerikaler, Ultrà der Fiorentina&#8221;</em>. All dies findet in &#8220;Sensomutanti&#8221; seinen Niederschlag.</p>
<p>Einerseits und zun&#228;chst einmal ist es ein spannender Roman, intelligent, stilistisch fortgeschritten, belesen und geerdet. Die beiden Protagonisten, Ultràs der Fiorentina, befinden sich auf einer Reise zu einem Ausw&#228;rtsspiel nach Bergamo. Die Charaktere sind fiktiv, die Ereignisse nicht zwingend genau so abgelaufen. Andererseits entstammen die Protagonisten durchaus der Realit&#228;t, ebenso wie die Schaupl&#228;tze, die beteiligten Personen der Zeitgeschichte, die Gruppierungen, die Mannschaften, die Spieler, die Bands oder die zitierten Schriftsteller. Ein Roman, der mit der Wirklichkeit verflochten bleibt, weil unzweifelhaft eigene Erlebnisse, Reflexionen und Philosophien sich an Ereignissen der neueren italienischen Geschichte entlanghangeln. Fiktiven, aber durchaus realistischen Episoden, wie dem doppelten Polizistenmord an einer Autobahnmautstelle vor Bergamo oder dem Taxi-Mord an einer Prostituierten in Turin stehen Mahnmale der j&#252;ngeren italienischen Geschichte zur Seite: die Todessch&#252;sse auf Carlo Giuliani (dem das Buch i.&#252;. gewidmet ist, die Geschehnisse in Genua nehmen breiten Raum ein) w&#228;hrend des G8-Gipfels in Genua oder der Brandanschlag auf einen Zug von Bologna-Fans durch die &#8220;Alcool Campi&#8221;. Daneben eine Unzahl von Episoden aus dem Leben der Kurve, der Anarchisten, der Raver, aus drogenerhitzten N&#228;chten und Tagen im Eisregen einer Stadionkurve, Prostituierte, Porno-Darstellerinnen und immer wieder Polizisten.</p>
<p>Mungo definiert &#8220;Sensomutanti&#8221; als <em>&#8220;surreale Reise zweier Fans der Fiorentina auf Ausw&#228;rtsfahrt nach Bergamo&#8221;</em> und in einem sehr &#252;bertragenen Sinn ist es das auch. Mungo, lange Jahre in erster Reihe der Florenzer &#8220;Curva Fiesole&#8221; und bekannter Kopf des &#8220;Collettivo Autonomo Viola&#8221; erz&#228;hlt von einer Reise. Und wie wenn man die endlose Tristesse der Poebene im Zug durchquert und dabei durch die verregneten Fenster schaut, schweifen die Gedanken ab und drehen sich um das Ziel, oder um den Beginn, um Freunde und Feinde, die man erwartet oder am Bahnsteig zur&#252;ckgelassen hat. Und so spuken durch die einzelnen Etappen des Romans immer wieder R&#252;ckblicke, Reflexionen, Erinnerungen und Augenzeugenberichte. Mannschaften, Spieler, Freunde, Bands, Schriftsteller, Philosophen. Ultràs.</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir eroberten Rimini an einer Montagnacht Ende Februar, warfen Papierbomben und Signalraketen auf die Carabinieri in unserem Sektor. Wir fuhren mit 3.000 nach Imola, wo Christian durch eine m&#246;rderische Tr&#228;nengasgranate, die auf Mannh&#246;he explodierte ein Auge verlor.&#8221;</p></blockquote>
<p>Immer aber erz&#228;hlt Mungo vom Rand der Gesellschaft, aus der Position des Ausgegrenzten, Marginalisierten. Denn nichts beschreibt eine Gesellschaftsordnung so pr&#228;zise wie das Aufsp&#252;ren dessen, was sie ausgrenzt und verneint. Mehr als einmal definiert Mungo Ultràs als Abschaum, M&#252;ll von der nutzlosen Abraumhalde der <em>society</em>. Was aber, wenn diese Ausgegrenzten – S&#246;hne und T&#246;chter der Gesellschaft – nicht nur eine Stimme haben, die es anzuh&#246;ren gilt, sondern all das verteidigen, was unser Wertekanon eigentlich meint, in Wirklichkeit aber unterdr&#252;ckt, bek&#228;mpft und mit Schlagst&#246;cken und Tr&#228;nengasgranaten ausl&#246;scht? Was, wenn Ultràs, Anarchisten, Black Block, Punks, Skins, Junkies und andere Unangepasste in sch&#246;nster Hegelscher Dialektik eben trotz alledem Teil sind – und sei es als Kehrseite der Medaille? Und was, o graus, wenn diese &#8220;Leute der Nacht&#8221;, dem braven B&#252;rger eine Wirklichkeit vorhalten, die dieser ums Verrecken nicht wahrhaben will an sich? Was, wenn man in einem auf Antagonismus geb&#252;rsteten Staat einfach einmal Widerstand lebt? </p>
<blockquote><p>&#8220;Vielleicht tut dies alles nicht weh. Vielleicht sorgt das nur daf&#252;r, alles ein bisschen zu verlangsamen, indem es in einen chloroform-getr&#228;nkten Wattebausch getaucht wird, der das Brennen unserer Narben an&#228;sthetisiert. So wie Kokain den Mund und die Nase taub gegen&#252;ber den unheilbaren Wunden der Normalit&#228;t macht, den Gliedma&#223;en erlaubt, zu mutieren und sich zu durchdringen, indem es den Schmerz unterdr&#252;ckt und die Erinnerung ausl&#246;scht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Mungo spricht mit dem Vokabular und dem Bewusstsein eines Lebens au&#223;erhalb der bequemen Normen der Mehrheitsgesellschaft. Er erz&#228;hlt von denen, die als Restm&#252;ll unserer hochtechnologisierten und keimfreien Realit&#228;t &#252;brig bleiben. Die sich ums Verrecken nicht verwerten lasen. Wollen. Die trotz allem den echten Schmerz des Schlagstocks der Pseudo-Befriedigung des Shoppingparadieses vorziehen. Die lieber mit ihren Freunden in irgendeiner verranzten Stadionkurve stehen, als zu Weihnachten das &#8220;Fest der Familie&#8221; zu simulieren. Lieber echten Schmerz als echte Frustration. Mungo gibt denen ein Wort, die sonst keine Stimme haben, die nicht erz&#228;hlen wollen und denen niemand zuh&#246;ren will. Eine Gesellschaft au&#223;erhalb der Gesellschaft, die ausgegrenzt, eingesperrt, niedergekn&#252;ppelt, <a href="http://www.altravita.com/tod-des-lazio-rom-fans-gabriele-sandri.php">abgeknallt</a> geh&#246;rt. Vom Sofa aus betrachtet, versteht sich. Denn wenn das Buch &#252;berhaupt etwas vermittelt, dann dass unter diesen scheinbar Auss&#228;tzigen ein menschlicher Wertekanon weiterlebt, dessen sich der postmoderne Industriekapitalismus <em>in Wirklichkeit</em> schon lange entledigt hat. Insofern sind Mungos Hauptdarsteller radikal bis aufs Blut. An die Stelle von &#8220;simuliertem Leben&#8221; setzt der Autor ein, sagen wir es ruhig, archaisches und tribalistisches Wertesystem: An die Stelle einer als falsch empfundenen Gesellschaft, die menschliche Grundbed&#252;rfnisse mit Simulationen befriedigt, setzt Mungo die Koordinaten seines Stammes: Treue, Ehre, Freiheit, Selbsterm&#228;chtigung, Wahrheit. Und wenn dies zulasten der Mehrheitsgesellschaft geht, dann umso besser. </p>
<blockquote><p>&#8220;Bah, wenigstens haben WIR gelebt. Selbst jetzt, wo der Regen mir &#252;ber das Gesicht str&#246;mt. Selbst jetzt mit zersplitterten und gel&#228;hmten Beinen, die auf eine unnat&#252;rliche und obsz&#246;ne Weise verdreht sind. Selbst jetzt, mit auf dem Pflaster zerquetschten R&#252;cken, lieber sterben als f&#252;r immer von der Gnade anderer abh&#228;ngig leben. So wie Antonello, wie Licari&#8230;&#8221;</p></blockquote>
<p>Einer Welt, die die eigene gesellschaftliche Relevanz anhand der Anzahl der Freunde im Facebook-Profil definiert, setzt Mungo den Zusammenhalt der eigenen Leute, &#8220;meine Br&#252;der&#8221;, entgegen, die einzigen, die einem wirklich den Arsch retten, wenn man sich von Schlagst&#246;cken umringt sieht und alle anderen schon geflohen sind. Einer Welt, die sich milliardenfach t&#228;glich Banalit&#228;ten per SMS austauscht, setzt Mungo den sauberen Schlag in die Fresse als Form unvermittelter und direkter Kommunikation entgegen. Einer Gesellschaft, die alles assimilieren kann, was sich ihr unterwirft, antwortet Mungo mit konsequenter Verweigerung – Doppelmoral wird nicht erlaubt, wenn ich die herrschende Moral ablehne, dann schaffe ich mir eine neue. Um den Preis, als amoralisch dazustehen. &#8220;Jenseits von Gut und B&#246;se&#8221; hat er gelesen, der Mungo. Und was noch besser ist: er hat Nietzsche verstanden. Einer Welt, die medial zwar jede Art von Gewaltanwendung brandmarkt, die facto allerdings Gewalt auf jeder Ebene zum sinnstiftenden Prinzip erhoben hat, h&#228;lt er einfach den Spiegel entgegen: <em>&#8220;<a href="http://www.altravita.com/ich-bin-so-wie-du-mich-haben-willst.php">Ich bin so, wie ihr mich haben wollt</a>&#8220;</em> hei&#223;t ein Kapitel. Eine postindustrielle Gesellschaft, die jedem, der sie nicht infrage stellt, Ruhe und materielle Sicherheit verspricht. Auf Kosten echter Leidenschaft, auf Kosten der Freiheit, auf Kosten all dessen, was Mungo f&#252;r &#8220;menschlich&#8221; h&#228;lt. Auch wenn er das nat&#252;rlich so niemals sagen w&#252;rde. Eine Gesellschaft, die Auschwitz und Hiroshima genauso hervorbringt wie Ultràs. Auch wenn das nat&#252;rlich so niemand sagen w&#252;rde.</p>
<blockquote><p>&#8220;Dies ist der Klang des Turins, das es nicht mehr gibt. Dies ist der Klang des Turins, das unter der Flut von Zement und Stahltr&#228;gern untergeht, die Fabriken, Parks, B&#228;ume und Fl&#252;sse in Mega-Einkaufsparadiese und Multisaalkinos zur Auff&#252;hrung hollywoodianischer Multischei&#223;e verwandeln f&#252;r die tausenden Hirnamputierten des Samstagabends und die Familien, die den Frieden und das Gl&#252;ck des christlichen Weihnachtsfests suchen. Dies ist der Klang eines Arbeiters, der Mensch ist. Und keine Humanressource.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das ganze ist ebenso unmittelbar wie schwer zu verdauen, wenn man sich auf das Buch einlassen kann, trifft es wie eine Faust in die Magengrube. Weitere Erkenntnisse gewinnt man, wenn der erste Eindruck abgeklungen ist. Das sprachlich &#228;u&#223;erst politisch unkorrekte, erz&#228;hlerisch mindestens schizophrene und stilistisch nur lose geordnete Werk hat es aber trotzdem aus dem Stand auf Platz 2 meiner Hitliste &#8220;B&#252;cher, die mein Leben ver&#228;nderten&#8221; geschafft. Aber es geht dem Autoren auch nicht um Erkl&#228;ren oder Rechtfertigen, seine Helden sind Anti-Helden in jedem denkbaren Sinne: brutal, r&#252;cksichtslos, unangepasst, dreckig, drogens&#252;chtig, radikal anti. Und dabei stolz. Die Kurve ist (oder besser: war) f&#252;r Mungo ein Ort der Freiheit. Ein Ort, in dem die Regeln und Gesetze einer kranken Gesellschaftsordnung nicht gelten. In dem es aber durchaus Regeln und Gesetze und Hierarchien gibt. Nur eben selbst gesetzte. Der Vollkaskomentalit&#228;t, die dem Individuum wohl Sicherheit gibt, wird von Mungo als potentiell (oder besser: durchaus real) als faschistisch entlarvt, indem sie materielle Sicherheit nur dem verhei&#223;t, der seinen eigenen moralischen Kompass, seine Leidenschaften und besonders seine Freiheit an der Garderobe abgibt. F&#252;r alles andere gibt es Schlagst&#246;cke und CS-Granaten.</p>
<blockquote><p>&#8220;In der Zwischenzeit zerlegte zu unser aller Freude irgendein Spa&#223;vogel in Viola das Vorh&#228;ngeschloss der Ger&#228;tekammer des G&#228;rtners vom Brumana: ich sah mit eigenen Augen Leute mit Motors&#228;gen, Bohrern, Spaten und Harken, Eimer und Spitzhacken, Holzleitern, H&#252;hnern!!!, St&#252;hlen und Gummistiefeln in den F&#228;usten und am Ende kam auch sogar jemand mit einem Fahrrad! Mit dem ganzen Zeug trieben wir uns auf den R&#228;ngen herum. In der Zwischenzeit war das violette Volk in Massen eingetroffen, die Kurve war zu zwei Dritteln Viola, eine Kette aus Carabinieri und die Leute aus Bergamo in einer Ecke verkrochen. In der anderen Kurve spuckten die Bauern Gift und Galle, sch&#228;umten vor Wut und Rachegel&#252;sten, aber sie konnten nichts tun! Sie sangen und sp&#228;ter passten sie uns am Bahnhof ab, aber in der Zwischenzeit machten wir, worauf wir gerade Bock hatten in ihrem Zuhause.&#8221;</p></blockquote>
<p>Man muss Mungo in seinen Einsichten nicht folgen. Man kann ihm vom Sofa aus alles m&#246;gliche ankreiden. In jedem Fall lernt man eine Menge &#252;ber unsere sch&#246;ne neue Welt, egal f&#252;r welche Seite man sich entscheidet, Soma oder keins. Und man lernt eine Menge &#252;ber das Leben im wirklichen und eigentlichen Sinne. <a href="http://www.altravita.com/alkohol-und-adrenalin.php">Alkohol und Adrenalin</a>. Und jede Menge Testosteron. Geiles Buch.</p>
<p><a href="http://www.boogaloopublishing.com/pagine/libro_poker.asp?id=65" target="_blank">Sensomutanti kann – leider nur im italienischen Original – bei Boogaloo Publishing bezogen werden.</a></p>
<p><a href="http://www.altravita.com/ich-bin-so-wie-du-mich-haben-willst.php">Einen kleinen Ausschnitt zum Lesen gibt&#8217;s hier.</a></p>
<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Tones on the Stones</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Aug 2010 12:36:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>altravita</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Lago Maggiore]]></category>
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		<description><![CDATA[<p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>Mal eine Urlaubsidee. Seit einigen Jahren findet in meiner Heimatregion am Lago Maggiore das Festival &#8220;Tones on the Stones&#8221; statt, eine Reihe von Musik und Tanzveranstaltungen in verschiedenen Steinbr&#252;chen. Und w&#228;hrend es mindestens 10 Pferde bed&#252;rfte, mich in ein Opernhaus zu zerren, ging ich doch gestern Abend relativ freiwillig in den Marmorsteinbruch oberhalb von Crevoladossola [...]</p></p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p><div id="attachment_1375" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/08/05.jpg"><img src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/08/05-150x150.jpg" alt="Tones on the Stones" title="Tones on the Stones" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-1375" /></a><p class="wp-caption-text">Tones on the Stones</p></div>Mal eine Urlaubsidee. Seit einigen Jahren findet in meiner Heimatregion am Lago Maggiore das Festival &#8220;Tones on the Stones&#8221; statt, eine Reihe von Musik und Tanzveranstaltungen in verschiedenen Steinbr&#252;chen. Und w&#228;hrend es mindestens 10 Pferde bed&#252;rfte, mich in ein Opernhaus zu zerren, ging ich doch gestern Abend relativ freiwillig in den Marmorsteinbruch oberhalb von Crevoladossola im sch&#246;nen Ossola-Tal. Wenn schon Oper, dann wenigstens unkonventionell und spektakul&#228;r. Was soll ich sagen, es war dramatisch sch&#246;n: der Steinbruch mit seinen klaren geometrischen Foren, der gut 50 m steil aufragenden Wand im R&#252;cken der Zuschauer und den als B&#252;hne genutzten mehrstufigen Marmoretagen ist auch jenseits des &#220;berraschungseffektes sehr beeindruckend. </p>
<p>Meine Opern-Kenntnisse sind sicherlich nicht nennenswert und so will ich die s&#228;ngerische und t&#228;nzerische Leistung auch gar nicht weiter bewerten. In jedem Fall war das Setting mit seinen spektakul&#228;ren Lichteffekten, den in die Kulisse &#8220;eingebundenen&#8221; Baumaschinen und die an die Wand projizierten Animationen eine wahre Augenweide. Aufgef&#252;hrt wurde am gestrigen letzten Tag des Festivals <em>&#8220;Fuego Gitano: Pasion y Muerte. The true story of Carmen&#8221; </em>und auch wenn ich mir wom&#246;glich Aida noch besser hier vorstellen k&#246;nnte, hatte ich mich durchaus wider Erwarten hervorragend unterhalten gef&#252;hlt. Vor allem, weil es eben nicht &#8220;Carmen&#8221; war, sondern eine von erkl&#228;renden Monologen und Tanzauff&#252;hrungen unterbrochene Abfolge verschiedener Kernelemente der Oper. Sehr kurzweilig das alles.</p>
<p>Das spielt aber vermutlich die kleinere Rolle: Falls ihr in eurem n&#228;chsten Urlaub mal Lust habt, etwas &#8220;ganz anderes&#8221; zu erleben, dan schaut einfach mal bei &#8220;<a href="http://www.tonesonthestones.com/" target="_blank">Tones on the Stones</a>&#8221; rein. F&#252;r 30 EUR kann man hier in der Gegend weit schlimmeres erleben und Musik im Steinbruch gibt&#8217;s ja auch nicht &#252;berall. Mir hat die Verbindung von Musik und optischen Effekten in einem so ungew&#246;hnlichen Ambiente (und in angenehmer Begleitung, Danke Sara!) einen durchaus sehr vergn&#252;glichen Abend bereitet. Leider war das fotografieren untersagt, daher im folgenden nur ein paar allgemeine Fotos, aber auf der Website findet ihr gen&#252;gend weitere Bilder und Videos.</p>
<p><strong>Kontakt:<br />
Tones on the Stones</strong><br />
Web: <a href="http://www.tonesonthestones.com" target="_blank">http://www.tonesonthestones.com</a><br />
Tel.: +39 334 153 6056</p>
<p><strong>Promo-Video:</strong></p>
<p><object width="500" height="400"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/25vVHyNWs6o&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed  src="http://www.youtube.com/v/25vVHyNWs6o&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="400" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><strong>Schlechte Bilder:</strong><br />

<a href='http://www.altravita.com/tones-on-the-stones.php/attachment/01' title='Tones on the Stones'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/08/01-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Tones on the Stones" title="Tones on the Stones" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/tones-on-the-stones.php/attachment/02' title='Tones on the Stones'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/08/02-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Tones on the Stones" title="Tones on the Stones" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/tones-on-the-stones.php/attachment/05' title='Tones on the Stones'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/08/05-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Tones on the Stones" title="Tones on the Stones" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/tones-on-the-stones.php/attachment/06' title='Tones on the Stones'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/08/06-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Tones on the Stones" title="Tones on the Stones" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/tones-on-the-stones.php/attachment/08' title='Tones on the Stones'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/08/08-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Tones on the Stones" title="Tones on the Stones" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/tones-on-the-stones.php/attachment/17' title='Tones on the Stones'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/08/17-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Tones on the Stones" title="Tones on the Stones" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/tones-on-the-stones.php/attachment/19' title='Tones on the Stones'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/08/19-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Tones on the Stones" title="Tones on the Stones" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/tones-on-the-stones.php/attachment/23' title='Tones on the Stones'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/08/23-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Tones on the Stones" title="Tones on the Stones" /></a>
<a href='http://www.altravita.com/tones-on-the-stones.php/attachment/32' title='Tones on the Stones'><img width="150" height="150" src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/08/32-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Tones on the Stones" title="Tones on the Stones" /></a>
</p>
<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Rosso crucco</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Mar 2010 14:36:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>altravita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>Wer sonst nichts zu tun hat&#8230; der macht eben Wein. Und an diesem sch&#246;nen Fr&#252;hlingssonntag habe ich den ersten echten deutschen Rotwein aus wunderbaren 2010&#8242;er kalabresischen Trauben im norditalienischen Piemont abgef&#252;llt. 130 Liter purer &#8220;Indicazione Geografica Atipica&#8221;, in reiner Handarbeit erstellt. Dunkel, alkoholreich und ein Aroma zum Wildschweine erschlagen. Falls ich demn&#228;chst mehr dummes Zeug [...]</p></p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><div id="attachment_1273" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/03/rossocrucco.jpg"><img src="http://www.altravita.com/wp-content/uploads/2010/03/rossocrucco-300x225.jpg" alt="rosso crucco" title="rosso crucco" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-1273" /></a><p class="wp-caption-text">rosso crucco</p></div>
<p>Wer sonst nichts zu tun hat&#8230; der macht eben Wein. Und an diesem sch&#246;nen Fr&#252;hlingssonntag habe ich den ersten echten deutschen Rotwein aus wunderbaren 2010&#8242;er kalabresischen Trauben im norditalienischen Piemont abgef&#252;llt. 130 Liter purer &#8220;Indicazione Geografica Atipica&#8221;, in reiner Handarbeit erstellt. Dunkel, alkoholreich und ein Aroma zum Wildschweine erschlagen.</p>
<p>Falls ich demn&#228;chst mehr dummes Zeug als &#252;blich schreibe, wisst ihr, wieso.</p>
<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></content:encoded>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 19:45:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>altravita</dc:creator>
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		<category><![CDATA[addio]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p>Du kamst mir gro&#223; vor, riesengro&#223;, als ich klein war warst mein guter Riese der mit mir Versteck spielte und das Herz schlug mir bis zum Hals w&#228;hrend ich wartete gl&#252;cklich, mich zu verstecken, aber auch, dass du mich dann findest. Du kamst mir stark vor und manchmal hatte ich auch ein bisschen Angst aber [...]</p></p><p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p><p><object width="500" height="400"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/GBvxcLXz31k&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/GBvxcLXz31k&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="400" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><b>Du kamst mir gro&#223; vor, riesengro&#223;, als ich klein war<br />
warst mein guter Riese der mit mir Versteck spielte<br />
und das Herz schlug mir bis zum Hals w&#228;hrend ich wartete<br />
gl&#252;cklich, mich zu verstecken, aber auch, dass du mich dann findest.</p>
<p>Du kamst mir stark vor und manchmal hatte ich auch ein bisschen Angst<br />
aber du warst mein braves Pferd und der Teppich war die Pr&#228;rie<br />
und ich stieg ab und ging in deinen schweren Schuhen<br />
zwischen Bergen aus Sesseln mit meinen Riesenschritten.</p>
<p>Es war s&#252;&#223;, unglaublich s&#252;&#223;,<br />
ich erinnere mich daran und ich sage es dir<br />
du warst mein gro&#223;er Held<br />
du warst mein erster wahrer Freund</p>
<p>Trotzdem bist du geschrumpft damals in den ersten Schuljahren<br />
kamst sp&#228;t nach Hause und die Mamma war immer allein<br />
ich bin pl&#246;tzlich aufgewacht und ich habe euch noch schreien geh&#246;rt<br />
du warst immer nerv&#246;ser und hast mir einfach nicht mehr zugeh&#246;rt<br />
Andere Male hast du mich gehauen und deine harten Worte<br />
haben mir nichts als eine Welt voller &#196;ngste er&#246;ffnet.</p>
<p>Du warst nicht anwesend und unnahbar<br />
ich habe dich gehasst und ich sag dir auch das<br />
in meinen Tr&#228;umen warst du der schwarze Mann<br />
f&#252;r eine Weile warst du mein Feind.</p>
<p>Und ich trug dein Blut in mir wie einen Trauerflor<br />
aber aus lauter Frechheit hat mein Herz dich trotzdem geliebt<br />
und jetzt, Papi, schreibe ich dir wie damals als Kind,<br />
wie als wir Versteck spielten.</p>
<p>Und jetzt ist es kalt, halt, unglaublich kalt<br />
ich weine w&#228;hrend ich dir das sage<br />
worauf wartest du noch<br />
Papi, wenn du mein Freund bist?</p>
<p>Es war s&#252;ss, es war unglaublich s&#252;&#223;,<br />
ich hab&#8217;s jetzt verstanden und ich schreibe es dir<br />
wie oft muss ich noch verrecken,<br />
um mich noch einmal lebendig zu f&#252;hlen?</b></p>
<blockquote><p>Mi sembravi alto altissimo quando ero piccolino<br />
eri il mio gigante buono che giocava a nascondino<br />
mi batteva forte il cuore mentre stavo ad aspettare<br />
felice di nascondermi ma anche di farmi trovare. </p>
<p>Ti sentivo forte e a volte mi facevi un po&#8217; paura<br />
ma eri il mio cavallo docile e il tappeto la pianura<br />
e scendevo e camminavo nelle tue scarpe pesanti<br />
fra colline di poltrone coi miei passi da gigante. </p>
<p>Era dolce era dolcissimo<br />
lo ricordo e te lo dico<br />
eri il mio più grande eroe<br />
eri il primo vero amico </p>
<p>Sei però rimpicciolito i primi anni della scuola<br />
tornavi tardi a casa e la mamma sempre sola<br />
mi svegliavo d&#8217;improvviso e vi sentivo ancora urlare<br />
eri sempre più nervoso e non mi stavi ad ascoltare<br />
Altre volte mi picchiavi e le tue parole dure<br />
spalancavano soltanto una vita di paure. </p>
<p>Eri assente irraggiungibile<br />
io ti odiavo e te lo dico<br />
eri in sogno l&#8217;uomo nero<br />
eri a un tratto il mio nemico. </p>
<p>E ho portato come un lutto il tuo sangue nelle vene<br />
ma il mio cuore per dispetto ti voleva ancora bene<br />
e ora babbo te lo scrivo come quando ero bambino<br />
come quando per trovarci giocavamo a nascondino. </p>
<p>E ora è freddo anzi freddissimo<br />
piango mentre te lo dico<br />
cosa aspetti ad arrivare<br />
babbo se mi sei amico </p>
<p>Era dolce era dolcissimo<br />
l&#8217;ho capito e te lo scrivo<br />
quante volte io dovrò morire<br />
per sentirmi ancora vivo? </p></blockquote>
<p><a href="http://www.altravita.com">Italien blog - Betrachtungen eines Deutschen in Italien</a></p>]]></content:encoded>
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